Tag 5: Tromsø

Die Brücke zwischen Finnsnes und Silsand

Ich schlafe heute etwas länger. So verpasse ich die Ausfahrt aus Harstad und den Blick auf Trondenes Kirche, der nördlichsten mittelalterlichen Steinkirche in Norwegen. Vermutlich wurde das heutige Gebäude im 15. Jahrhundert fertiggestellt. Aber die ältesten Teile gehen wohl auf das 13. Jahrhundert zurück. Trondenes Kirke, wie sie auf Bokmål heißt, besitzt keinen Turm und ist deshalb vom Schiff nicht besonders auffällig. Aber auf unserer ersten Reise mit Hurtigruten vor vielen Jahren nahmen wird an der Helgeland-Tour teil und sahen die Kirche von innen. So kann ich es verschmerzen.

Für heute steht kein Vortrag auf dem Programm, deshalb verbringe den Morgen damit, endlich die fehlenden Tage für den Blog nachzutragen. Ich komme aber nicht weit, weil Fragen der Gruppenmitglieder zu beantworten sind und ein iPad nicht will, wie es soll. John kommt vorbei und erzählt, dass er letzte Nacht um drei Uhr auf Deck 9 war. Es war klar, aber es gab nicht die Spur eines Polarlichts.

Der Himmel ist jetzt wieder wolkenverhangen. Gelegentlich schneit es etwas. Als das Schiff in Finnsnes für eine halbe Stunde anlegt, überlege ich, ob ich kurz in den Hafen gehen soll. Aber draußen sieht es ziemlich ungemütlich aus und so überarbeite ich lieber meinen Vortrag über das Sonnensystem, der morgen ansteht.

Tromsø nahe dem Hurtigrutenanleger

In Tromsø kommen wir pünktlich an. Ich mache ein paar Bilder vom Oberdeck, aber da kaum Schnee in der Stadt liegt und die Sonne sich hinter grauen Wolken versteckt, bleiben meine Frau und ich diesmal auf dem Schiff. Wir kennen Tromsø von privaten Besuchen relativ gut. Ich versuche wieder zu schreiben, aber diesmal auf der Kabine. Doch ich werde rasch müde und mache ein Nachmittagsschläfchen.

Am Abend, nachdem wir Tromsø wieder verlassen haben, beginnt es leichte zu regnen. Der Wetterbericht macht auch keine Hoffnung auf größere Wolkenlücken. Also wieder kein Nordlicht, aber die Aktivität ist sowieso nur ganz gering.

Gegen 21 Uhr begegnen der südwärts gehenden Vesterålen. Da es draußen ziemlich ungemütlich ist, bleiben wir im Innenbereich und betrachten die Begegnung gemütlich im Warmen.

Während wir in der Bar noch ein Isbjørn-Bier trinken, finde ich beim Stöbern im Internet eine Seite mit aktuellen Satellitenbildern aus Nordnorwegen. Wir liegen genau in einem fast stationären Wolkenband. Westlich von Tromsø ist es aufgelockert, ebenso in der westlichen Barentssee. Sturm ist für die nächsten Tage angesagt. Dann wird es wieder wackeln. Gute Fotos werden kaum zu machen sein. Na, dann schauen wir uns die Polarlichter einfach nur an. Das ist auch sehr schön.

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