Das Wettrüsten zum Mond beginnt

Das Internationale Geophysikalische Jahr 1957/1958, das eigentlich die Erforschung der Erdatmosphäre als Ziel hatte, wurde zum Start des Wettrennens ins All, indem Die USA und die Sowjetunion ankündigten einen Satelliten in Weltraum zu befördern. In der Sowjetunion war das Politische Interesse an diesem Projekt jedoch von größerer Bedeutung, da die Weltöffentlichkeit die USA als klar führende Weltmacht im Kalten Krieg ansah. Daher war es für die ganze Welt und besonders für die USA umso schockierender als der Start von Sputnik 1 am 4. Oktober 1957 gelang. Während die Amerikaner immer noch an Militärraketen forschten, hatte die Sowjetunion den ersten Erdsatelliten ins All gebracht und somit die USA zumindest in der Hinsicht überholt.
Doch bevor die Amerikaner auch nur den Start eines Satelliten testen konnten, brachten die Sowjets schon am 3. November des gleichen Jahres Sputnik 2 ins All. Damit aber noch nicht genug, denn der Satellit war nicht nur größer, sondern brachte auch noch das erste Lebewesen in den Weltraum, die Hündin Laika. Die Amerikaner beauftragten Wernher von Braun mit dem Problem, der es schaffte Explorer 1 Anfang 1958 in All zu schießen.

In Folge dieses sogenannten „Sputnik-Schocks“ reagierte die amerikanische Regierung auch politisch und Zukunftsorientiert. Mit der Gründung der NASA (National Aeronautics and Space Act) im Juli 1958 wurden die Einzelforschungen der Marine und des Heeres mit Wernher von Braun endlich zusammengelegt. Hinzu wurden im gesamten Kongress einige Luft- und Raunfahrtausschüsse gegründet. Dabei wurde auch die seit 1915 gegründete NACA (National Advisory Committee for Aeronautics) in die NASA integriert. Die NACA hat die Flugzeug- und Antriebstechnik erforscht. Dabei hat die zum Beispiel die Tragflächenprofile optimiert, die einziehbaren Fahrwerke und aerodynamische Sternmotorverkleidungen eingeführt. Anfang 1923 wurde von ihnen der Weltweit erste Windkanal und Mitte der 1940er Jahre der erste Hochgeschwindigkeitswindkanal in Betrieb genommen.

Doch die Erfolge der NASA blieben vorerst aus, auch nachdem Ende 1958 das Mercury-Programm bekannt gegeben wurde. Bei dem eine Raumkapsel mit einem Testpiloten in eine Erdumlaufbahn geschickt werden sollte und sicher wieder auf der Erde landen sollte. Doch durch die andauernden Erfolge der Sowjetunion, unter anderem mit Sputnik 3, der mit einem Bordlabor wissenschaftliche Ergebnisse für Forscher in aller Welt ermittelte, blieb die Raumfahrt in den USA vorerst Spielball der Politik. So drehte sich auch der Präsidentenwahlkampf 1960 darum. Mit Kennedy kam ein wichtiger Fürsprecher ins Amt, der den Weltraum als politisches Betätigungsfeld sah und viele Geldmittel dafür bereitstellte.

Die Sowjets hatten jedoch schon 1959 ein konkretes Konzept für einen bemannten Weltraumflug und konnten diesen schon zwei Jahre später, nach einiges Testflügen mit Tieren, erfolgreich umsetzen. So flog Juri Gagarin am 12. April 1961 als erster Mensch ein um die Erden. Während die Sowjetunion dieses Ergebnis feierte, stand die westliche Welt mal wieder unter Schock, mit so einem schnellen Erfolg hatte man nicht gerechnet. Die ganze Test- und Planungsphase wurde jedoch streng geheim gehalten, wie auch der eigentliche „Held“ hinter der Raketentechnik: Koroljow, nur die Erfolge wurden der Öffentlichkeit als großangelegte Propaganda präsentiert. Ganz im Gegensatz zu den USA, die mit der Presse eng zusammenarbeiteten.

Doch auch die USA ließ nicht lange auf sich warten, am 5. Mai 1961 testete Alan Shepard die Mercury-Raumkapsel auf einer ballistischen Flugbahn unter Einsatzbedingungen. Die Amerikaner fühlen sich jedoch in die Enge gedrängt, es musste also ein Projekt her mit dem sie die UDSSR überholen und ihrer Führungsrolle in der Welt wiederherstellen konnten. So gab Kennedy am 25. Mai das Mummutprojekt bekannt: Bis Ende des Jahrzehnts sollte die NASA einen amerikanischen Astronauten zum Mond und wieder zurückbringen. Kennedy wusste, dass es mit einfachen Geldmitteln, wie hoch sie auch sein möglich, nicht getan wäre. So strebte er auch eine Umstrukturierung des Schul- und Ausbildungssystems an, um Engpässe an Wissenschaftlern zu beseitigen. Auch die Wirtschaft und die allgemeine Moral der Amerikaner sollte gestärkt werden. Das neue Ziel und die große Herausforderung bewirkten eine Art Aufbruchsstimmung und Zusammenhalt in dem Großteil der Bevölkerung. Aber Kennedy hoffte durch den Aufbruch ins All auch eine friedliche Lösung des Kalten Krieges erreichen zu können, so stelle er eine Zusammenarbeit der beiden Großmächte in Aussicht, die von der UDSSR jedoch abgelehnt wurde.

Die Sowjetunion plante daraufhin zwar auch eine bemannte Mondmission, jedoch unterschätzen sie die USA und stellten weitaus weniger Geld zur Verfügung. Die NASA konnte mit ihren finanziellen Mitteln das Mercury-Programm wie geplant zu Ende bringen und auf die Erfahrungen aufbauen. Wernher von Braun stufte die Entwicklung einer mehrstufigen Trägerrakete, die schwere Nutzlast zum Mond bringen konnte als schwieriges und somit wurde die Konstruktion der Saturn-Rakete zur Hauptaufgabe der NASA ein. Doch erst mal musste der Rückstand aufgeholt werden und ein Mensch in die Erdumlaufbahn geschickt werden. Das geschah im Laufe des Mercury-Programms erstmals am 2. Februar 1962, als John Glenn 3-mal die Erde umrundete. Mit 3 weiteren erfolgreichen Flügen endete der Programm 1963 endgültig und machte so den Weg für das Gemini-Programm frei. Davor stellte die Sowjetunion im August 1961 jedoch mit 23 Erdumrundungen einen neuen Langzeitflugrekord auf. In den folgenden zwei Jahren wurden mehrere Doppelflüge gestartet, bei denen jedoch kein Tandemflug gelang. Mit einem dieser Flüge braucht die UDSSR die erste Frau Walentina Tereschkowa ins All, was wieder einmal zu einem riesigen Propagandazweck benutzt wurde. Währenddessen wurde das Amerikanische Raumfahrprogramm von der Kuba-Krise überschattet. Kennedy hielt trotz den Forderungen vieler Kritiker den hohen Ausgaben ein Ende zu setzen daran fest.

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