Neues Radioteleskop entdeckt viele rätselhafte Radio-Ausbrüche

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Das neue Radioteleskop CHIME in Kanada hat bereits in einem Probelauf im Sommer 2018 gleich 13 rätselhafte kurzzeitige Ausbrüche von Radiostrahlung aus den Tiefen des Weltalls nachgewiesen. Eine dieser Radioquellen blitzte im Beobachtungszeitraum sogar sieben Mal auf – es ist erst das zweite dieser „Fast Radio Burst“, das solche Wiederholungen zeigt. Insbesondere solche „Repeater“ erlauben den Astronomen Rückschlüsse auf die Ursache der mysteriösen Strahlungsausbrüche. Im Vollbetrieb soll CHIME künftig täglich mehrere Dutzend solcher Ausbrüche aufspüren, so die an dem Instrument beteiligten Wissenschaftler im Fachblatt „Nature“.

„Bislang kannten wir nur einen einzigen, sich wiederholenden Fast Radio Burst“, erläutert Ingrid Stairs vom CHIME-Team. „Unsere Entdeckung deutet darauf hin, dass es viel mehr davon gibt. Mit einer großen Zahl von Radio-Ausbrüchen und vielen Repeatern könnten wir in der Lage sein, dieses kosmische Rätsel zu lösen.“ Denn bislang wissen die Astronomen nicht, was die Radio-Ausbrüche verursacht – nur, dass es sich um Ereignisse in fernen Galaxien handelt, Milliarden von Lichtjahren entfernt.

Die bei einem solchen Ausbruch in wenigen Millisekunden freigesetzte Energie ist gewaltig – sie entspricht der Strahlung von mehreren hundert Millionen von Sternen. Handelt es sich vielleicht um extreme Sternexplosionen? Oder um den Zusammenstoß von Neutronensternen? Das Problem bei diesen und ähnlichen Erklärungsansätzen: Bei dem Ausbruch würde die Quelle zerstört – eine Wiederholung wäre also unmöglich. In diesem Fall müsste es sich bei den Repeatern also um eine andere Art von Quelle handeln – obwohl die Ausbrüche sich nicht von denen unterscheiden, die sich nicht wiederholen.

CHIME könnte schon bald entscheidende Informationen liefern, um das Rätsel zu lösen. Das ungewöhnlich geformte Instrument – es ähnelt einer Reihe von Halfpipes – soll hauptsächlich einen Blick in die Jugendzeit des Kosmos vor sieben bis elf Milliarden Jahren liefern. Dazu misst es die Intensität der Strahlung von neutralem Wasserstoff in fernen Galaxien und liefert so eine Karte der großräumigen kosmischen Strukturen. CHIME ist die Abkürzung für „Canadian Hydrogen Intensity Mapping Experiment“ – auf Deutsch in etwa „Kanadisches Experiment zur Kartierung der Wasserstoff-Intensität“. Doch seine spezielle Strahlungsempfindlichkeit macht es zugleich für den Nachweis der Fast Radio Bursts besonders geeignet. Bislang haben die Forscher insgesamt etwa 60 dieser kurzzeitigen Radio-Ausbrüche aufgespürt. Mit CHIME könnte diese Zahl schon bald rasant ansteigen.

Quelle:
dx.doi.org 10.1038/s41586-018-0867-7
dx.doi.org/10.1038/s41586-018-0864-x

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