Tag 2 – Ålesund - die Stadt des Jugendstils

Ålesund

 Um 12 Uhr werden wir in Ålesund anlegen. Deshalb gibt es nach dem Frühstück die Begrüßung der Gäste unserer Gruppenreise mit den wichtigsten Informationen über den geplanten Reiseablauf. Kari erklärt auch, dass die Reiseteilnehmer Durchsagen über die F4-Taste an ihrem Kabinentelefon empfangen können. Franz und ich stellen uns vor und erzählen etwas über die Wetteraussichten und Polarlichtvorhersagen. Außerdem bieten wir an, beim Einstellen der Kameras behilflich zu sein, falls jemand damit nicht zurecht kommt. Das Angebot wird in den kommenden Tagen auch rege in Anspruch genommen werden.

Apothekergata in Ålesund

Der Himmel ist bewölkt und es hat in der Nacht etwas geschneit. Deshalb können meine Frau und ich nicht die Treppe hoch auf Aksla in Ålesund nehmen. Statt dessen machen wir einen kleinen Rundgang durch die Stadt mit ihren Jugendstilhäusern, die nach dem Brand im Jahre 1904 errichtet wurden. In der Nähe des Hafens kommen wir am Denkmal für die Gefallenen während der Fahrten nach England im 2. Weltkrieg vorbei. Auf einer Säule steht ein Mann mit im Wind wehender Jacke am Bug eines Schiffes. Auf seiner linken Hand ruht sich ein Möwe aus und lässt sich durch uns nicht stören. In der Apotekergata besuchen wir das Jugendstilsenteret, das Jugendstilzentrum in der alten Apotheke, in dem auch eine kleine Ausstellung über den Brand und den nachfolgenden Wiederaufbau untergebracht ist. Der schnelle Wiederaufbau bis 1907 wurde unter anderem durch eine großzügige Spende des deutschen Kaisers Wilhelm II ermöglicht.

Das Denkmal in Ålesund für die Verluste während der Englandfahrten im 2. Weltkrieg

Um 15 Uhr legen wir wieder ab und die Trollfjord fährt weiter nach Molde, der nächsten Station. Da uns heute das Amfi nicht zur Verfügung steht, nehme ich mir Zeit, den Vortrag von John, einem englischen Physiker, zu besuchen. John ist der Lektor auf einer Polarlichtreise von Hurtigruten-England.

Wir kommen sogar 40 Minuten früher als geplant in Molde an, aber da ich zu dieser Zeit noch bei John bin, schaffe ich es nicht, mir etwas von der Stadt anzusehen. Statt dessen ist es langsam Zeit, zum Abendessen zu gehen. Kari hat inzwischen einen gemeinsamen Tisch für uns Reiseleiter und Lektoren einschließlich meiner Frau organisiert.

Da Franz während der Vorstellungsrunde erzählte, dass er in der Nacht zuvor gegen 1 Uhr ein schwaches Nordlicht gesehen hatte, sind einige Reiseteilnehmer neugierig, wie die Chancen heute stehen. Leider ist der Wetterbericht nicht sehr günstig. Der Wetterbericht von Yr ist wie üblich optimistischer als der von Storm, aber Franz und ich versprechen, immer wieder die Wetterlage zu prüfen und sie zu informieren.

Gegen 20:30 gehe ich auf Deck 9, um auf die Jagd nach den Nordlichtern zu gehen. Tatsächlich schimmert in einer Wolkenlücke über dem Nordhorizont schwach. Schnell ein Foto gemacht und tatsächlich, hinter den Wolken leuchtet es grün. Ich gehe zur Bar und informiere die dort anwesenden Gruppenmitglieder. Danach gehe ich zur Rezeption auf Deck 4 und bitte darum, dass eine Durchsage für unsere Gruppe gemacht wird, dass auf Backbord, der in Fahrtrichtung linken Seite, ein schwaches Polarlicht zu sehen ist. Überraschenderweise darf ich die Durchsage selbst machen. Das wundert mich zwar, weil sie eigentlich bisher immer nur von der Schiffsbesatzung gemacht werden, aber vielleicht hat sich ja etwas geändert.

Inzwischen gibt es relativ heftigen Seegang und die Trollfjord rollt zeitweise ordentlich. Deshalb haben sich viele auf ihre Kabinen zurückgezogen. Wir „Seefesten“ versuchen trotz der starken Schiffsbewegungen ein paar Aufnahmen zu machen. Das Wolkenloch begleitet uns glücklicherweise eine Zeit lang, aber die Aktivität des Nordlichts ist gering. Erst gegen 22 Uhr kommt etwas Bewegung hinein und es leuchtet gelegentlich hell auf und zeigt einige Strahlen. Doch langsam schließt sich die Lücke. Als wir um 22:15 in den Hafen von Kristiansund einlaufen, packen wir die Kameras ein. Der Wetterbericht macht zwar wenig Hoffnung auf Besserung, aber ich harre noch bis Mitternacht in der Bar aus und prüfe immer wieder die Situation. Dann ist aber wirklich Feierabend.

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