Interstellarer Komet: Fremd und doch vertraut

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Bildquelle: P. Guzik et al./Gemini Observatory, NSF, AURA

Astronomen haben zum zweiten Mal einen Himmelskörper aufgespürt, der aus dem interstellaren Raum in unser Sonnensystem eingedrungen ist. Während der erste interstellare Besucher „Oumuamua“ vor zwei Jahren insbesondere auf Grund seiner langgestreckten Form für Erstaunen sorgte, überrascht der neue Gast aus dem fernen Weltraum dadurch, dass er sich nicht von den Kometen unseres Sonnensystems unterscheidet, wie ein internationales Forscherteam im Fachblatt „Nature Astronomy“ berichtet.

 

„Die Existenz interstellarer Kometen, die in unser Sonnensystem eindringen, wurde seit Jahrzehnten vorhergesagt“, erläutern Piotr Guzik von der Universität Krakau in Polen und seine Kollegen. Die Entdeckung von „Oumuamua“ vor zwei Jahren war daher für sich genommen keine große Überraschung. Überraschend war für die Himmelsforscher jedoch, dass sich das Objekt nicht wie ein Komet verhielt – also in der Nähe der Sonne keinen Schweif ausbildete – und eine extrem langgestreckte Form besaß. Damit glich „Oumuamua“ keinem bekannten Körper in unserem Sonnensystem.

Ganz anders jetzt der von dem Amateurastronomen Gennady Borisov auf der Krim am 8. September aufgespürte Himmelskörper. Guzik und sein Team war von einem automatischen Überwachungsprogramm über die Entdeckung des Objekts mit seiner offenen hyperbolischen Bahn, die ein Beleg dafür ist, dass er nicht aus unserem Sonnensystem stammt, alarmiert worden. Schon zwei Tage später beobachteten die Astronomen den Himmelskörper mit zwei Großgeräten, dem William Herschel Telescope auf La Palma und dem Gemini North Telescope auf Hawaii.

Diese ersten jetzt veröffentlichten Beobachtungen zeigen, dass das Objekt eine Koma und einen Schweif aus Gas und Staub besitz. Es handelt sich also tatsächlich um einen Kometen. Der Komet unterscheide sich weder in Aussehen noch in seiner Farbe von „einheimischen“ Kometen, so die Forscher. Und auch die Größe des Kometenkerns liege mit etwa einem Kilometer völlig im Bereich des Üblichen. Zum Glück für die Astronomen hat Borisov seinen interstellaren Kometen entdeckt, während dieser sich noch auf die Sonne zu bewegt – im Gegensatz zu Oumuamua, den die Himmelsforscher erst bemerkten, als er sich bereits wieder von der Sonne entfernte. So bleiben den Astronomen viele Monate, um den Gast aus der Ferne zu beobachten und vielleicht doch noch Unterschiede zu Kometen unseres Sonnensystems zu finden. Die genaue chemische Zusammensetzung von Komet Borisov könnte, so die Wissenschaftler, sogar Hinweise auf seine ursprüngliche Heimat liefern.

Quelle: doi.org/10.1038/s41550-019-0931-8

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