Apollo 16 - Hochlandgestein für Nördlingen

Als Apollo 16 am 16. April 1972 startete, war das vorzeitige Ende des Apollo-Programms bereits beschlossene Sache. Auch deshalb stand wie schon bei Apollo 15 größtmöglicher wissenschaftlicher Nutzen im Fokus der Mission. Das Ziel der Landefähre „Orion" war daher das Hochland von Descartes, nachdem die vorhergegangenen Missionen in oder am Rande der Mondmeere gelandet waren. An Bord der Landefähre waren die beiden Astronauten John Young und Charles Duke, T. Kenneth Mattingly blieb an Bord des Kommando-Moduls „Casper".
Die Mission litt unter größeren technischen Problemen: Kurz nach dem Start fielen die Navigationssysteme aus, sodass die Position mit einem klassischen Sextant bestimmt werden musste, und Probleme mit dem Haupttriebwerk hätten beinahe zum Abbruch der Mission geführt - nur dank der Backup-Systeme wurde die Mission trotzdem durchgeführt, auch wenn der Aufenthalt auf dem Mond um einen Tag gekürzt wurde. Die Landefähre Orion landete am 21. April in der Region Descartes. Diese Landung konnte nicht im Fernsehen verfolgt werden, da der Sender der Landefähre ausgefallen war. Erst, nachdem die Astronauten das Mondauto in Betrieb genommen und dessen Funkanlage einsatzbereit war, gab es wieder Bildübertragungen.
In den drei Tagen bauten Young und Duke die vorbereiteten Instrumente auf und unternahmen drei größere Fahrten. Dabei erkundeten sie mehrere Krater und sammelten unter anderem den mit 11 Kilogramm schwersten einzelnen Mondstein ein, der im Lauf des Apollo-Programms zur Erde gelangte. Die Proben lieferten den Beweis dafür, dass Meteoriteneinschläge auch in den Hochländern die wichtigste geologische Kraft waren. Ein Gesteinsbrocken ist heute im Rieskrater-Museum in Nördlingen zu sehen - das Nördlinger Ries ist ein alter Meteoritenkrater in Süddeutschland, der für die Vorbereitung der Mondlandungen genutzt wurde. Außerdem testeten die Astronauten das Mondauto und stellten dabei den bis heute gültigen Geschwindigkeitsrekord auf unserem Erdtrabanten auf: Mit bis zu 18 km/h durchquerten sie das Hochland.
Am 24. traten die Astronauten den Rückflug an und wechselten im Mondorbit von der Landefähre in das Kommando-Modul. Danach wurde die Landefähre wie geplant abgekoppelt, geriet jedoch ins Trudeln, sodass sie nicht wie geplant kontrolliert auf den Mond stürzen konnte. Statt dessen umkreiste sie den Mond noch etwa ein Jahr, bevor sie auf ihn abstürzte. Der Rückflug des Kommando-Moduls Casper verlief danach ohne weitere Probleme; Ken Mattingly gelang in dieser Zeit noch ein erfolgreicher Weltraumspaziergang. Die Casper landete am 27. April sicher im Pazifik, wo sie durch den Flugzeugträger Ticonderoga geborgen wurde.

Der Landeplatz (Rükl Karte 45)

Apollo 16 landete in dem zerklüfteten Hochland, das die Südhalbkugel des Monds dominiert, allerdings liegt der Landeplatz nur neun Grad südlich des Äquators. Das Gebiet ist schönsten zu beobachten, wenn der Mond sechs Tage alt ist. Beginnen Sie die Suche am Rande des Nektarmeers, mit den Kratern Theophilus, Cyrillus und Catharina. Diesem Kratertrio waren Sie bereits bei der Suche nach Apollo 11 begegnet, nun können Sie in Ruhe einen Blick darauf werfen - die Landestelle ist nicht weit entfernt, aber nicht ganz einfach zu finden.
Der südlichste dieser drei Krater ist Catharina, der älteste der drei je rund 100 Kilometer großen Krater. Im Inneren dieses stark verwitterten Ringwalls sind die Spuren einiger jüngerer Krater zu erahnen, einen Zentralberg gibt es jedoch nicht.
Im Norden schließt der jüngere Cyrillus an. Seine terrassierten Wälle sind noch gut erkennbar, ebenso das Zentralgebirge. Können Sie auch den kleinen, nur 17 Kilometer großen Krater erkennen, der die Kraterwälle im Westen unterbricht?

Cyrillus wird teilweise von Theophilus überlagert. Dieser jüngste der drei Krater hat mächtige, gut erhaltene Wälle, die sich rund fünf Kilometer über seinen Boden erheben - höher als die irdischen Alpen. Sein Zentralgebirge erhebt sich immerhin zwei Kilometer über den Boden  und durchmisst an der Basis dreißig Kilometer.
Das auffällige Trio liegt an der Grenze zwischen dem Mare Nectaris und dem Hochland, in dem auch Apollo 11 landete. Wenn Sie von Catharina aus rund 100 Kilometer in das Hochland hineinschwenken - das entspricht etwa dem Durchmesser von Catharina - stoßen Sie auf den gut erhaltenen Krater Tacitus. Er durchmisst nur 40 Kilometer, dank seiner steilen Wälle, die sich 2840 Meter über den Kraterboden erheben, ist er dennoch gut zu erkennen. Wenn Sie nun noch einmal um die selbe Strecke weiter schwenken, finden Sie die Krater Almanon und, nördlich davon, Abulfeda. Sie sind 50 bzw. 62 Kilometer groß und haben relativ ebene Böden.
Im Nordosten schließt der verwitterte Descartes an Abulfeda an. Er erinnert weniger an einen Krater als vielmehr an mehrere konzentrische Ringwälle. Sein Durchmesser beträgt 48 Kilometer; im Westen durchbricht der nur 16 Kilometer große, aber gut erhaltene Kleinkrater Descartes A seine Strukturen.
Apollo 16 landete nicht direkt bei Descartes, sondern etwas mehr als fünfzig Kilometer weiter nördlich, am Rand einer Ebene, die ähnlich groß wie Descartes ist. Leider gibt es hier keine auffälligen Landmarken, die zur Orientierung dienen können - die Krater, die die Apollo-Astronauten besuchten, sind allesamt sehr klein.

Weiterlesen: Apollo 17

Weiterführende Informationen - Waren wir auf dem Mond?

Vor rund 40 Jahren setzte ein Mensch erstmals einen Fuß auf einen anderen Himmelskörper als unsere Erde. Das war zu Recht ein Jahrtausendereignis. Kaum ein Mensch zweifelte daran, dass die Berichterstattung authentisch war. Im Jahre 1976 änderte sich das in der Öffentlichkeit durch den Autor Bill Kaysing. „We never went to the moon" ist der Titel seines Buches, in dem er anhand von unterschiedlichen Beobachtungen am Bild- und Videomaterial der NASA Mondmissionen Hinweise zu erkennen glaubt, die belegen, dass diese Aufnahmen nicht auf dem Mond erfolgten, sondern auf der Erde.

Treten Sie mit uns den Beweis an und erfahren Sie, was wirklich dran ist!

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