Astro-Comic 7 / 2017 - Planetenfitniss

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Für jeden Leistungssportler sind Muskelaufbaupräparate verführerisch – sie versprechen schnelle Trainingserfolge ohne großen Aufwand. Doch leider tritt nicht immer die erhoffte Wirkung ein und manchmal können sogar gesundheitliche Schäden die Folge sein.

Auch Jupiter hatte mit seiner Wasserstoff-Kur nicht den gewünschten Trainings-Erfolg. Zwar kann man behaupten, dass seine Masse-Phase recht erfolgreich verlief – immerhin wiegt der Gasriese doppelt so viel wie alle anderen Planeten zusammen – doch ist er relativ deutlich an seinem großen Ziel vorbei geschrammt: Ein Stern zu werden.

Doch was ist überhaupt ein Stern und inwiefern könnte ein Wasserstoff-Fitness-Programm einen Gasplaneten zu einem solchen machen?

Die meisten Sterne sind riesige Wasserstoff-Gebilde, in deren Inneren sich die stellare Kernfusion abspielt – grob zusammengefasst kann man sagen, dass die Atomkerne des Wasserstoffs unter Energiefreisetzung zu Helium werden. Diese sogenannte Proton-Proton-Reaktion ist aber nur etwas für echte Schwergewichte, denn sie setzt nur ein, wenn ein Objekt ein massives Gewicht und einen ebenso massiven Strahlungsdruck besitzt. Man geht davon aus, dass es Temperaturen von 3 Millionen Kelvin benötigt, um das stellare Feuer zu entfachen.

Für schwächliche Gasplaneten ist dies vielleicht ein Trost: Tatsächlich könnte man durch die Erhöhung der Wasserstoffmenge irgendwann an einen Punkt gelangen, an dem die Masse und der Strahlungsdruck des Planeten hoch genug wäre, um die Proton-Proton-Reaktion auszulösen. Jupiters Trainingsprogramm erscheint also zumindest in der Theorie nicht ganz aussichtslos. Dennoch müsste er wohl noch ein paar Millionen von seinen Wasserstoffpillen schlucken und dem Fitnessstudio jeden Tag einen besuch abstatten, um sein Ziel zu erreichen. Man geht davon aus, dass selbst Objekte, die 13 Mal schwerer als Jupiter sind, nur zu einem sogenannten Braunen Zwerg werden. Diese kosmischen „Fehlzünder“ sind nicht massereich genug, um eine richtige Wasserstofffusion auszulösen und dümpeln so vor sich hin, während sich in ihnen eine halbgare Lithiumfusion abspielt.
Jupiter müsste so dermaßen viele Gewichte stemmen, dass er irgendwann 76-fache seiner jetzigen Masse auf die Waage bringt – dann würde er genug wiegen, um eine Wasserstofffusion in seinem Inneren zu entfachen und als richtiger Stern bezeichnet zu werden.

Jeder Profi-Bodybuilder wird Jupiter indes Folgendes sagen können: Das eigene Körpergewicht um das 76-fache zu steigern, wäre zwar lukrativ für die Muskelaufbaupräparate-Industrie, aber abgesehen davon ein unmögliches Unterfangen. Jupiter wird also nie ein Stern werden – er muss sich mit dem Titel „Größter Planet des Sonnensystems“ begnügen.

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