Nordlicht und Sterne – Zweite Herbstreise 2005

Reisebericht von Michael Hunnekuhl (michael_hunnekuhl@web.de)

Am 23.11. startete die zweite "Nordlicht und Sterne" Fahrt im Herbst 2005 hinauf in den hohen Norden. Nach der Ankunft aller Reisenden am Flughafen von Bergen, fuhr die 34 Teilnehmer zählende Reisegruppe plus Reiseleiter und mir als Lektor von Astronomie.de, mit dem schon bereitstehenden Bus zum Hurtigrutenterminal im Bergenser Hafen, wobei eine Stadtrundfahrt auf dem Weg zum eigentlichen Ziele, der MS Finnmarken, für einen entspannten Einstieg in die bevorstehende Reise sorgte.

Begrüßungscocktail und Sicherheitseinweisung füllten den ersten Abend und ließen noch ausreichend Zeit zu ausgedehnten Erkundungstouren auf der MS Finnmarken.

Obwohl auf den Hurtigrutenschiffen auch heute noch Frachtverkehr zwischen den einzelnen Anlegestellen der Route durchgeführt wird, hat das Schiff doch eher den Charme eines Kreuzfahrtschiffes mit allen zugehörigen Finessen, angefangen bei einem vorzüglichen Essen, ausgedehntem Promenadendeck und Fitnessbereich. Abgerundet wurde dieses Erlebnis durch das immer freundliche Personal und nicht zuletzt, als eigentliches Reiseziel, unbeschreibliche Ausblicke auf die Norwegische Küste und dem Himmel über ihr. Mit insgesamt ca. 50-60 Reisenden auf dem für über 600 Personen ausgelegten Schiff war nahezu perfektes Entspannen gewiss.

Am zweiten Reisetag erreichten wir Alesund. Diese schöne Hafenstadt mit angrenzendem Fjord bot den ersten Einblick in das dem Meer zugewandte Norwegen. Ein Aufstieg zum Berg Aksla, nicht weit vom Hurtigrutenanleger, ist sehr zu empfehlen. In den kommenden Tagen bot sich kaum eine Gelegenheit einen tieferen Blick in den Sternenhimmel oder gar auf Polarlicht zu werfen. Der Himmel war stark bewölkt, allerdings mit der Tendenz zur Besserung. Während Bergen uns mit Dauerregen begrüßte wurden die Schauer immer spärlicher und an den Bergen erschien der Schnee in immer geringerer Höhe.

Am späten Abend des vierten Tages war es dann soweit. Einige Reisende wurden schon etwas nervös, als nach der dritten Nacht noch immer kein Polarlicht zu sehen war. Doch an diesem vierten Abend war der Himmel für mehrere Stunden sehr klar und am Nordhimmel tauchte, wenn auch noch schemenhaft, das erste Polarlicht auf.

Die klare Luft präsentierte einen atemberaubenden Blick in die tiefen des Alls und nur der immer kälter werdende Nordwind trieb die Reisenden nach diesem Anblick ins warme Schiff zurück. An diesem Tage wurde früh morgens der Polarkreis überquert. Wie bei einem solchen Ereignis üblich erwarte uns Neptun höchstpersönlich, jedoch verspätet am nächsten Tag, zur Überreichung der Polarkreisurkunde und, natürlich, zur "frostigen" Polarkreistaufe.

Nachdem wir das wunderschöne Tromso am Abend des fünften Tages verließen stieg die Hoffnung auf weiteres Polarlicht. Wir näherten uns so langsam dem siebzigsten Breitengrad und damit der Zone stärkster Polarlichtaktivität. Kaum waren alle Reisenden im Restaurant zum Abendessen versammelt - die Suppe war schon zum Servieren bereit - gab der Kapitän Polarlichtwarnung. Wie um ein sinkendes Schiff zu verlassen stürmte eine Polarlichthungrige Menge, ganz zum Entsetzten des Kochs, ins Freie, vorbei am ungläubig staunenden Schiffspersonal. Aber es lohnte sich. Grünes, bewegtes Polarlicht stand in einem weiten Bogen am Nordwesthimmel und wurde sogleich auf vielen Filmen gebannt. Einzelne Strahlen stießen hell aus dem Polarlichtband hervor, pulsierten, durchliefen es um dann an anderer Stelle wieder zu verschwinden.

Erst auf dem Süd gehenden Teil der Route sollte sich das nächste Polarlicht zeigen. In der Zwischenzeit bot sich die einmalige Gelegenheit das Nordkap im Winter zu besuchen. Der im Sommer mit unzähligen Touristen überlaufende Ort bewahrt im Winter seine Abgeschiedenheit und die Natur kann in aller Ruhe genossen werden.

In der Nacht vom neunten auf den zehnten Reisetag, während der Überfahrt von den Lofoten in Richtung Bodo, zeigte sich das stärkste Polarlicht. Jedoch bedurfte es einer gewissen Wetterfestigkeit, um es in seiner vollen Pracht genießen zu können.

Fast horizontal fallendem Schnee, inklusive dazugehörigem Wind, folgte im Abstand weniger Minuten ungetrübter, klarer Himmel. In diesen Momenten ergaben sich einige Möglichkeiten, in denen intensives sehr dynamisches Polarlicht zu sehen war.

Leider hatten nicht alle Reisenden das Glück während der richtigen Lücken und dem Wind trotzend, das Polarlicht zu genießen. Ausreichend warme Kleidung ist ein Muss, für den richtigen Genuss des Polarlichts. An diesem Abend war, zumindest auf Filmen gebannt, neben dem grünen Polarlicht auch rotes zu sehen. Die Dynamik dieses Polarlicht muss man selbst erleben, um die Schönheit ganz zu genießen. Fotos geben nur einen Teil dieses Naturschauspiels wieder.

Als das Ende der Reise am elften Tag in Trondheim unausweichlich anbrach, lag eine erlebnisreiche und sehr entspannende Fahrt hinter uns.

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