Wie "stark" ist mein Teleskop?

Dieser Artikel ist entnommen dem Kosmos StarObserver 2001/2002 Activity-Jahrbuch
Mit freundlicher Genehmigung des Kosmos Verlags

von Dr. Werner E. Celnik

Die Frage müsste richtig lauten: Welche sind die schwächsten Sterne, die ich mit meinem Teleskop unter meinem Himmel gerade noch erkennen kann? Eine sehr komplexe Frage. Wir wissen, was wir im Teleskop sehen, hängt ab

  • von der aktuellen Helligkeit des Himmelshintergrundes
  • von der Öffnung (Durchmesser der lichteinlassenden Öffnung) des Teleskops
  • von der Abbildungsqualität des Teleskops
  • von der eingesetzten Vergrößerung.

Der letzte Punkt ist neu: Tatsächlich hängt auch die Sichtbarkeit des schwächsten gerade noch sichtbaren Sterns von der Vergrößerung ab. Bei höherer Vergrößerung schieben wir die Sichtbarkeitsgrenze gegenüber der geringeren Vergrößerung noch ein klein wenig hinaus. Das liegt daran, dass der Himmelshintergrund umso dunkler wird, je höher wir das Bild des Teleskops vergrößern. Unser Auge ist ein ganz hervorragender Signalempfänger bei sehr geringen Helligkeiten: das Kontrast-Sehen ist enorm. Fast punktförmige Lichtquellen werden noch besser erkennbar, wenn der Hintergrund dunkler wird.

Um festzustellen, wie hell der schwächste noch sichtbare Stern ist, nehmen wir am besten einen Sternhaufen, bei dem die Sternhelligkeiten genau bekannt sind. Etwa NGC 6823, ein heller offener Sternhaufen im Sternbild Füchslein. Sie finden hier zwei identische Karten dieses Haufens, die eine ohne, die andere mit Helligkeitsangaben. Zum leichteren Auffinden des Sternhaufens im Zentrum des "Sommerdreiecks" hier auch eine Aufsuchkarte mit Sternen bis zur Helligkeit 6 mag. Das Sternbild Füchslein ist gegen Mitternacht, also 1 Uhr MESZ, gut beobachtbar, 45° hoch am Südosthimmel.

Zwei Detailkarten von NGC 6823; oben zur Identifizierung, und unten mit Helligkeitsangaben (1352 = 13,52 mag). Entnommen einer Vorlage aus WEBDA - J.C. Mermilliod, Universität Lausanne.

Stellen Sie den Haufen ein. Wählen Sie dann eine Vergrößerung, die nicht größer als der doppelte Teleskopdurchmesser in mm sein sollte (100-mm-Teleskop = maximal 200-fache Vergrößerung). Vergleichen Sie den Anblick im Okular mit der Karte ohne Helligkeitsbezeichnungen. Markieren sie mit Bleistift auf dieser Karte, welche Sterne Sie im Okular erkennen können. Nicht mogeln! Schauen Sie erst nach der Beobachtung auf die Karte mit Helligkeitsangaben und stellen Sie fest, wie hell der schwächste Stern ist, den Sie im Haufen noch erkennen konnten. Tragen Sie den Wert mit den Daten über Ihr Teleskop (Typ, Durchmesser, Vergrößerung) sowie Datum, Uhrzeit und Wetterbedingungen in Ihr Beobachtungsbuch oder in die Protokolltabelle hier ins Buch ein. Fertig!

Wiederholen Sie diese Beobachtung bei verschiedenen Vergrößerungen und an verschiedenen Standorten und vergleichen Sie. Welche Vergrößerung ist hierfür die beste und vor allem, welcher Standort?

Zur Orientierung: Der Verfasser hat mit seinem 220-mm-Spiegelteleskop bei einer Vergrößerung von 94x in diesem Haufen Sterne bis zu 13,5 mag gesehen, bei 200x Sterne bis 14,7 mag, allerdings bei sehr gutem Himmel.

Das Beobachtungsprotokoll

Datum

 

Standort

 

Beobachtung von - bis (in MESZ

 

Beobachtungsinstrument

 

Verwendete Vergrößerung

 

Helligkeit des schwächsten sichtbaren Sterns (mag):

 

Probleme und Eindrücke bei der Beobachtung:

 

Wetterbedingungen:

 

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