Sterne und Weltraum Heft 11 / 2016

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Manche Geheimnisse gibt das Universum nur sehr langsam preis. Oftmals sind jahrzehntelange Anstrengungen und Hunderte von Doktorarbeiten erforderlich, um sich in kleinen Schritten einer umfassenderen Erkenntnis zu nähern. Ein Beispiel für diesen zähen Weg ist die Entdeckung der Gravitationswellen: Hundert Jahre dauerte es von der theoretischen Vorhersage dieses Phänomens bis zu seinem Nachweis (wir berichteten ausführlich). Ein anderes Rätsel, das ebenfalls rund hundert Jahre alt ist, wartet noch auf seine Lösung. Am Anfang stand hier eine unerwartete Beobachtung: Der Physiker Victor Franz Hess entdeckte bei Ballonfahrten im Jahr 1912, dass eine "Höhenstrahlung" mit ionisierender Wirkung von außen auf die Erde trifft. Diese kosmische Strahlung, wie wir sie heute nennen, ist mittlerweile gut erforscht.

Astrophysik: Kleinste Teilchen von den größten Explosionen    Ein Rätsel, das rund hundert Jahre alt ist, wartet noch auf seine Lösung. Die kosmische Strahlung, besteht aus den Bausteinen von Atomen, die teils von der Sonne stammen, zum überwiegenden Teil aber von noch unbekannten Quellen in unserer Milchstraße und in anderen Galaxien. Dabei erstaunt die kolossale Energie dieser subatomaren Teilchen, der nach oben keine Grenze gesetzt zu sein scheint: Ein einziges dieser winzigen Partikel kann eine Bewegungsenergie haben, die der Wucht eines schnell geschlagenen Tennisballs entspricht! Welche Vorgänge im Universum schaffen es, Bruchstücke von Atomen auf derart hohe Energien zu beschleunigen? Selbst die Explosionen von normalen Supernovae würden dazu nicht ausreichen. Als Kandidaten haben Astronomen so genannte Gammablitze im Blick. Um diese zu erforschen fahndet man nach Neutrinos, die als Alternative zu Licht ideale Botenteilchen sind, um Astronomie bei den höchsten Energien zu betreiben und kosmische Distanzen zu erforschen. Sie mögen uns außerdem den einzigen eindeutigen Hinweis liefern, wo die kosmische Strahlung erzeugt und beschleunigt wird, und somit ein 100 Jahre altes Rätsel lösen. Könnten Gammablitze, die explosivsten Prozesse im Universum, Quellen der energiereichsten kosmischen Strahlung und damit auch hochenergetischer Neutrinos sein? Julia Schmid erklärt in unserer Titelgeschichte ab S. 28 den Stand der Forschung.

Beobachtungen: Ein neuer Weltatlas der Lichtverschmutzung    Vielen Menschen bleibt das "Erlebnis Sternenhimmel" versagt: 99 Prozent der Europäer leben unter einem lichtverschmutzten Himmel, 60 Prozent können die Milchstraße nicht sehen. Dies geht aus aktuellen Karten der globalen Himmelsaufhellung hervor, die ein internationales Forscherteam im Juni 2016 veröffentlichte. Der Atlas basiert auf neuen, hochauflösenden Daten des NASA-Satelliten Suomi-NPP. Andreas Hänel testete, wie gut dieser Atlas tatsächlich für die Suche nach dunklen Beobachtungsorten geeignet ist. In seinem Bericht (S. 74ff) stellt er mehrere Beobachtungsorte vor und zeigt, dass sich der neue Weltatlas der Lichtverschmutzung gut für diese Auswahl eignet. Jedoch sollten auch stets die direkten und aktuelleren Satellitendaten herangezogen werden, um mögliche lokale helle Lichtquellen identifizieren zu können, die im Atlas nicht aufgelöst.

 

Lesen Sie außerdem alles zu den Themen:

  • Blick in die Forschung
    • SuW im Bild   Juno bei Jupiter
    • Nachrichten   Sind die beiden Marsmonde letzte Überlebende? • Eine galaktische Kaulquappe • Philae entdeckt! • Der galaktische Halo rotiert rasend schnell • OSIRIS-REx ist auf dem Weg zum Asteroiden Bennu • Eine Galaxie aus Dunkler Materie
    • Kurzberichte   Planetenforscher im Datenreichtum • Wüste oder Wasserwelt – wie habitabel ist Proxima b? • Die große Ausnahme – Weißer Zwerg mit Atmosphäre aus Sauerstoff
  • Welt der Wissenschaft   Astronomiegeschichte: Ein historisches Großteleskop ist wieder erwacht - Johann Hieronymus Schroeter und die Sternwarte in Lilienthal • Essay: Bei Licht betrachtet -  Eine Welt und viele Bilder • The world at night: Vollmond über der Akropolis
  • Aktuelles am Sternenhimmel   Monatsthema und Feldstechertipp: VV Cephei: Tiefer Blick in einen Roten Überriesen
    • Der Himmel im Überblick  Astronomische Ereignisse • Abend- und Morgenhimmel
    • Das Sonnensystem   Die Planeten • Zwergplaneten • Sonne aktuell: Falscher Alarm für den neuen Zyklus • Kleinplaneten: Vorübergänge an einem Kugelsternhaufen und zwei Galaxien • Meteore: Viel Mond, wenig Aktivität • Kometen: Johnson ist zirkumpolar
    • Objekte des Monats   Ein ungleiches Paar im Bildhauer • Deep-Sky-Objekte mit Zeichenstift: NGC 1084 – eine kleine, aber feine Spiralgalaxie im Eridanus • Sternbedeckungen durch den Mond
  • Astronomie und Praxis
    • Beobachtungen   Die Lust am Licht im Unterricht
    • Wunder des Weltalls   Alles so schön rund hier
    • Astroszene   Der 32. ATT – ein Paradies für Hobbyastronomen • Günther D. Roth (1931 – 2016)
    • Leserreise    Tropenerlebnis und ESA-Weltraumbahnhof

Und viele Surftipps, Nachrichten, Termine, Leserbriefe, Neuerscheinungen, Nachdenklichem, Kreuzworträtsel, Kleinanzeigen, Autoren, Glossar.

  • Sie können das Heft vom  zum 14.10.2017 bis zum 10.11.2017 im Handel kaufen,
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