Der Luna Grandprix

Drei Tage nach dem Start von Apollo 16 am 16. April 1972 fiel das Navigationssystem aus und es konnte nur noch mit einem „Space Sextanten“ navigiert werden, was im Nachhinein keine größeren Schwierigkeiten verursachte. Die Besatzung bestand aus dem erfahrenen Astronauten John Young, dem Pilot der Mondlandefähre Charles Duke und dem Kommandokapselpiloten Ken Mattingly. Kurz nachdem sich die Landefähre vom Kommandomodul im Mondorbit getrennt hatte, fiel auch noch das Haupttriebwerk aus, weswegen die Mission beinahe abgebrochen wurde. Nach Untersuchungen gab die Bodenkontrolle aber doch grünes Licht, da die redundanten Systeme funktionierten.

Das Zielgebiet auf dem Mond war das „Cayley-Hochland“, nahe des „Descartes“-Kraters, süd-westlich von Apollo 11. Auch bei dieser Mission wurde wieder ein Experimenten-Paket aufgestellt, darunter ein Magnetometer, ein Strahlendetektor, ein Sonnenwind-Kollektor. Ferner wurden mit einer UV-Kamera astronomische Aufnahmen gemacht. Das Mondauto (LRV) war wieder mit von der Partie und lieferte gute Dienste bei dem zweiten und dritten Außeneinsatz. Dabei wurden vier große Krater erkundet, Proben genommen und Kernbohrungen durchgeführt, welche unteranderem bewiesen, dass auch in den Hochländern Meteoriteneinschläge die wichtigste geologische Kraft waren. Da Apollo 15 es nicht mehr geschafft hatte, sollten Young und Duke nun das Mondauto mal genau unter die Lupe nehmen und testen. Dabei hatten sie eine Menge Spaß bei wilden Querfeldeinfahrten und erfanden den „Luna Grandprix“, dabei kamen sie auf den immer noch bestehenden Rekord von 12 km/h.

Nach 2 Tagen und 23 Stunden (4 Stunden länger als Apollo 15) startete die Fähre wieder und koppelte mit dem Kommandomodul im Orbit. Wie gewohnt wollte das Landemodul kontrolliert auf den Mond stürzen, beim Entkoppeln kam sie jedoch ins straucheln. Die Landefähre verbrachte daraufhin noch ein Jahr im Mondorbit, bevor sie an unbekannter Stelle abstürzte. Auf dem Rückflug führte Mattingly noch einen Weltraumspaziergang durch, um Filmmaterial aus dem Geräteteil zu bergen. Am Abend des 27. April wasserten die drei Astronauten dann mit 95,8 Kilogramm Mondgestein dann im Pazifik.  

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