AstroReality Reliefglobus LUNAR Pro

Die Firma AstroReality aus San Fransisco stellt ein ganz besonderes Produkt in verschiedenen Variationen her.
Mit einem 3D-Drucker fertigt das Unternehmen Nachbildungen der Planeten Erde, Mars und Jupiter in hoher Präzession als Reliefglobus. Ergänzt wird die Produktlinie durch unseren Erdtrabanten Mond. 

Durch die Produktbeschreibung im Astroshop bin ich auf die AstroReality Reliefgloben aufmerksam geworden. Besonders neugierig hat mich der AstroReality Reliefglobus des Mondes gemacht, da der Mond zu meinem Lieblingsobjekten bei der astronomischen Beobachtung gehört.

Vorweg: Ich habe schon einige Globen gesehen und begutachtet. 
Häufig erlebte ich, dass Beschreibungen mehr versprechen als das Produkt hergibt. Gerade in Preisklassen ab 100 Euro kann man gewisse Erwartungen an Qualität und Genauigkeit haben. 
Um mir einen Eindruck des AstroReality Reliefglobus des Mondes zu machen, bestelle ich also kurzerhand die Pro-Version zum Produkttest. 
Dankenswerterweise hat mir die Firma Astroshop.de diesen zur Verfügung gestellt.

Ein paar Tage später trifft dann endlich das erwartete Paket ein. Voller Erwartung und Neugier wird dieses direkt geöffnet. 
Es erwartet mich ein gut verpackter Kunststoffbehälter, der in dunkler Farbe gehalten ist und einen guten ersten Eindruck macht.  
Beim Herausnehmen aus dem Karton überrascht mich die angenehme Haptik des Kunststoffbehälters, der in großen Lettern die Aufschrift AstroReality Lunar trägt und mit dem Logo der Firma versehen ist.

Ich versuche, den Deckel des Behälters zu öffnen und merke schnell, dass dieser sich nur schwer abnehmen lässt.

Nachdem ich den Deckel abgenommen habe, finde ich eine Kunststoffeinlage vor, die eine Kurzbeschreibung und den Aufsteller für den Reliefglobus bereithält. 
Beim Anblick des Aufstellers bekomme ich erste Zweifel, ob dieser den Reliefglobus sicher trägt.

Ich lege erst mal beides zur Seite, weil ich viel zu neugierig bin, was mich darunter erwartet und der Mond als Reliefglobus aussieht. Dieser ist sicher im Kunststoffbehälter verpackt. Beschädigungen können in diesem Fall selbst bei grober Behandlung durch den Paketdienst nicht passieren.

Ich staune nicht schlecht, was mich da erwartet! Beim Herausnehmen des Reliefglobus bin ich verwundert, wie schwer dieser dann ist. Damit hatte ich nicht gerechnet.
Der Mondglobus bringt 1,4 Kilo auf die Waage und hat nach Herstellerangaben ein Durchmesser von 120 mm. Er liegt sehr gut in meiner Hand und ich bin schwer beeindruckt von der Farbwiedergabe und der Fülle der Details!
Die Farbdarstellung ist aus meiner persönlichen Sichtweise heraus sehr stimmig und gut gewählt. 
Während die Oberfläche in dem typischen hellen Grau des Mondes gehalten ist, heben sich die Maare wesentlich dunkler von der restlichen Umgebung ab. 
Genau so, wie ich es auch von der Ansicht mit dem bloßem Auge oder in meinem Teleskop erwarten würde.

Mit einem Durchmesser von gerade mal 12 cm und dem damit verbundenen Maßstab von 1: 28.969.000 hätte ich nicht so viele filigrane Details erwartet! 
Ich kann meinen Blick vom Reliefglobus nicht abwenden und drehe diesen in meiner Hand hin und her. Immer wieder entdecke ich neue, feine Details. 

Neben der fühlbaren und visuellen Darstellung der Höhen auf dem Mond entdecke ich sogar in einigen Kratern Zentralberge, die sich als winzige Erhebungen von der Oberfläche des Reliefglobus abheben.
In größeren Kratern finde ich kleinere Krater, dessen Wände sich von der Oberfläche erheben. Ich bin total fasziniert.

Weiter geht es zu den Maaren. Das fühlt sich seltsam an. Ich bemerke mit meinen Fingerspitzen kleine Unebenheiten. Ich schaue mir das Ganze von der Seite an und stelle fest, dass selbst die leichten Erhöhungen in den Maaren aufgetragen sind. Cool!

Die Oberfläche des Reliefglobus lässt sich mit den Fingerspitzen abfahren und damit auch fühlbar erfassen. 

Die Herstellung

Der Reliefglobus ist nach Angaben des Herstellers mit hochgenauer 3D-Drucktechnologie hergestellt. Die Oberflächengenauigkeit liegt bei 0,006 Millimeter (!) pro Pixel. Die Herstellung basiert auf der Grundlage und den Daten der NASA-Lunar Reconnaissance Orbiter.

Das Material des Reliefglobus besteht aus Kunststein. Jeder Reliefglobus wird von Hand bemalt und kleinste Details ausgearbeitet.

Die in Englisch gehaltene Anleitung beschreibt in Kurzform, wie die dazugehörende App aus dem GooglePlayStore genutzt werden kann. 
Damit ist es möglich, den Reliefglobus über die integrierte Smartphone-Kamera zu scannen und sich auf dem Display des Smartphones die Formationsnamen anzeigen zu lassen.

Die App zum AstroReality Lunar

Nach der Installation aus dem App-Store ist es notwendig, zur Aktivierung den QR-Code auf der letzten Seite der Kurzanleitung zu scannen. Man sollte diese also gut aufbewahren, um bei einer späteren Neuinstallation die App erneut aktivieren zu können. 

Einmal aktiviert hat man verschiedene Möglichkeiten, den Mond zu erkunden. Dazu wird das Smartphone 20cm vom Reliefglobus entfernt gehalten. 
Die App ermittelt die Position des Reliefglobus und stellt anschließend die Formationsnamen der größeren Objekte dar. Ergänzt wird das ganze durch die Landestellen der Mondmissionen.

Dreht man den Reliefglobus, wird auch die Ansicht auf dem Smartphone mitgeführt! Man darf allerdings nicht erwarten, dass die Markierungen hoch präzise sind. Für eine Zuordnung von Kratern und anderen Formationen ist das aber völlig ausreichend.

Wählt man in der App eine Formation mit dem Finger aus, werden neben dem Namen der Formation weitere Bilder angezeigt.

Im oberen Bereich der App kann mittig zwischen verschieden Ansichten gewählt werden. Insgesamt stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung.

„Terrain“ zeigt die die größten Formationen und Landestellen der Mondmissionen, während die Auswahl „Spacecraft“ sich auf die Mondmissionen beschränkt.

Ein echtes Gimmick ist die dritte Auswahl „Animation“. Ohne mir bewusst zu sein, was mich erwartet, tippe ich bei dieser Auswahl auf die Apollo 11 Landestelle.
In einer Animation kann ich verfolgen, wie sich die Apollo 11 Raumkapsel dem Mond nähert und sich anschließend das Landemodul löst, um auf der Mondoberfläche auf zu setzen. 
Dann steigt tatsächlich ein Astronaut aus und spaziert über die Mondoberfläche. Auch wenn dieses Feature keinen Mehrwert bringt, ist es ein nettes Gimmick!

Neben der normalen Darstellung mit Mondformationen lässt sich auf eine farblich, dargestellte Höhenkarte umstellen. Aktiviert wird die Darstellung unten über den Button „Normal“. Hier schaltet man durch Antippen in den „Evalation“ -Modus um.

Sehr schön ist die „Space“-Ansicht, die sich oben rechts aktivieren lässt. Der Mond wird in dieser Ansicht im Weltraum  mit der aktuellen Mondphase dargestellt.

Kleine Mängel in der Umsetzung

Die App wird auf dem Smartphone in chinesischen Schriftzeichen dargestellt. Bei der Installation ist mir das schon negativ aufgefallen. Hier muss der Hersteller auf jeden Fall nachbessern und die Übersetzungen vollenden. Bei dem Preis finde ich, darf man das auch erwarten. 

Auch wenn die Erkennung von Formationen mit der App nicht immer sofort funktioniert, ist die Nutzung eine sehr schöne Idee, die gut umgesetzt ist.

Der zu Anfangs erwähnte, beigefügte Aufsteller stellt sich tatsächlich als nicht geeignet heraus. Steht der Reliefglobus auf diesen Aufsteller, lässt sich nicht verhindern, dass dieser herunter fällt. Einen Punkt Abzug dafür.

Mein Fazit: Empfehlenswert!

Ein rundum gut gelungenes Produkt, das mir insgesamt sehr gut gefällt und ein Hingucker ist. 
Der Reliefglobus ist sehr präzise gefertigt und überzeugt mich. 
Bei ein paar wenigen Kratern hätte ich mir eine bessere und dominantere Ausarbeitung gewünscht, dem den ganzen aber keinen Abbruch tut. 


Den AstroReality Reliefglobus gibt es bei Astroshop.de in drei Ausführungen:
LUNAR mini für 49 Euro
LUNAR Regular für 99 Euro mit 80 mm Durchmesser
LUNAR Pro für 249 Euro mit 120 mm Durchmesser 

Es gibt aus der Reihe noch weitere Reliefgloben anderen Planeten. Darunter zählen Erde, Mars und Pluto.

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Über Stefan van Ree

Stefan van Ree arbeitet bei einer großen Kommune und interessiert sich seit seinem 7. Lebensjahr für die Astronomie. Infiziert wurde er durch seinen Vater für dieses Hobby. Von ihm hat er sein erstes Buch über das Weltall geschenkt bekommen.

Seit 2003 ist er Arbeitskreismitglied einer Sternwarte und hält dort unter anderem Dozentenvorträge für Kinder und Erwachsene. 2006 hat er die Himmelsvorschau und das TV-Programm als neues Team-Mitglied von Astronomie.de übernommen.

Zum „Jahr der Astronomie“ 2009 ist er in die Fußstapfen von Doris Unbehaun getreten und hat das größte deutschsprachige Portal Astronomie.de hauptverantwortlich übernommen.

Seit dem entwickelt er diese Plattform weiter und ist auf der Suche nach ständig neuen Ideen und Innovationen.

Kontakt: Stefan.vanRee@astronomie.de

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