Die Herausforderung zur Landung auf dem Mond

Da alle Systeme einwandfrei Funktionierten, konnte die Generalprobe zur Mondlandung vollzogen werden. Dabei näherte sich Apollo 10 bis auf 14,5 Kilometer der Mondoberfläche. Nach dem Erfolg der Mission konnte sich endlich Apollo 11 am 16. Juli 1969 auf den Weg machen. Vier Tage später am 20.Juli (in Europa war es bereits der 21.) betraten Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin als erste Menschen den Mond und entschieden damit den Wettlauf im Weltraum für die USA. Michael Collins, der Dritte Pilot der Mission verblieb im Mutterschiff. Die Sowjets unternahmen mit der Raumsonde Luna 15 einen letzten Versuch zumindest den Erfolg der Amerikaner zu schmälern. Die unbemannte Sonde startete zeitgleich mit Apollo 11 und sollte vor den Astronauten Mondgestein zurück auf die Erde bringen, sie zerschellte jedoch beim Landeanflug auf dem Mond.

So einfach und Problemlos wie aus heutiger Sicht oft angenommen wird, war die Mission aber nicht. Es gab grade bei der Landung des „Adlers“ („Eagle“) einige Schwierigkeiten. Eigentlich sollte sie vollkommen automatisch im „Meer der Ruhe“ landen, aber Neil entdeckte nicht nur auf dem vorgesehenen Landeplatz ein großes Kies- und Geröllfeld, sondern der Computer meldete aufgrund von Überlastungen auch mehrere Fehlermeldungen. Neil entschied sich kurzer Hand den Bordcomputer neu zu starten, sodass sich die unwichtigen, überlasteten Systeme abschalten konnten und steuerte das Landemodul manuell um das Kies Feld zu umfliegen. Währenddessen gab Aldrin ihm immer wieder die aktuelle Geschwindigkeit und Höhe durch. Da Armstrong durch das kleine Fenster jedoch nicht sicher erkennen konnte ob sie das Kies Feld bereits passiert hatten, musste er es letzten Endes mit gut Glück probieren, denn der Treibstoff ging langsam zur Neige. Bei der Landung hatten sie noch für 50 weitere Sekunden Treibstoff. Hätte es länger gedauert, hätten sie wieder starten und die Mission abbrechen müssen, sonst hätten sie nicht wieder vom Mond starten können. Doch mit den Worten „the Eagle has landed“ bestätigte Armstrong letztendlich die Landung auf dem Mond.

Das Problem an dem Kies Feld war, dass wenn das Landemodul einen Neigungswinkel von 15° überschreitet nicht mehr starten konnte. Ganz abgesehen von anderen Schäden, die das Modul nehmen könnte zum Beispiel: indem das Triebwerk oder die Landestützen auf einen großen Brocken treffen. Natürlich wurde für die Landung ein möglichst ebener Bereich ausgewählt, jedoch konnte die Flugbahn nicht so genau wie in späteren Missionen berechnet werden.
In den ersten 2 Stunden nach der Landung prüften die Astronauten alle Systeme des Landemoduls und bereiteten den wiederaufstieg, sowie das Rendezvous mit der Raumfähre „Columbia“ und dem wartenden Collins vor. Nachdem Armstrong dann endlich aus dem Modul geklettert ist und seine ersten Schritte auf dem Mond machte, kamen auch die Berühmtgewordenen Worte zustande: „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit“.

Da die Oberfläche sehr feinkörnig, fast wie Puder war, hinterließ trotz seines sehr geringen Gewichts sehr deutliche und tiefe Fußabdrücke. Denn durch die ca. 6-mal schwächere Gravitation auf dem Mond wog Armstrong, trotz der schweren Ausrüstung, nur insgesamt 30 Kilo. Als erstes sammelte er ein paar kleinere Proben von der Oberfläche. Denn für den Fall, dass die Mission vorzeitig abgebrochen werden musste, wollte man unbedingt wenigstens Kiesel und Staub mit zur Erde bringen. Gute 15 Minuten später betrat auch Aldrin den Mond und die eigentlichen Arbeiten konnten beginnen. So inspizierten die beiden erst einmal ausgiebig das Landemodul von außen. Danach wurde insgesamt 21kg Mondgeschein gesammelt und die amerikanische Flagge aufgestellt. Das Aufstellen der Flagge gestaltete sich jedoch schwieriger als gedacht, die Stange ließ sich nicht weit genug in den Mondboden rammen. Sogar die Halterung, die die Flagge ausgebreitet halten sollte, ließ sich nicht ganz ausfahren, deswegen hatte sie bei der Fernsehaufnahme solche Wellen. Aldrin befürchtete nach diesen Schwierigkeiten (wie er später in einem Interview berichtete), dass die Flagge vor der laufenden Kamera und weltweit über 600 Millionen Zuschauern umfällt. Doch zum Glück fiel sie nicht – sondern erst beim Start zum Rückflug des Landemoduls.

Außerdem wurden mehrere wissenschaftliche Instrumente aufgestellt, darunter ein Sonnenwindkollektor, ein Laserreflektor (mit dem später von der Erde aus, der genaue Abstand von Erde und Mond gemessen werden sollte) und ein Passivseismometer (mit dem mögliche Mondbeben aufgezeichnet werden wollten) und zwei Kernproben entnommen, sowie um die 100 Farbfotos gemacht. Darüber hinaus wurden einige Sprung und Bewegungstests durchgeführt um unteranderem die Bewegungsfreiheit in den Raumanzügen für spätere Missionen zu testen. Der Außeneinsatz verlief ohne großartige Zwischenfälle. Das einzige nennenswerte Problem bestand darin, dass Aldrin die Sonden für die Kernbohrung nur etwa 20 cm tief in die Oberfläche schlagen konnte. Dabei haute er mit dem Hammer so fest zu, dass sich die Röhren am oberen Ende sogar dellten. Heute weiß man: der Mondboden ist wenige Zentimeter unter der Oberfläche außerordentlich Kompakt.

Nach 2 Stunden und 31 Minuten war die Außenluke dann wieder geschlossen. Dann musste aber erst noch aufgeräumt (dabei wurden nutzlos gewordene Teile einfach aus dem Landemodul geworfen) und die Ausrüstung wieder verstaut werden. Neben der allgemeinen Aufregung auf dem Mond zu sein, raubten die lauten Schiffsaggregate und das Sonnenlicht, aber auch die feuchte kälte in den Anzügen (die nicht ausgezogen werden durften) den Astronauten den Schlaf. Auch Hängematten oder eine Heizung wurden erst ab Apollo 12 eingebaut. Trotzdem hat erst ab Apollo 15 wirklich ein Astronaut auf dem Mond geschlafen, weil ab dann die Aufenthalte lang genug und die Missionsplaner sicher waren, dass die Besatzung die Raumanzüge ohne Gefahr in der Kapsel ausziehen konnte.
Aldrin hatte sich um etwas Schlaf zu finden auf dem Boden zusammengerollt, dabei entdeckte er plötzlich einen Schalter, der bei den Vorbereitungen für den Außeneinsatz abgebrochen war. Wie sich herausstellte startete der Schalter die Triebwerke. Sie meldeten den Schaden sofort Houston, doch wegen der Elektrizität konnte der Schalter nicht mit dem Finger oder einem Stück Metall hineingedrückt werden. Die Ingenieure raten Aldrin dazu einen Filzstift zu benutzen. Es funktionierte, doch die größte Angst war, dass er sich wieder löste, denn dann hätte jemand während des Starts den Schalter festhalten müssen. Zum Glück blieb der Schalter aber eingerastet und so stand dem Rückflug zur Erde nichts mehr im weg. Auch das Rendezvous mit Collins im All klappte problemlos und so Wasserten die drei Astronauten am 24.07.1969 im nördlichen Pazifik.

Aufgrund der Sorge, dass die Besatzung Bakterien vom Mond mitbringen könnte wurden sie zur Sicherheit mehrere Tage unter Quarantäne gestellt. Doch diese Ruhe gab ihnen auch die Möglichkeit eine genaue und offizielle Einsatzbesprechung durchzuführen, denn die drei waren längst auf beinahe der ganzen Welt zu Helden geworden. Danach reisen sie Wochenlang um den Globus um sich den jubelnden Massen und Politikern zu präsentieren und öffentlich oder im Kongress stattfindende Reden zu halten. Doch für Aldrin ist der plötzliche Ruhm zu viel und auch der wiederaufgenommene Dienst in der Air Force passt ihm nicht so recht. Nachdem er kurz darauf in den Ruhestand ging wurde er Depressiv und Alkoholiker. Aber er fand einen Ausweg und ist mittlerweile seit über 30 Jahre nüchtern. Auch Armstrong hat Schwierigkeiten und zieht sich schon bald vollkommen aus der Öffentlichkeit zurück und meidet jegliche Auftritte; 2012 verstarb er im Alter von 82 Jahren.

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