Sternschnuppenausbruch am 22. November?

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Himmelsanblick nach Südwesten am 22. November gegen 05:50 MEZ. Auffallende Objekte sind das Sternbild Orion, Prokyon im Kleinen Hund und Sirius im Großen Hund. Die Abbildung wurde mit der Software Stellarium erstellt.

Normalerweise bleibt der Sternschnuppenstrom der Alpha-Monocerotiden unauffällig. Doch gelegentlich liefern sie einen kurzen aber heftigen Meteorschauer.

Jüngste Berechnungen lassen für die Morgenstunden des 22. November eine erneute bemerkenswerte, aber kurze Vorstellung erwarten.

Jedes Jahr tauchen zwischen dem 15. und 25. November die Sternschnuppen der Alpha-Monocerotiden auf. Der Radiant des Meteorstroms liegt etwa 5 Grad südöstlich des hellen Sterns Prokyon (α Canis Minoris), dem Hauptstern im Sternbild Kleiner Hund, lateinisch Canis Minoris.

Üblicherweise bleibt das Maximum des Stroms am 21. oder 22. November ziemlich unauffällig. Nur 5 Sternschnuppen ziehen dann pro Stunde ihre Leuchtspur über den nächtlichen Sternenhimmel.

Doch viermal produzierten die Alpha-Monocerotiden starke Ausbrüche, 1925, 1935, 1985 und zuletzt 1995.

Modellannahmen

Der letzte Ausbruch wurde durch Modellrechnungen vorhergesagt. Das ist insofern von Bedeutung, als damit die Modellannahmen durch die Beobachtung im Großen und Ganzen bestätigt werden konnten. Demnach wandern die Staubteilchen, die beim Eintauchen die Erdatmosphäre zum Leuchten bringen, entlang der Bahn eines unbekannten langperiodischen Kometen. Dessen Umlaufzeit beträgt mindestens 300 Jahre, aber weniger als 1.000 Jahre, weil sonst der Staubschweif zu weit auseinandergezogen wäre. Dabei würde seine Teilchendichte zu gering sein, um irgendwelche nennenswerte Ausbrüche zu produzieren.

Die Ausbrüche der Jahre 1925 und 1935 erreichten Sturmniveau mit einer Zenitrate (Glossar) von über 1000 Sternschnuppen pro Stunde. In den Jahren 1985 und 1995 wurden Raten von 700 bzw. 400 erreicht.

Der Staubstrom ist sehr schmal. Seine Halbwertsbreite beträgt nur rund 40.000 Kilometer.

Im Laufe der Zeit kommt der Staubschweif des unbekannten Kometen der Erdbahn mal näher, mal entfernt er sich wieder. Dadurch kann sich seine Bahn um mehrere Millionen Kilometer ändern. Verantwortlich sind Bahnstörungen durch die anderen Planeten.

Die Prognose

Nun haben die sich die Astronomen Esko Lyytinen und Peter Jenniskens die Situation nochmals angesehen und neu berechnet. Danach ist ein sehr kurzer Ausbruch der Alpha-Monocerotiden in den Morgenstunden des 22. November wahrscheinlich. Das Maximum findet um 05:50 MEZ statt, Die stärkste Aktivität konzentriert sich dabei auf einen Zeitraum von rund 15 Minuten. Der Ausbruch selbst dauert nur 40 Minuten. Deshalb sollten Beobachtungen spätestens um 05:15 beginnen, besser etwas früher. Die maximale stündliche Rate (ZHR) liegt wahrscheinlich bei einigen hundert bis mehr als 1.000 Meteoren.

Beobachtungsbedingungen

Während des Maximums befindet sich der Radiant etwa 36 Grad über dem südwestlichen Horizont. Die Sichel des abnehmenden Mondes leuchtet über dem Südosthorizont im Sternbild Jungfrau und kann leicht stören, da sie den Nachthimmel etwas aufhellt. Deshalb  sollte man sich so aufstellen, dass der Mond möglichst hinter einem Gebäude oder einem anderen Objekt verborgen ist.

Für eine erfolgreiche Beobachtung ist es aber unbedingt notwendig, einen möglichst dunklen Ort aufzusuchen. Im Licht unserer Ortschaften und Städte werden die meisten Sternschnuppen untergehen. Ein Fernrohr oder Fernglas braucht man nicht. Sie sind sogar kontraproduktiv, da Meteore überall am Himmel aufleuchten können. Am besten lässt man den Blick langsam über den Himmel wandern. Dadurch sieht man mehr Sternschnuppen, als wenn man immer auf dieselbe Stelle starrt, und hat mehr Wünsche frei.

 

Glossar:

Halbwertsbreite
Das ist der Durchmesser des Staubschweifs, bei dem die Dichte der Teilchen auf den halben Maximumwert abgefallen ist.

Radiant
Das ist der Ausstrahlungspunkt eines Meteorstroms am Nachthimmel. Den Radianten findet man, wenn die Leuchtspuren zu ihrem Ausgangspunkt zurückverfolgt. Dort scheinen alle Spuren zusammenzutreffen. Ein ähnliches Phänomen sieht man, wenn man nachts bei Regen oder Schneefall mit dem Auto unterwegs ist.


Zenitrate
Die Stärke eines Sternschnuppenschauers oder Sternschnuppensturms wird als ZHR angegeben. Dies ist die Anzahl beobachtbarer Sternschnuppen innerhalb einer Stunde, wenn sich der Radiant direkt über dem Beobachter, im Zenit, befindet und es völlig dunkel ist. Je niedriger der Radiant sich über dem Horizont befindet, umso weniger Meteore sind zu sehen. Zusätzlich verringern Wolken, Dunst und das begrenzte Gesichtsfeld des Beobachters die tatsächliche Rate der beobachtbaren Sternschnuppen.

Quelle
Lyytinen, Esko, „Likely alpha Monocerotids (AMO#246) outburst on the morning of November 22, 2019, https://www.meteornews.net/2019/11/06/likely-alpha-monocerotids-amo246-outburst-on-the-morning-of-november-22-2019/

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