Ein Reisekurzbericht zur Nordlicht+Sterne Reise vom 8.11. - 18.11. 2004

von Mathias Levens (levens@gmx.de)

So manchen skeptischen Blick erntete ich bei der Ankündigung an der Teilnahme eines Hurtigruten-Trips im November. Zum Polarkreis in dieser Jahreszeit? Ist es dort nicht zu dunkel und langweilig? Um das Ergebnis gleich vorweg zu nehmen: Ich hatte nicht einmal Zeit um den mitgenommenen Lesestoff zu studieren....

Im Hafen von Bergen enterte ich zusammen mit dreißig anderen unerschrockenen Mitreisenden unser Schiff, die MS Trollfjord. Erstaunen löste bei mir die komfortable Ausstattung dieses modernen Schiffes aus.

Neun Stockwerke hoch ragt die Trollfjord aus dem Wasser und bietet Kreuzfahrtkomfort mit der bekannten Note der Hurtigruten.

So sind Verkleidungskünste beim Abendessen genauso wenig gefragt wie marktschreierische Animateure. Da zudem die Hurtigrutenschiffe im Winter wesentlich weniger mit Passagieren belegt sind wie in Zeiten der Mittsommernacht waren die Voraussetzungen für eine erholsame Sehreise entlag der norwegischen Küste perfekt.

Aufmerksam hatte ich in den Tagen vor Beginn der Reise die Aktivität der Sonne beobachtet. Durch verschiedene Quellen im Internet wurde klar, dass die Sonne zu Beginn unserer Fahrt aktiv sein würde und Polarlicht zu erwarten war.

Als Vorbereitung wurde an der Bord sogleich der erste Vortrag "Die Sonne und das Polarlicht" präsentiert.

Und tatsächlich konnte ich bereits am zweiten Abend der Reise ein erstes Nordlicht sichten. Dieses Glück sollte uns an fünf Abenden unserer Fahrt nicht verlassen. Aufgrund dieser Tatsache war an jedem Abend der Reise für Spannung gesorgt, unentwegte Mitstreiter überwachten allabendlich den Himmel auf verdächtige Aktivitäten.

Eines wurde uns dabei schnell klar: Ein Nordlicht ist unberechenbar und verschwindet genauso schnell wie es auftritt. So wurde der Bordreiseleiter bei Auftreten von Polarlicht umgehend informiert und auch dazu vergattert, diesen Umstand umgehend über die Bordlautsprecher zu vermelden.

Der große Sonnendeck wurde dann schnell zu einem Beobachtungsdeck mit begeisterten Passagieren, die unter dem dunklen Nachthimmel das Farbenspiel und die Dynamik der Aurora borealis bewunderten. Selbst in einer Stadt wie Tromsö ist starkes Polarlicht gut zu beobachten.

Nach dem Genuss eines leckeren und in Norwegen leider immer teuren Bieres in der Stadt wurde ich zurück an Bord sogleich auf ein beginnendes Polarlicht hingewiesen. Gemeinsam mit Reisegefährten bewunderte ich dann noch in der Stadt und auch kurze Zeit später auf See die beeindruckendste Lichtershow meines Lebens. Auch gute Fotografien können dabei das eigene Erleben dieser Ereignisse nicht ersetzen.

Ein Reiseteilnehmer brachte es auf den Punkt: " Alles andere ist jetzt Zugabe."

Diese Zugaben bestanden aus guten Wetter in den Gefilden des Polarkreises, phantastischen Lichtverhältnissen in den langen "blauen Stunden" des Dämmerlichtes des hohen Nordens und einer verschneiten Küstenlandschaft auf der südgehenden Route. Bei Ausflügen durch das Land sorgten schöne Landschaft und tolle Lichtverhältnisse für Begeisterung.

Für Abwechselung sorgten auch einige offene Seestrecken bei unserer Fahrt. Speziell in der Barentssee kann es schon einmal etwas mehr zu Sache gehen und mancher Teilnehmer stellte lapidar fest: "Es wackelt mal wieder!"

Kleine Unpäßlichkeiten sind heutzutage aber gut mittels einer Tablette in den Griff zu bekommen und der allergrößte Teil der Fahrtstrecke führt durch geschütztes und ruhiges Gewässer.

So bleibt als Fazit dieser Reise: Langeweile? Fehlanzeige!

Lesen Sie auch einen Reisebericht zur März 2004 Nordlicht+Sterne Tour im Stern Nr. 42/2004, Seite 140ff. "Und es ward Polarlicht..."

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