Hubble-Beobachtungen liefern neue Erkenntnisse über den Ozean auf dem Jupitermond

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Auf der Oberfläche des Jupitermonds Europa gibt es Kochsalz. Das zeigen Beobachtungen US-amerikanischer Astronomen mit dem Weltraumteleskop Hubble. Da sich die Natriumchlorid-Ablagerungen in jungen, chaotischen Terrains finden, stammt das Kochsalz nach Ansicht der Forscher aus dem unter der Eiskruste des Mondes verborgenen Ozean. Das deute darauf hin, dass es am Grund des Europa-Ozeans ähnlich wie auf der Erde hydrothermale Zirkulationen gebe. Diese könnten als Energiequelle für Mikroorganismen dienen.

Europa ist mit einem Durchmesser von 3121 Kilometern der kleinste der vier großen galiläischen Jupitermonde. Seine Oberfläche ist von einer 80 bis 170 Kilometer dicken Kruste aus Wassereis bedeckt, darunter befindet sich vermutlich ein etwa 100 Kilometer tiefer Ozean. Das Wasser bleibt trotz der großen Entfernung des Jupiter-Systems von der Sonne flüssig, weil der Mond von den Gezeitenkräften des großen Planeten förmlich durchgewalkt und ihm damit Energie zugeführt wird.

„Ob der Ozean unter der Oberfläche von Europa lebensfreundlich ist oder nicht, hängt von seiner chemischen Zusammensetzung und der verfügbaren Energie ab“, schreiben Samantha Trumbo vom California Institute of Technology und ihre Kollegen im Fachblatt „Science Advances“. „Und die chemische Zusammensetzung des Ozeans spiegelt sich in geologisch jungen Regionen wieder.“ Denn In diesen chaotischen Terrains zeigen sich Spuren großer Eisplatten, die auseinandergebrochen sind und sich gegeneinander verdreht haben. Zwischen den Eisplatten ist vermutlich Material aus dem Ozean an die Oberfläche gequollen.

Messungen der Raumsonde Galileo hatten gezeigt, dass es Schwefelsalze auf der Oberfläche von Europa gibt. Doch diese könnten durch chemische Prozesse aus Schwefel entstanden sein, der nicht aus dem Ozean, sondern vom vulkanisch aktiven Jupitermond Io stammt. Trumbo und ihre Kollegen haben nun Spektren von Europa analysiert, die bereits 2017 vom Hubble Space Telescope aufgenommen worden waren. Dabei stießen sie auf ein breites Absorptionsband bei einer Wellenlänge von 450 Nanometern – und eine solche Abschwächung der Strahlung ist typisch für Natriumchlorid.

Da die Absorption im Bereich der chaotischen Terrains auf Europa auftritt, vermuten Trumbo und ihre Kollegen, dass das Kochsalz nicht wie die Schwefelsalze aus dem Weltraum stammt, sondern aus dem Ozean. „Das hat erhebliche Konsequenzen für unser Verständnis von der internen Chemie und der geochemischen Evolution des Ozeans“, so die Forscher. Als mögliche Ursache für die Entstehung eines mit Natriumchlorid angereicherten Ozeans sehen die Wissenschaftler hydrothermale Zirkulationen. Dabei dringt Wasser tief in Spalten und Risse am Ozeanboden ein und erhitzt sich dort. Dabei löst das Wasser chemische Verbindungen aus dem Gestein, die es dann in den Ozean transportiert. Solche Prozesse könnten auch eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Leben und zum Erhalt von unterseeischen Ökosystemen spielen.

Quelle: www.doi.org/10.1126/sciadv.aaw7123

Bildquelle: Nasa

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