Dark skies: 8 Orte, um in Deutschland Sterne mit dem bloßen Auge zu beobachten

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Sternenhimmel in Deutschland aufgenommen
Bildautor: Sebastian Volmer
Sternenhimmel in Deutschland aufgenommen
Bildautor: Sebastian Volmer

Sterne beobachten mit dem bloßen Auge - ist das in Deutschland noch möglich? Und welche Standorte sind die besten?

Studien zeigen, dass auf Grund der Lichtverschmutzung nur etwas über die Hälfte der Deutschen noch die Milchstraße von ihrem Wohnort sehen können. Aus diesem Grund hat Lenstore sich in Zusammenarbeit mit Astronom Harald Bardenhagen und Dr. Christopher Kyba, Wissenschaftler in Fernerkundung und Geoinformatik, mit dem Thema Lichtverschmutzung und dessen Folgen auseinandergesetzt sowie Tipps und Hinweise zur erfolgreichen Sternenbeobachtung inklusive Packliste zusammengestellt.

Es ist nicht leicht, einen geeigneten Platz für die Sternbeobachtung zu finden. Darum haben wir eine „Schritt-für-Schritt-Anleitung“ erstellt, die von der Auswahl des richtigen Standortes bis zur Packliste alles enthält, was der Amateurastronom benötigt. Über die folgenden Dinge sollten Sie sich vorher Gedanken machen:

Der erste Schritt zu einer erfolgreichen Sternbeobachtung ist die Wahl eines geeigneten Beobachtungsortes. Dazu eignet sich jeder in der Natur gelegene, isolierte Ort, der sich so weit wie möglich von den Lichtern der Stadt entfernt befindet.

  • Befinden sich eventuelle Lichtquellen, die vielleicht bei Tageslicht nicht offensichtlich sind, in der näheren Umgebung?
  • Gehört das Gebiet möglicherweise einem Landwirt, der nachts ungern fremden Menschen auf seinem Land begegnen möchte?
  • Leben geschützte Tierarten auf dem Gelände? Um dies herauszufinden, kann es hilfreich sein, bei der jeweilig verantwortlichen Naturschutzbehörde nachzufragen. 
  • Handelt es sich um ein Jagdgebiet? Besteht die Möglichkeit einer unvorhergesehenen Begegnung mit einem Jäger oder Nachtwächter?

Der Sternenpark Winkelmoos-Alm befindet sich in den Chiemgauer Alpen, Bayern, und wurde 2018 von der International Dark-Sky Association (IDA) zum „International Dark-Sky Park“ ernannt.

Die besten Empfehlungen zur Standortauswahl und mehr Informationen darüber finden Sie auf den Webseiten der verschiedenen Sternenparks in Deutschland.
Sobald Sie einen passenden Ort gefunden haben, empfehlen wir Ihnen, diesen erst einmal bei Tageslicht auszukundschaften. Das kann bei der späteren nächtlichen Orientierung sehr hilfreich sein. Für Ihre eigene Sicherheit sollten Sie jemandem über den Ort und Zeitpunkt Ihrer Sternenbeobachtung Bescheid geben. Plätze zur Sternenbeobachtung sind oft abgelegen und im Fall, dass etwas Unvorhergesehenes passieren sollte, ist es nur zu Ihrem Vorteil, beispielsweise im Fall eines Sturzes oder einer Verletzung, wenn jemand über Ihre genaue Position informiert ist.

Folgende Informationen sollten Sie ebenfalls vorher recherchieren:

  • Wann genau geht die Sonne am ausgewählten Tag unter?
  • Nach welchen Sternbildern sollten Sie an jenem Tag Ausschau halten? Dafür können Sie sich eine drehbare Sternenkarte besorgen, in der Sie das entsprechende Datum und die Uhrzeit angeben können.
  • Werden zu diesem Zeitpunkt irgendwelche besonderen meteorologischen Ereignisse stattfinden?
  • Benötigen Sie ein Auto, um zu Ihrem ausgewählten Beobachtungsort zu gelangen?

Packliste:

  • Rotlicht-Taschenlampe: durch diese können sich die Augen besser und schneller an die Dunkelheit gewöhnen
  • Taschenlampe mit weißem Licht für Notfälle 
  • Bei kälteren Jahreszeiten eine Mütze und warme Kleidung
  • Festes Schuhwerk
  • Regenjacke
  • Proviant: warmes Essen und ein warmes Getränk
  • Feldstecher: Dieser erlaubt Ihnen bis zu 200 mal mehr Sterne zu beobachten, als mit dem bloßen Auge und Sie können damit sogar die Krater auf dem Mond erkennen
  • Eine Decke und eventuell ein Kissen, damit man im Liegen bequem die Sterne beobachten kann
  • Brille oder Kontaktlinsen falls Sie diese benötigen
  • Drucken Sie sich alle Informationen am besten aus, für den Fall, dass Sie am Beobachtungsplatz keinen Empfang haben sollten.

 

Lichtverschmutzung: Ursachen und Folgen

Welche sind die Ursachen?

Die hauptsächliche Ursache von Lichtverschmutzung ist die übermäßige Beleuchtung, sei es durch Straßenbeleuchtung, Werbeplakate oder der Beleuchtung von Gebäuden. So entstehen Lichtglocken, deren Ausbreitung auf Grund des Streueffektes des Lichtes bis zu 100 Kilometer weit reichen können, über den Städten.

Eine klare Gesetzgebung zur Verringerung der Lichtverschmutzung, welche alle oben genannten Beleuchtungsarten reguliert, gibt es in Deutschland nicht. Vor allem durch die Behauptung der LED-Technik in den vergangenen Jahren ist das Problem größer geworden. LED-Lampen gelten zwar als energieeffizient, leuchten aber viel heller als eine herkömmliche Glühbirne und das für weniger Geld. Deswegen wird oft ein viel helleres Licht installiert, als eigentlich notwendig wäre.

Gesundheitliche Folgen

Obwohl künstliches Licht viele Vorteile mit sich bringt, hat es auch einen deutlichen Nachteil: Immer seltener befinden wir uns in vollständiger Dunkelheit. Und das bringt das Gleichgewicht zwischen Helligkeit und Dunkelheit, das seit 3 Milliarden Jahren das Leben auf unserem Planeten bestimmt, durcheinander.

Wenn man die Zeitspanne, während der wir natürlichem und künstlichem Licht ausgesetzt sind, zusammenrechnet, wird deutlich, dass der Anteil, in dem wir uns in völliger Dunkelheit befinden, immer geringer wird. Dies kann unter anderem dazu führen, dass unsere innere Uhr, die unseren Wach- und Schlafrhythmus regelt, gestört wird.

Der hohe Blaulichtanteil von Kunstlicht (Smartphones, Laptops, usw.) kann die Ausschüttung von dem Hormon Melatonin, das für die Steuerung des Wach- und Schlafrhythmusses zuständig ist, hemmen und störend auf den Schlaf wirken. Dies wirkt sich wiederum negativ auf die Reparaturmechanismen aus, die der Körper nachts durchführt und kann langfristig ernsthafte gesundheitliche Folgen haben.

Ökologische Folgen

Lichtverschmutzung hat auch direkte Auswirkungen auf die Biodiversität, denn künstliche Beleuchtung in der Nacht wirkt vor allem für viele Tierarten störend.

Ein Beispiel sind Insekten: Sie machen die Hälfte aller Tierarten aus und nehmen innerhalb unseres Ökosystems viele wichtige Aufgaben wahr. Nichtsdestotrotz bewirkt das künstliche Licht, dass unzählige Insektenarten massenhaft aussterben, weil sie beispielsweise die ganze Nacht um eine Straßenlaterne schwirren und dann vor Erschöpfung sterben.

Doch auch andere Tierarten, wie Wirbel- und Säugetiere sowie Mikroorganismen sind von den Auswirkungen der Lichtverschmutzung betroffen. Fledermäuse, die häufig ihre Nester in alten Kirchtürmen bauen, realisieren bei einer 24-Stunden-Beleuchtung nicht mehr, dass es irgendwann Nacht ist, um auf die Jagd ihrer Beute zu gehen. Als Konsequenz verenden sie in ihren Unterschlüpfen.

Was können wir tun, um die Lichtverschmutzung zu minimieren?

Eine Verringerung der Lichtverschmutzung wäre einfach zu verwirklichen, wenn jeder bewusster und verantwortungsvoller mit der Nutzung von Licht umgehen würde. Wir haben einige einfache Schritte aufgelistet, die auch Sie in Ihrem Alltag umsetzen können, um weniger Licht zu erzeugen:

  • Außenlicht nur nach unten strahlen lassen: Durch ein geeignetes Gehäuse kann man das Licht an die zu beleuchtende Stelle scheinen lassen. Die Beleuchtung zur Seite oder nach oben, beispielsweise das Beleuchten von Außenwänden oder Bäumen, sollte vermieden werden.

  • Leuchtmittel mit gelblichem bis warmweißem Licht vorziehen: Das Lichtspektrum dieser Leuchtmittel (2200 bis 2700 Kelvin – maximal 3000 Kelvin) weist viele Vorteile auf: Es verfügt über einen weniger störenden Streueffekt, hemmt die Melatonin-Produktion am geringsten und ist außerdem schonend für Insekten.

  • Blaulichtfilter einschalten: Vor allem bei der Nutzung von Laptops und Smartphones zu später Stunde ist es wichtig, den Blaulichtanteil zu minimieren.
     

  • Auf unnötige Beleuchtungen aufmerksam machen: Sprechen Sie Ihre Nachbarn oder die Gemeinde an, falls Ihnen in Ihrer Umgebung überflüssige Beleuchtung auffällt.

 

Quelle für die Informationen und das Bildmaterial ist: https://www.lenstore.de/vc/mit-blossem-auge/
Unter diesem Link findet ihr auch das vollständige Projekt

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