Ein letztes Mal

Mit Apollo 17 startete am 7. Dezember 1972 der letzte bemannte Mondflug, und das zum ersten Mal in der Nacht. Die Besatzung bestand aus Kommandant Eugene Cernan, Apollopilot Ron Evans und dem Landemodulpiloten Harrison „Jack“ Schmitt, mit diesem war das erstmalig ein Wissenschaftsastronaut mit an Bord (was anfangs auch so nicht geplant war). Über die Landestelle wurde lange diskutiert und auch die „dunkle“ Seite des Mondes war bereits im Gespräch. Letzten Endes entschied man sich doch für das „Taurus-Littow-Tal“, da dort Spuren von Vulkanismus vermutet wurden. So sollten sie etwas südlicher aber um einiges weiter östlich als Apollo 15 landen.
30 Sekunden vor Ende des Countdowns fiel jedoch ein Computer aus, dadurch musste der Start um fast drei Stunden verschoben werden. Da es in Florida aber auch um 5:33 Uhr noch dunkel war, beobachteten trotzdem eine halbe Millionen Menschen den gut sichtbaren rot-gelben Streifen am Himmel. Auf dem Weg zum Mond gelang der Besatzung dann noch das berühmte Bild der Erde: „Blue Marble“.

Als erstes wurde beim Außeneinsatz natürlich wieder das „ALSEP“ aufgestellt, welches unteranderem ein Gravimeter enthielt, dass die Mondstruktur erkunden sollte. Des Weiteren wurde ein Experiment durch geführt um das Lichtblitz-Phänomen zu ergründen. Die Astronauten der Apollo-Missionen beobachteten während der Ruhephasen im All, also nicht auf der Mondoberfläche, Lichtblitze, die bis zu zweimal pro Minute auftraten. Vermutet wurde dahinter ein Zusammenhand mit der kosmischen Strahlung. Tatsächlich ergab das Experiment, dass die Blitze geladene Teilchen sind, welche durch die Netzhaut in das Auge dringen. 

Das „Lunar Roving Vehicle“ (LRV) hatte diesmal keine Probleme mit der Lenkung. Dafür brach bei einem Ausflug ein Stück der Radabdeckung ab, wodurch der aufgewirbelte Staub dem Fahrer direkt ins Gesicht geschleudert wurde. Die Astronauten improvisierten aber schnell eine neue Abdeckung mit einer Mondkarte und jede Menge Klebeband. Es wurden Expeditionen unteranderem zu den Kratern „Shorty“, „Steno“ und „Van Serg“ gemacht. Dabei fand Schmitt orangefarbene Steine, die Spuren von Vulkanischer Aktivität enthielten. Generell kann man sagen, dass Cernan und Schmitt wohl so gut wie die ganze Region um ihre Landefähre herum erkundet haben.

Nach 3 Tagen und 3 Stunden und 110,4 Kilogramm Mondgestein ging es wieder Richtung Heimat. Damit wurden einige Rekorde aufgestellt: Längster Aufenthalt auf der Mondoberfläche und damit auch im Mondorbit, längste Außenbordeinsätze und die größte Mondprobe. Während des Rückflugs unternahm Evans wie gewohnt einen Weltraumspaziergang um Filmmaterial zu bergen. Der Flug und alles weitere verlief ohne Schwierigkeiten, sodass die Astronauten am 19. Dezember wieder auf der Erde landeten.
Damit Endete die bemannte Raumfahrt mit gesamtkosten von 24 Milliarden US-Doller (nach heutigem Stand etwa 120 Milliarden), da sowohl die Politik als auch die Öffentlichkeit das Interesse daran verloren haben. Aber es wurde auch sehr, sehr viel Erreicht!

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