Astro-Comic 4 / 2017 - Eine welt ist nicht genug

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Die Erkenntnisse über das Sonnensystems TRAPPIST-1 waren eine große Sensation und sorgten nicht nur bei der Erde im aktuellen Astro-Comic für Party-Stimmung - aber weshalb löst dieses 40 Lichtjahre entfernte System eigentlich eine solche Begeisterung aus?

Vorab gesagt: Sonnensysteme gibt es wie Sand am Meer. Allein unsere Heimatgalaxie Milchstraße beherbergt wohl mindestens 200 Milliarden davon. Trotz dieser schier unglaublichen Zahl ist es gar nicht so einfach, eines dieser fremdartigen kosmischen Gebilde vor die Teleskop-Linse zu bekommen. Die allermeisten Sonnensysteme sind so weit von der Erde entfernt, dass eine Beobachtung schlicht nicht möglich ist. Selbst unsere benachbarten Sonnensysteme, also in einer Entfernung von bis zu 100 Lichtjahren um unser Heimat-Sonnensystem herum, sind mehr schlecht als recht einsehbar für unsere neugierig gen Himmel gerichteten Teleskope.

Aufgrund der hohen Anzahl an Sternen und um sie kreisenden Planeten scheint es relativ wahrscheinlich, dass es irgendwo in diesem gigantischen Konstrukt namens Universum noch Leben geben könnte - Indizien oder Beweise dafür sind aber aufgrund den eben erwähnten hohen Distanzen und der damit einhergehenden schlechten Sichtbarkeit anderer Sonnensysteme derzeit noch Mangelware.
In dieser Hinsicht sind die aktuellen Erkenntnisse über die den Stern TRAPPIST-1 orbitierenden Planeten ein Meilenstein. Es wurden dort gleich 7 sogenannte Exoplaneten entdeckt - auf fast jedem davon wären außerirdische Lebensformen zumindest denkbar.

TRAPPIST-1 ist ein roter Zwergstern, also ein massearmer und leuchtschwacher Stern. Dementsprechend könnten die Temperaturen auch auf den Planeten, die ihn in einem sehr engen Radius umkreisen, noch relativ angenehm sein. Auf den beiden inneren Planeten Trappist-1 b und Trappist-1 c könnte es also durchaus lebensfreundliche Regionen geben - auf ihren Entsprechungen in unserem Sonnensystem - Merkur und Venus - ist dies undenkbar.
Die drei Planeten Trappist-1 d, Trappist-1 e und Trappist-1 f liegen hingegen wohl komplett in der habitablen Zone und lassen berechtigte Hoffnung auf erdähnliche Bedingungen aufkommen.
Trappist-1 g und Trappist-1 h bilden die Außenposten des Systems und entsprechen damit unseren Planeten Uranus und Neptun - nur dass sie wohl wesentlich wärmer sind. Obwohl sie die sonnenfernsten Planeten sind, umkreisen sie TRAPPIST-1 in einem wesentlich engeren Abstand als dies Uranus und Neptun um unsere Sonne tun. Auch hier kann das Vorhandensein von Leben nicht ausgeschlossen werden.

Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass es nur auf einem der sieben Planeten Leben gibt, wäre dies schon eine Sensation. Dieser Erkenntnisgewinn hätte auch weitreichende Folgen für die weitere Suche nach außerirdischem Leben: Wenn es ein Sonnensystem gibt, in dem gleich mehrere Planeten lebensfreundlich sind - bedeutet das dann nicht, dass grundsätzlich in den Milliarden und Billiarden anderen Sonnensystemen Leben eher die Regel als die Ausnahme ist? Kann dann die Behauptung noch aufrecht erhalten werden, dass die Erde und ihre Bewohner etwas Besonderes seien?

Diese Fragen werden wohl trotz TRAPPIST-1 weiter heiß diskutiert werden. Einigen kann man sich deswegen nur auf eines: FREIBIER FÜR ALLE!

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