Nordlicht und Sterne – Mit den Hurtigruten zum Polarlicht

Schon seit nunmehr sieben Jahren bietet die "Norwegische Schiffahrtsagentur" Hamburg zusammen mit der Website "Astronomie.de" die "Nordlicht und Sterne" Reisen an. Mit den legendären Postschiffen fährt eine Reisegruppe unter Führung eines landeskundigen Reiseleiters der NSA und eines Astrofachmanns von Astronomie.de die norwegische Küste entlang bis hoch in den Polarkreis, am Nordkapp vorbei, bis an die Grenze zu Russland. Auch in diesem Jahr gab es wieder vier ausgebuchte Reisen. Von der März- Reise möchte ich Ihnen hier berichten.

Die Teilnehmer wurden von verschiedenen deutschen Flughäfen nach Bergen eingeflogen, der alten Handelsstadt, und die Fahrt zum Schiff wurde mit einer Stadtbesichtigung verbunden. Abends betrat die Reisegruppe dann erstmals das imposante Schiff um die Fahrt hinaus aus dem aufs Meer zu beginnen.

Die Küsten und Wände des Bergen-Fjords schimmerten wie tausende Weihnachtsbäume im Licht der Häuser und Laternen - das erste Highlight, das sich kaum ein Passagier entgehen ließ.

Die Trolljfjord ist eines der beiden neuesten Hurtigrutenschiffe und wesentlich moderner eingerichtet als alle anderen Schiffe, von Ihrer Schwester, der "Midnatsol" mal abgesehen. Der modernen und dennoch gemütlichen Innendekoration mit viel Chrom, Neon und hellen Farben fühlen sich die Passagiere schnell zu Hause und lernen die Annehmlichkeiten, die Weitläufigkeit und vor allem die vielen großen Fenster zu schätzen.

Auf den Aussichtsdecks mit den riesigen Glasfronten kommt die Natur zu den Passagieren ins Schiff: es ist ein tolles Gefühl im warmen Salon zu sitzen wenn Sonne,Wolken, Regen und Schnee ein ständig wechslendes, faszinierendes Licht und Schattenspiel auf Meer und Fjorde zaubern.

Etwas verrückter und nicht jedermanns Sache ist es, bei -10 Grad in einem Whirlpool im Freien die vorbeiziehende Natur zu genießen – doch auch das bietet die Trollfjord.

Schon in Svolvaer, der Hauptstadt der malerischen Inselketten der Lofoten, zeigte sich in diesem Jahr das Polarlicht in voller Pracht am Himmel. Aus einem anfänglich nur schwachen Band wurde eine wechselhafte, ja launische Leuchterscheinung. Anscheinend spielte das Weltraumwetter ebenso verrückt wie das irdische Wetter - eigentlich sollte die Sonne im Aktivitätsminimum sein – sie ist immer für eine Überraschung gut!

Lodernde Lichtbänder, grün mit rötlichen und lila Rändern, dunkle Streifen darin, ein atemberaubender Anblick. In mindestens drei weiteren Nächten bot der Himmel ein tolles Schauspiel, verwunderlich waren vor allem die extrem schnellen Bewegungen und die Helligkeit der Erscheinung.

Zwischendurch strahlten die Sternbilder, die dank eines Lichtzeigers, von Astronomenhand bedient, nach wenigen Nächten jedem aus der Gruppe bekannt waren. Es ist immer wieder schön, die "Ah" und "Oh"´s der Mitreisenden zu hören, wenn sie endlich erfahren, das der kleine funkelnde Haufen, über den sie seit Jahren schon rätseln, die Plejaden sind. Oder wenn jemand zum ersten Mal aus der Fülle der Lichtpunkte den Saturn heraus erkennt. Der Polarstern, der große Wagen und der Himmelsjäger "Orion" mit seinen drei unverkennbaren Gürtelsternen brennen sich jedem unter dem dunklen norwegischen Himmel für immer ins Gedächtnis.

Nach kurzer Zeit schon merkte man, das die Faszination des Sternenhimmels alle in ihren Bann geschlagen hatte, keiner versäumte die Vorträge, und die unzähligen Fragen und Gespräche zeigten das die Reiseteilnehmer voll "infiziert" waren vom Astronomie-Virus!

Kein Wunder, kamen doch etwa ¼ der Teilnehmer über Anzeigen und Artikel in Magazinen wie "Astronomie heute" oder auf der Website "Astronomie.de" auf die Idee, diese Tour zu buchen. Demzufolge waren fast alle Reiseteilnehmer schon astronomisch etwas vorgebildet und hatten an den Vorträgen zu den Vorgängen am irdischen Himmel, aber auch z.B. den neuesten Ergebnissen der Saturnsonde "„Cassini" und den Theorien zum Entstehen und Vergehen unseres Universums Ihre Freude.

Auch das "Rahmenprogramm" der grandiosen norwegischen Natur und der Schiffsreiseleitung waren nicht zu verachten! An Bord noch kann man verschiedene Landausflüge buchen, zum Beispiel eine Fahrt mit den Schlittenhunden durch die Wildnis bei Tromsö. Der Abend dämmerte, die Hundeführer hatten sich Lampen um den Kopf geschnallt und bescherten uns das einmalige Erlebnis in der Dämmerung von 13 Huskies im Hundeschlitten den Fjord entlang gezogen zu werden. Der Kaffee im Lappenzelt und die interessanten Erzählungen der einheimischen Führer taten ein Übriges um diesen Ausflug unvergeßlich zu machen.

Schon wenige Tage später ein weiteres wildes Abenteuer: mit dem Schneescooter über die Eisdecke eines gefrorenen Fjordes zu donnern. Fast 80km/h hatten wenige Wagemutige erreicht, doch manch einer ließ es lieber etwas langsamer angehen.

Unterwegs machten die Reisegäste noch Bekanntschaft mit einer Königskrabbe, die sich zur Zeit in den Fjorden zu stark vermehrt und durch ihre Gefräßigkeit zum Umweltproblem wird. Bis zu 1m lang können die Beine dieses riesigen Meeresbewohners sein, "unser" Exemplar maß gerade mal ein Drittel davon. Was auch schon imposant und groß genug ist für ein wohliges "Gruseln" – die Mutigsten trauten sich sogar, das "Monster" anzufassen!

Seine Brüder und Schwestern verblüfften als wahrhafte Delikatessen abends im Meeresfrüchtebuffet an Bord!

Für weniger abenteuerlustige Passagiere war der Sortland-Ausflug sicher einer der schönsten Tage der Reise. Mit dem Bus ging es von Harstadt aus mehrere Stunden durch die faszinierende Landschaft bis zum nächsten Hafen. Zwischendurch wurde der Bus wurde mit einer Fähre über einen Fjord übergesetzt. Bei mehreren Stops an geschichtsträchtigen Stellen erfuhr man viel über die Besiedlung des rauhen Landes durch die Menschen.

Das war wieder "typisch Hurtigruten", eine abwechslungsreiche Reise mit viel guter Laune. Meine siebte Tour bereits und dennoch völlig anders als alle vorhergehenden: ein neues Schiff, andere Menschen, faszinierendes Polarlicht und viele neue Erlebnisse. Diese Reise wird einfach nicht langweilig! Um es mit den Worten eines Passagiers auszudrücken: "Also, für wen da nichts dabei war, dem ist wirklich nicht zu helfen..."

Homepage Hurtigruten: http://www.hurtigruten.de

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