Mit dem Bollerwagen auf dem Mond

Mit vier Monaten Verspätung startete Apollo 14 am 31. Januar 1971, mit Alan Shepard, Stuart Roosa und Edgar Mitchell an Bord. Die einzigen Probleme, die es auf dem Flug gab: waren, dass das Andocken des Landemoduls ‚Antares‘ mit dem Mutterschiff „Kitty Hawk“ nicht klappte. Erst nach 100 Minuten und fünf weiteren Versuchen war es endlich geschafft. Sie übernahmen die eigentliche Mission von Apollo 13 und landeten viereinhalb Tage später nördlich des Kraters „Frau Mauro“. In einem hügeligen Gebiet, westlich von Apollo 12. Das Gestein ist verhältnismäßig Jung und bedeckt nicht annähernd die Hälfte der Oberfläche. Jedoch war es dadurch auch bei weitem schwieriger zu landen. Doch Shepard und Mitchell fanden einen Platz, der grade so groß genug für die Landefähre war und nur sensationelle 30 Meter vom exakten Zielpunkt entfernt – die Präziseste aller Mondlandungen. Bei der Landung meldete ein Schalter „Abbruch“, obwohl alle Systeme einwandfrei liefen, nach kurzer Diskussion mit Houston, war die Warnung erloschen. Allerdings war das Landeradar ausgefallen und sie hatten weder Höhen- noch Geschwindigkeitsdaten.

Der Nachteil des Platzes war allerdings, dass die Landefähre jetzt um 8 Grad geneigt stand. Das war nicht weiter schlimm, nur mussten die Astronauten bei ihren Bewegungen sehr aufpassen, um nicht ins kippen oder rutschen zu geraten. Drei Stunden nach der Landung machten sie sich auch schon fertig um „draußen im Schnee zu spielen“. Das meiste war ja mittlerweile schon Routine: Umgebung und Landemodul inspizieren, Fernsehkamera aufstellen (die diesmal auch funktionierte), die große Funkantenne aufbauen und die Flagge in den Boden rammen. Erste Fotos wurden gemacht und Notfallproben gesammelt. Sogar der Plutoniumstab ließ sich diesmal ohne Probleme aus seinem Behälter ziehen und in den Generator einsetzen. Dann wurde das ALSEP in etwa 200 Meter Entfernung aufgebaut. Darunter auch ein Laserreflektor, mit dem sich bis heute auf einen Zentimeter genau der Abstand des Mondes zur Erde bestimmen lässt. Dabei wurde festgestellt, dass sich unser Trabant etwa vier Zentimeter jedes Jahr von uns entfernt.

Die Astronauten hatten diesmal sogar einen Handwagen, um mehr Proben zu sammeln, der aber auch als Werkzeugkasten diente. Jedoch war es nicht ganz einfach diesen in dem unwegsamen Gelände zu ziehen, so hörte man Shepard oft fluchen und Zeitweise musste der Wagen gar getragen werden.

Beim zweiten Außeneinsatz war der Krater „Cone“ ihr Ziel. Sie sollten auf den Kraterrand klettern und so testen, ob man auf dem Mond einen Berg besteigen kann. Bei der Gelegenheit sollten sie Proben sammeln. Schon auf dem Hinweg machten sie immer wieder Stopps um Gesteins- und Bodenproben zu nehmen, Fotos zu machen und mit einem tragbaren Magnetometer das Mondmagnetfeld zu messen. Da der Weg um einiges Anstrengender war als erwartet schafften sie es aus Zeitgründen leider nicht bis auf den Rand des Kraters. Am Ende des Einsatzes holte Shepard noch einen selbst gebastelten Schläger und ein paar Golfbälle hervor. Wegen dem steifen Anzug konnte er nur eine Hand benutzen und traf bei den ersten beiden Schwüngen nur Dreck. Beim dritten flog der Ball aber nach eigenen Schätzungen etwa 365 Meter. So oder so schlug der leidenschaftliche Golfer als erster Mensch einen Ball auf dem Mond.

Am 6. Februar um 19:48 Uhr MEZ startete die Landefähre wieder vom Mond. In der Zwischenzeit hatte Roosa bei seinen runden um den Mond das Zielgebiert von Apollo 16 fotografiert, die Descartes-Region. 43 Kilogramm Mondgestein wurden umgeladen und des ging Richtung Heimat zurück. Drei Tage später wasserte die Besatzung sicher im Pazifik. Auch wenn der „Cone“-Krater nicht ganz erreicht wurde, war die Mission trotzdem ein voller Erfolg.

nach oben

Anzeige

Sonnenfinsternis in der Antarktis