Nordlicht und Sterne – Erste Herbstreise 2005: Wetter und Polarlicht

Wieder einmal sollte es gen Norden zum Beobachten des Polarlichtes gehen. Als Lektor begleitete ich die Reisegruppe "Nordlicht und Sterne" auf der ersten Herbstreise diesen Jahres. Die besten Bedingungen zum Erleben dieses Phänomens findet man oberhalb des siebzigsten nördlichen Breitengrades, also im Umfeld der norwegischen Stadt Tromsø. Eine besonders komfortable und erlebnisreiche Variante der Reise ist die Fahrt mit einem Schiff der Hurtigruten, den täglich vor der norwegischen Küste verkehrenden Liniendampfern.

Mit den bekannten Arbeits- und Frachtschiffen hatte unser Schiff, die MS Trollfjord, allerdings nur noch wenig gemein. Komfort und Ambiente eines Luxusliners verteilen sich auf 135 Meter Länge und neun Decks. Trotzdem wird an Bord zweckmäßige und legere Kleidung bevorzugt und selbst zum allabendlichen 3 Gänge Menü können Abendkleid und Anzug im heimischen Kleiderschrank verbleiben. Das gesparte Gewicht im Koffer sollte man für Fernglas und Kameraausrüstung nutzen, denn die elftägige Fahrt entlang der Küste bietet unzählige und zum Teil atemberaubende Ausblicke auf die Landschaft.

Offene Seestrecken ohne Blick zum Festland sind selten und so halten sich auch "wackelige" Abschnitte in Grenzen. Im Notfall stellt die Rezeption auch ein Medikament gegen die Seekrankheit zur Verfügung. Dieses wird in aller Regel aber selten benötigt. Dies ist auch gut so, denn das reichhaltige und sehr schmackhafte Essen an Bord will genossen sein. Ein Reiseteilnehmer vermerkte trocken: "Elf Tage - elf Kilo!" Auch aus diesem Grund ist die bequeme Kleidung an Bord mehr als angebracht...

Als Lektor startete ich mit einem flauen Gefühl in diese Reise. Recherchen im Internet hatten ergeben, das sich die das Polarlicht verursachende Sonne in einem Aktivitätsminimum befand und mit starkem Sonnenwind nicht unbedingt zu rechnen war. Dieser ist aber unbedingt notwendig um die Moleküle unserer Atmosphäre zum Leuchten anzuregen. Würde unter dieser Voraussetzung meine Reisegruppe überhaupt Polarlicht zu Gesicht bekommen?

Nach der Einschiffung in Bergen verwöhnte uns der nächtliche Himmel mit einer sehr klaren Nacht und einer Durchsicht die auch die anwesenden Hobbyastronomen beeindruckte.

Klare Seeluft und wenig Lichtverschmutzung sorgten für sehr gute Beobachtungsbedingungen, wie erwartet zeigte sich aber das Polarlicht in diesen Breiten noch nicht. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass uns erst auf der südgehenden Route das Wetterglück wieder hold sein sollte. Zwar zeigte sich das Wetter recht passabel, allerdings war ein nächtlicher Blick auf den Himmel immer nur durch kleine Wolkenlücken möglich. Dies hinderte engagierte Reiseteilnehmer nicht daran abends lange auf dem Aussichtsdeck auszuharren und bereits vor Erreichen der Lofoten ein grünliches Leuchten durch die Wolkenschichten zu bemerken. Durch eine Probeaufnahme mit der Digitalkamera war schnell geklärt das es sich bei dem hierbei tatsächlich um Polarlicht handelte.

Auch im Hafen von Tromsø war Polarlicht zu beobachten, diesmal mit den typischen Lichtvorhängen und in der für diese Region üblichen Dynamik. Leider erschwerten durchziehende Regenschauer die Beobachtungen doch erheblich und erst auf der südgehenden Route, zwei Tage nach dem Wendepunkt in Kirkenes, klarte das Wetter abends auf. Sogleich wurde die bis dahin geduldig auf das Spektakel wartende Reisegruppe mit dem Blick auf die hier üblichen Lichtvorhänge belohnt.

Allerdings wurde dieses Ereignis am nächsten Abend noch einmal übertroffen, als beim Einlaufen in die Fjorde um Tromsø herum es auf einmal aufklarte und Polarlicht in seiner hellsten und dynamischsten Form zu bewundern war. Foto- und Filmaufnahmen können die zum Teil rasenden Bewegungen und Helligkeitsänderungen dabei nur bedingt wiedergeben und ersetzen in keinem Fall das eigene Erleben. An diesem Abend fiel auch der Vorhang für die Betrachtung des Polarlichtes, denn bis zum Erreichen des Zielhafens in Trondheim verhinderte unsichtiges Wetter einen weiteren Blick zu den Sternen.

Allerdings begeisterte der vorletzte Reisetag tagsüber mit gutem Wetter vom Morgen- bis zum Abendrot und fantastischen Fotolicht aufgrund der tiefstehenden Sonne.

Auch meine dritte Reise als Lektor wurde also mit der Beobachtung von Polarlicht gekrönt und die meine Bedenken stellten sich als unnötig heraus. Als Fazit kann ich vermerken, das sich auch und gerade in dieser Jahreszeit eine Reise in die hohen nördlichen Breiten lohnt und für Spannung aufgrund der Polarlicht- und Wetteraktivität stets gesorgt ist. Außerdem kenne ich weltweit keine schönere Küstenlandschaft als die in Norwegen.

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