Tag 10: Zurück nach Trondheim

Warten auf den Bus im Hafen von Risøyhamn.

Ich habe gut geschlafen. Das Schiff lag ja auch ruhig im Hafen von Risøyhamn. Das Frühstück fällt heute kürzer aus, denn um 9 Uhr sollen wir an den Bussen sein, die uns zu den Flughäfen bringen werden. Das Frühstücksbuffet, das für die Passagiere vorbereitet wurde, ist so üppig und gut wie schon auf der ganzen Reise bisher. Als wir fertig sind, verabschieden sich meine Frau und ich noch herzlich von den Besatzungsmitgliedern, die uns die ganze Zeit so liebevoll umsorgt haben. Mit denjenigen, die wir von früheren Reisen schon kennen, unterhalten wir uns noch kurz. Alle entschuldigen sich für die Unannehmlichkeiten durch die Havarie. Das ist wirklich nett, aber wir sind überhaupt nicht verärgert. Die Schiffsführung hat sich in dieser Situation vorbildlich verhalten und uns immer gut informiert. Falls die Ursache wirklich ein Maschinenproblem war, kann niemand etwas dafür.

Die Koffer müssen wir selbst nach draußen bringen. Aber zum Glück besitzt die Trollfjord Fahrstühle. Dann macht das keine Mühe. Auf dem kurzen Landungssteg, der vom Schiff auf den Kai führt, hilft die Besatzung. Die Busse erscheinen pünktlich, doch ist für 6 Passagiere, die von Andenes fliegen sollen, kein Platz in ihnen. Für sie wird deshalb noch rasch ein großes Taxi bestellt. Nur ihr Gepäck nehmen wir in einem der Busse zum Flughafen Harstad-Narvik mit. Zweieinhalb Stunden soll die Fahrt für die rund 280 Kilometer dauern.

Winterlandschaft auf Hinnøya.

Um halb zehn fahren wir los. Das Wetter wechselt zwischen Sonnenschein und leichtem Schneefall hin und her. Das Thermometer zeigt vier Grad unter Null. Die Norweger fahren mit Spikesreifen. Deshalb wird auf den Straßen kein Salz gestreut, sondern nur mit Schneepflügen geräumt. Uns gefällt das, weil die Landschaft dadurch nicht von hässlichen schwarzen Bändern durchzogen wird, an deren Rändern nur schmutziger Schnee zu sehen ist. So präsentiert sich uns Norwegen mit einer schönen Winterlandschaft.

Risøyhamn liegt auf der Insel Andøya, während der Flughafen Harstad-Narvik sich bei Evenes auf dem Festland befindet. Gleich hinter Risøyhamn biegt der Bus links ab und fährt über die Brücke nach Dragnes, das schon auf der Insel Hinnøya liegt, die wir noch überqueren müssen. Wir fahren erst einmal in Richtung Sortland, der Stadt mit den blauen Häusern. Kleine Ortschaften ziehen sich entlang der Küstenstraße. Nach jeder Kurve bieten sich uns fantastische Ausblicke auf die schneebedeckten Berge der nordnorwegischen Inselwelt. So bekommen wir auch noch eine kostenlose, wunderbare Bustour.

Sortland lassen wir rechts liegen und biegen dann in das Innere der Insel ab, um zum Gullesfjord zu gelangen. Bevor wir aber dort ankommen, fahren wir am zugefrorenen See Langvatnet entlang. Am Gullesfjord biegen wir rechts ab begleiten ihn bis zu seinem südlichen Ende bei Gullesfjorbotn. Dort wechseln wir auf die Straße E10, auf der wir zu einem langen Seitenarm des Vestfjords kommen.

Inzwischen sind die angekündigten zweieinhalb Stunden längst vorbei und Sabine teilt uns mit, dass wir noch weitere 40 Minuten bis zum Flughafen brauchen werden. Offensichtlich geht es bei diesen Straßenverhältnissen doch nicht so schnell, wie gedacht. Nicht schlimm. Umso länger können wir die Landschaft genießen. Außerdem hat Hurtigruten für uns ein Flugzeug gechartert. Das wird warten.

An den Straßenschildern sehen wir, dass wir uns Harstad nähern, aber bevor wir die Stadt erreichen, biegen wir über die Tjeldsundbrua auf das Festland ab. Nach einiger Zeit taucht dann der Flughafen vor uns auf der rechten Seite auf.

Im Abflugbereich treffen wir eine Mitarbeiterin von Hurtigruten, die uns bei den Formalitäten beim Einchecken hilft. Insbesondere haben wir ja einige Gepäckstücke dabei, deren Besitzer aber mit einem anderen Flugzeug fliegen. Schließlich haben alle ihre Bordkarte und gehen durch die Sicherheitskontrolle.

Als man mich, der als letzter dran ist, heraussuchte, um stichprobenartig eine genauere Kontrolle durchzuführen, kommt etwas Hektik auf. Wir kamen ja mit einiger Verspätung zum Flughafen und das Flugzeug hätte längst starten sollen. Längst kam die Durchsage, dass man das Gate in Kürze schließen werde. Die Durchsuchung wird damit begründet, dass man nach Munitions- und Sprengstoffspuren suche. Danach dauert es etwas, bis ich alles wieder in mein Handgepäck verstaut habe, und ich eile so schnell wie möglich zum Flugzeug. Aber ich bin doch nicht der letzte. Nach mir kommt noch die Familie eines bekannten norwegischen Politikers, die ebenfalls mit uns fliegt.

Der Flug ist angenehm, aber da ich am Gang sitze, mache ich ein Schläfchen und bekomme von der Landschaft unter uns kaum etwas mit.

Am Flughafen Trondheim fährt Sabine mit dem ersten Bus schon zum Hotel. Kari und Franz wollen noch auf die Passagiere warten, die von Andenes kommen. Deshalb übernehme ich den zweiten Bus für die Fahrt ins Hotel. Kurz nachdem wir den Flughafen verlassen haben, ruft Franz an, um mir mitzuteilen, dass wir versehentlich zwei Koffer von Reisenden dabei haben, die direkt weiter nach Frankfurt fliegen. Also müssen wir noch einmal umkehren und das betreffende Gepäck ausladen.

Hotelzimmer im Clarion in Trondheim.

Im Hotel wartet schon Sabine und verteilt die Zimmer. Meine Frau und ich wohnen im 7. Stock mit Blick auf das Rockland-Museum und die Stadt. Das Zimmer ist ziemlich groß. Im Internet sehen wir, dass es bei Booking.com für 165 Euro einschließlich Frühstück angeboten wird. Hurtigruten hat für uns das Zimmer sogar mit Halbpension gebucht.

Wir machen uns frisch und dann ist es schon Zeit für das Abendessen. Es gibt heute ein ausgezeichnetes Buffet. Nach dem langen Tag ist jeder hungrig und so holen sich viele nach dem ersten Teller noch einen Nachschlag.

Inzwischen sind auch alle Passagiere eingetroffen, sodass auch Kari und Sabine nun endlich zur Ruhe kommen. Für sie war es wirklich nicht einfach, sich heute um alles zu kümmern. Sie mussten nicht nur unsere Nordlichtgruppe betreuen, sondern auch andere Passagiere der Trollfjord.

Wir verabreden uns noch auf einen Schlummertrunk in der Bar des Hotels, von der man auf die Dachterrasse gehen kann. Hier hat man am Abend einen schönen Blick auf die Lichter von Trondheim. Vielleicht bekommen wir noch ein Nordlicht zum Abschied. Die Aktivität sollte stark genug sein dafür. Aber es hat zu regnen angefangen.

Müde, aber zufrieden, mit dem was wir auf der Reise gesehen und erlebt haben, zieht sich bald jeder in sein Zimmer zurück, um ausgeruht am nächsten Tag die Heimreise anzutreten.

Das Clarion in Trondheim

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