Sterne und Weltraum 7 /2017

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Wer einmal mit eigenen Augen gesehen hat, wie während einer totalen Sonnenfinsternis die schwarze Scheibe des Mondes die Sonne vollständig bedeckt, dabei für wenige Minuten den Tag zur Nacht macht und einen schimmernden Strahlenkranz um unser Tagesgestirn enthüllt, wird diese Erfahrung nicht mehr vergessen. "Nie und nie in meinem ganzen Leben war ich so erschüttert, von Schauer und Erhabenheit so erschüttert, wie in diesen zwei Minuten", hielt der Schriftsteller Adalbert Stifter in seinem Augenzeugenbericht "Die Sonnenfinsternis am 8. Juli 1842" seine Empfindungen fest. Da totale Sonnenfinsternisse recht selten sind und sie sich stets nur entlang eines schmalen Streifens, der Totalitätszone, ereignen, kommen nur Reiselustige mehrmals in den Genuss eines solchen Schauspiels. Schon seit Langem haben sich Finsternisfans den 21. August 2017 vorgemerkt und ihre Reisevorbereitungen getroffen.

Beobachtungen: Der Countdown läuft: Schwarze Sonne über Amerika   Wer als Amateurastronom oder Naturfreund den ultimativen Kick sucht und reiselustig ist, dem kann schon bald geholfen werden: Während der Sonnenfinsternis am 21. August 2017 rast der Schatten des Mondes quer über die USA. Von der Westküste bis zur Ostküste ist das Naturschauspiel in dem 100 Kilometer breiter Totalitätsstreifen zu sehen und die Totalität dauert bis zu 160 Sekunden. Das faszinierende Erlebnis der verfinsterten Sonne mit ihrer Korona sowie die fremdartige Beleuchtung der Natur nehmen alle Sinne in Anspruch. Die totale Verfinsterung gleicht dabei einer Art Rundumdämmerung. Selbst die besten, nach allen Regeln der Kunst aufgenommenen Fotos können diese unvergesslichen Eindrücke nur sehr begrenzt einfangen. Kurzentschlossene dürften Schwierigkeiten haben, noch ein Quartier oder einen Mietwagen zu ergattern. Gut dran ist, wer sich einer der zahlreichen organisierten Gruppenreisen angeschlossen hat. Aber auch in weiten Teilen Nord- und Südamerikas wird die Sonne noch partiell verfinstert. Klaus-Dieter Schröder gibt praktische Anweisungen zur Optimierung Ihrer fotografischen Aufnahmen der Sonnenfinsternis (ab S. 60).

Astrophysik: Was ist los mit der Sonne?   Die Sonnenaktivität schwankt in einem elfjährigen Rhythmus, der sich zum Beispiel an der Zahl der Sonnenflecken verfolgen lässt. Sie befinden sich auf der sichtbaren Sonnenoberfläche, der Photosphäre. Beobachtungen der Sonnenflecken gibt es seit mindestens 2000 Jahren. Diese Sonnenflecken sind rund 1000 Grad kühler als ihre rund 5500 Grad Celsius heiße Umgebung und geben dementsprechend auch weniger Strahlung ab .Ein anderer Aktivitätsindikator der Sonne ist der so genannte S-Index. Mit seiner Hilfe beschreiben Astronomen seit den 1960er Jahren anhand der starken Absorptionslinien von Kalzium-II die chromosphärische Aktivität. Diese Aktivitäten werden mit dem in Mexiko stationierten Teleskop TIGRE aufgezeichnet. Es zeigt sich nun, dass die reguläre chromosphärische Emission größeren Langzeitschwankungen unterliegt, als es konventionelle Aktivitätsindikatoren wie die Fleckenrelativzahl vermuten lassen. Er könnte Anzeichen einer bisher unbekannten Eigenschaft von großen Kälteperioden in der irdischen Klimaentwicklung sein. Lesen Sie mehr hierzu ab Seite 32.

Lesen Sie außerdem alles zu den Themen:

  • Blick in die Forschung
    • Nachrichten   Wie entstand das Magnetfeld des Mondes? • Ein Stern mit vier heißen Supererden • Der fernste und hellste Röntgenpulsar • Ozean dicht unter der Oberfläche von Enceladus • Riesiges Schwarzes Loch in Zwerggalaxie • Cassini ist im "Grand Finale" • MMX – Japan erforscht die Marsmond
    • Kurzberichte   Zwerggalaxien-Gruppen – ein Puzzlestück im kosmologischen Standardmodell • Neutronensterne auf dem Smartphone • Die Größe des Staubs, aus dem Planeten wachsen
  • Welt der Wissenschaft   Solarforschung: Der Sonnensimulator Synlight - Großes Sonnenkino aus der Steckdose • The world at night: Sternstrichspuren und Mondregenbogen
  • Aktuelles am Sternenhimmel   Monatsthema: Leuchtende Nachtwolken: Seltene Grüße aus großer Höhe • Feldstechertipp: Begegnungen am Morgenhimmel: Venus in den Hyaden
    • Der Himmel im Überblick  Astronomische • Ereignisse Abend- und Morgenhimmel
    • Das Sonnensystem   Die Planeten • Zwergplaneten • Sonne aktuell: Die Südhalbkugel meldet sich zurück • Kleinplaneten:(3) Juno kommt in Opposition • Meteore: Erste Perseiden, Südliche Delta-Aquariden und Capricorniden • Kometen: C/2015 V2 (Johnson) erreicht beachtliche Helligkeit
    • Objekte des Monats   NGC 6309: Ein Planetarischer Nebel mit Ausrufezeichen • Sternbedeckungen durch den Mond • Der Veränderliche des Monats: Beta Lyrae
  • Astronomie und Praxis
    • Beobachtungen   Die Aktivität der Sonne: Rückblick auf das Jahr 2016
    • Astroszene   Würzburger Frühjahrstagung: Begeisterung für die Himmelskunde wecken
    • Wunder des Weltalls   Clear Sky? Nicht immer gegeben!

    Und viele Surftipps, Nachrichten, Termine, Leserbriefe, Neuerscheinungen, Nachdenklichem, Kreuzworträtsel, Kleinanzeigen, Autoren, Glossar.

    • Sie können das Heft vom 16.6.2017 bis zum 13.7.2017 im Handel kaufen,
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