Sind die Saturnringe wirklich jung?

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Bildquelle: Nasa

Die Saturnringe sind mit zehn bis hundert Millionen Jahren viel jünger ist als der Planet selbst – diese These sorgte Anfang des Jahres weltweit für Aufsehen. Jetzt widersprechen Forscher aus Frankreich und den USA dieser Interpretation der von der Raumsonde Cassini über das Ringsystem gelieferten Daten: Die Schlussfolgerung auf ein junges Alter der Saturnringe sei voreilig und lasse eine Reihe von Problemen ungelöst. Wie das Team im Fachblatt „Nature Astronomy“ darlegt, seien alle Messungen auch mit einem Alter von viereinhalb Milliarden Jahren verträglich, also einer Entstehung gemeinsam mit Saturn.

„Das Alter der Ringe wurde – daran möchten wir erinnern – keineswegs gemessen“, stellen Arélien Crida von der Sternwarte Côte d’Azur und seine Kollegen klar. Vielmehr handele es sich um eine anhand theoretischer Überlegungen aus den Cassini-Daten gezogene Schlussfolgerung. Dabei spiele, wir die Forscher ausführen, insbesondere die Verschmutzung der Ringe durch kosmischen Staub und Mikrometeoriten eine entscheidende Rolle: Diesen Prozess sollte die Ringe im Laufe der Zeit dunkler machen – tatsächlich sind sie aber nahezu rein weiß. Daraus lässt sich auf eine Entstehung in jüngster Zeit schließen.

Crida und seine Kollegen halten diese Schlussfolgerung jedoch für voreilig, da Prozessen denkbar seien, die dazu führen, die Ringe gewissermaßen „sauber“ zu halten und so ein junges Alter vorzutäuschen. Tatsächlich zeigen Messungen der Raumsonde Cassini, dass dunkleres Material aus dem Ringsystem sowohl auf den Planeten abregnet, als auch nach außen abströmt. Berechnungen des Teams zeigen, dass die Menge des abströmenden Materials mehr als ausreicht, um den Zustrom durch Staub und Mikrometeorite auszugleichen. Zwar habe man bislang keine Erklärung dafür, warum bevorzugt dunkles Material und weniger Eis aus dem Ringsystem abströme. Gleichwohl zeige das Vorhandensein dieses Prozesses, dass sich aus der fehlenden Verschmutzung der Ringe keineswegs auf ein junges Alter schließen lasse.

Zudem, so Crida und seine Kollegen weiter, könne ein junges Alter der Ringe die derzeitige Masse des Ringsystems nicht erklären. Stattdessen sei die von Cassini gelieferte Gesamtmasse der Saturnringe mit einer Entstehung in der Frühzeit des Sonnensystems verträglich: Wären sie massereicher, so wären sie instabil und damit jünger. „Natürlich könnten die Ringe in jüngerer Zeit gerade mit dieser passenden Masse entstanden sein“, so Crida und seine Kollegen. Doch das wäre ein aus ihrer Sicht unwahrscheinlicher Zufall, während eine frühe Entstehung die Masse auf natürlichem Wege erkläre. „Wir nehmen uns daher die Freiheit“, so die Forscher, „trotz des jungen Aussehens der Saturnringe dafür zu plädieren, dass sie gemeinsam mit Saturn entstanden sind.“

Quelle: doi.org/10.1038/s41550-019-0876-y

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