Mars: Spuren austrocknender Teiche

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Bildquelle: Nasa

Im Krater Gale auf dem Mars sind vor 3,3 bis 3,7 Milliarden Jahre extrem salzhaltige Teiche ausgetrocknet – vermutlich Überreste eines größeren Sees, der einst den Krater ausfüllte. Das zeigen Messungen des US-amerikanischen Robotfahrzeugs Curiosity, über die jetzt ein internationales Forscherteam im Fachblatt „Nature Geoscience“ berichtet. Durch diese und weitere Messungen hoffen die Wissenschaftler zu verstehen, wie und wohin das Wasser auf dem roten Planeten verschwand.

„Salze sind eine Art geochemischer Fingerabdruck der Vergangenheit der von Seen auf der Erde hinterlassenen Becken“, erläutern Willliam Rapin vom California Institute of Technology und seine Kollegen. Deshalb sind die Forscher auch auf dem Mars sehr an den Spuren von Salzablagerungen interessiert. Solche Ablagerungen sind zwar seit langem durch Messungen aus der Marsumlaufbahn bekannt. Doch eine zeitliche Einordnung der damit verbundenen Prozesse ist nur durch Untersuchungen vor Ort möglich.

Und solche Untersuchungen nimmt der im August 2012 auf dem Mars gelandete Rover Curiosity derzeit an der Murray-Formation vor, bei der es sich um mehrere hundert Meter hohe, offen liegende Sedimentablagerungen im Gale-Krater handelt. Dabei setzt der Rover seine ChemCam ein, ein Spezialinstrument, das Laserstrahlen auf das zu untersuchende Gestein schießt und das dadurch verdampfte Material spektroskopisch untersucht. Die jetzt veröffentlichten Messungen zeigen Ablagerungen von Kalzium- und Magnesiumsulfat über eine Höhe von 150 Metern der Ablagerungen, was nach Abschätzungen der Forscher etwa einem Zeitraum von einer Million Jahren entspricht.

„Diese Ablagerungen sind in guter Übereinstimmung mit der Ausfällung von Salzen aus durch Verdampfung von Wasser entstandener Sole“, so die Forscher. Die ungleichmäßige Verteilung zeige zudem, dass zu dieser Epoche der Gale-Krater nicht mehr gleichmäßig mit Wasser angefüllt gewesen war, sondern es dort viele voneinander getrennte Salzwasser-Teiche gegeben haben muss. Curiosity arbeitet sich unterdessen zu immer jüngeren Schichten der Sedimente hoch. Damit hoffen Rapin und seine Kollegen schon bald zu klären, ob es sich bei der Verdampfung der Teiche um periodisch wiederkehrende Ereignisse gehandelt hat oder ob dieser Prozess bereits das endgültige Ende von flüssigem Wasser auf der Oberfläche des roten Planeten bedeutet hat.

Quelle: doi.org/10.1038/s41561-019-0458-8

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