Tag 8: Hammerfest und nochmals Tromsø

Beim Frühstück gibt es nur ein Thema: „Was für ein tolles Nordlicht“. Manche der Gruppenteilnehmer gestehen dabei, dass sie langsam nicht mehr daran geglaubt haben, auf der Reise noch gute Polarlichter zu sehen. Fast jeder hat heute ein Smartphone mit einer Wetter-App und kann sich den Wetterbericht holen. Und der war meist nicht gut. Auch für den letzten Abend war die Vorhersage schlecht. Entsprechend pessimistisch wurden die Chancen eingeschätzt. Aber wie schon oft klarte es auf dem Rückweg vor Mehamn auf. Natürlich hofft man jetzt auf mehr. Aber jetzt lässt die Nordlichtaktivität leider wieder nach. Unsere gute Erde wird nun wieder den schnellen Sonnenwind aus einem großen Koronaloch bald verlassen. Mal sehen, was die nächsten Abende noch bringen werden. In Tromsø dürfte es durch die Stadtlichter zu hell sein, weil wir erst am Abend dort ankommen. Aber vielleicht könnte nach der Abfahrt etwas zu sehen sein. Dann soll sich das Wetter auch wieder bessern.

Hammerfest - Die Straße vom Schiff in die Stadt

Heute früh steht aber erst einmal Hammerfest auf dem Programm. Weil die Wege vereist sind, gibt es aber diesmal keine Wanderung. So beschließen meine Frau und ich, dem Shop des Eisbärenklubs wieder einen Besuch abzustatten. Wir suchen etwas Nettes für die Enkelkinder. Beim Stöbern finde ich ein hübsches Modell eines Sextant. Es ist sogar recht preiswert. Also kaufe ich es mir.

Winterliche Berge bei Hammerfest

Zurück auf dem Schiff bemerken wir, dass seine Bugseite völlig mit Eis überzogen ist. Von der Brücke hängen Eisgirlanden herab. Auch der Lautsprecher unter der Brücke ist vollständig vereist. Eigentlich ist das nicht verwunderlich, weil während des Orkans das Wasser manchmal bis auf Deck 9 hoch spritzte.

Am späteren Nachmittag stellt Franz das Hubble Weltraumteleskop vor mit sehr schönen Bildern.

Ich spiele mit dem Gedanken, einen Zusatztermin für unsere Gruppe festzulegen, bei dem ich den Teilnehmern einen Film mit Polarlichtaufnahmen aus der ISS zeigen möchte. Von Kari und Sabine erfahre ich aber, dass ab Tromsø der Konferenzraum von Hurtigruten selbst fast den ganzen Tag benötigt wird. Also muss ich die Idee fallen lassen.

Nordlicht

Bis Tromsø bleibt das Wetter schlecht. Immer wieder schneit es. Beim Abendessen kommt zwar etwas Hoffnung auf, als sich einige Wolkenlücken zeigen. Aber noch ist es viel zu hell. Später, als dunkler ist, zeigen sich dann doch noch ein paar Nordlichter zwischen den Wolken. Leider hält das Wetter nicht. Der Himmel zieht sich wieder zu als Tromsø zu.

Als wir in Tromsø einlaufen, beginnt es wieder leicht zu schneien. Viele Mitreisende fahren jetzt zum Mitternachtskonzert in der Eismeerkathedrale. Mein Wettermodell zeigt mir an, dass danach die Wolken auflockern sollen. Also besteht noch Hoffnung, auch wenn die Polarlichtaktivität heute schwächer ist als gestern. Die Stärke des interplanetaren Magnetfelds pendelt um 0. Das ist nicht berauschend, aber für Tromsø und Umgebung durchaus brauchbar genug, um Nordlichter zu sehen. Doch der Wetterbericht enttäuscht uns. Als wir die Stadt wieder verlassen, schneit es zwar kaum noch. Aber es will sich kein Wolkenloch zeigen. Ich harre noch bis fast 3 Uhr aus, aber das Wetter will nicht besser werden. Na schön. Für morgen ist ja bei den Lofoten deutlich besseres Wetter angesagt. Warten wir es ab.

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