Bewegungen

Bewegungen - Die Fahrt des Mondrovers

Behauptung: Die Reibung auf dem Mond ist stark vermindert und der Rover muss wie auf Eis fahren.

Die Reibung ist natürlich auf dem Mond vorhanden! Die Reibungskraft (Fr) berechnet aus der Gewichtskraft (Fg) sich wie folgt: Fr = µ x Fg. Der Reibungskoeffizient µ ist nur abhängig von der Materialpaarung.

Die Gewichtskraft beträgt ein Sechstel der irdischen Gewichtskraft. Das „Lunar Roving Vehicle“ hatte eine Masse von 210kg. Hinzu addierte sich eine Masse von 350kg für die zwei Astronauten mit ihren Lebenserhaltungssysteme, sowie max. 140kg Nutzlast. Also maximal 700kg!

Bei einer Masse von angenommen 650kg (nicht ganz vollbeladen) haben Rover und Astronauten eine Gewichtskraft (Fg = m * g) auf dem Mond von von 1050N. Das entspräche auf der Erde der Kombination eines Carts mit schlankem Fahrer (Masse zusammen 107kg). Der geneigte Leser möge selbst ausprobieren, ob sich eine solche Kombination auf einer Staubpiste wie auf Glatteis verhalten würde.

Der Mondrover fuhr ausserdem nie schnell (max. 15km/h), und eine spezielle Konstruktion (eine Art Maschendraht) der Räder sorgte für erhöhte Reibung.

Video: Fahrt des Mondrover - Nasa

Bewegungen - Staubige Sachen

Behauptung: Der Staub verhält sich nicht richtig. Einige Theoretiker können bei der Roverfahrt keinen Unterschied im Staubverhalten Mond/Erde erkennen.

Im luftleeren Raum verhalten sich sämtliche Partikel auf der Oberfläche eines Planeten gemäß den ballistischen Gesetzen. Die Wurfparabel sei hier nur als Stichwort genannt. Und es ist hierfür unerheblich, ob das Teilchen eine Masse von 10kg oder nur 0,1 Gramm besitzt.

Ihr Experiment: Gehen Sie einmal mit schlurfenden Gang über einen staubigen Feldweg. Sie werden sehen, dass die größeren und schwereren Staubteilchen recht schnell zu Boden fallen, während die leichten Staubteilchen durch die Luft getragen eine Wolke bilden, die langsam zu Boden schwebt. Noch deutlicher wird ein solche Staubwolke, wenn Sie mit einem Wagen mit nur 20km/h über diesen Feldweg fahren. Auf den Mondaufnahmen sehen Sie nirgends eine Staubwolke hinter dem Mondrover.

Immerhin nennt ein Verschwörungsanhänger sogar das Stokesche Gesetz, dass letztlich die Hintergründe dieser Wolkenbildung in der Atmosphäre beschreibt. Nur zeigt es sich wieder, dass diese Autoren von den Grundsätzen der Physik keine Ahnung haben.

Auf den Mondvideos ist es zu sehen, dass auf dem Mond der Staub so fällt wie es sich nach den ballistischen Gesetzen gehört. Und das er wieder recht schnell herunter fällt wird in im Teilabschnitt "Bewegung - Hammer und Feder" gezeigt.

Video: Bewegener Astronaut auf der Mondoberfläche - NASA

Bewegungen - Wie eine Fahne im Wind

Behauptung: Die Fahne flattert, und das kann nur mit Wind auf der Erde passieren.

Bei allen Apollomissionen erscheint für eine Weile eine manchmal heftige Bewegung der aufgestellten Fahne. Jedoch tritt dieses Flattern der Fahne stets während und nach einer Manipulation der Fahnenstange auf. Durch die fehlende Luftreibung kann das Ausschwingen der Fahne erheblich länger dauern. Die Verschwörungstheoretiker mögen doch einmal ein Originalvideo zeigen, in dem ersichtlich wird, dass das Flattern spontan auftritt!

Der Filmausschnitt mit einem schaukelnden Beutel (Apollo 14), zeigt nicht den dazugehörenden Auslöser dieser Bewegung. Man sieht nur einen Astronauten im Vordergrund, der sich wegbewegt und den Blick auf den schwingenden Beutel freigibt. Demnach kann man gar nicht beurteilen, ob der Beutel von selbst (bzw. durch einen angeblichen „Studiowind“) anfing zu schaukeln oder dort hin gehängt wurde und ausschaukelte.

Video: Bewegener Astronaut auf der Mondoberfläche - Nasa

Bewegungen - Hammer und Feder

Behauptung: Die Feder beim Fallexperiment ist keine Feder und die Gegenstände sind zu schnell gefallen

Ob bei dem Fallexperiment tatsächlich eine Feder (und ein Hammer) benutzt wurde, ist nicht beweisbar und auch nicht widerlegbar! Für die folgende Darstellung ist das auch unerheblich.
Die Fallzeit dauert auch nicht aufgrund der sechsmal geringeren Anziehung des Mondes sechsmal länger, als auf der Erde. Wieso auch? Hier beweisen die Verschwörungstheoretiker wieder einmal, dass sie von einfachster Schulphysik keine Ahnung haben. Die Fallzeit berechnet sich nämlich nach folgender Formel (Excelschreibweise)

s = g/2 * t² aufgelöst nach t:
t = Wurzel (2*s / g)

Mit den Werten 1,2m für die Fallhöhe (Die Fallhöhe kann allerdings nur geschätzt werden) und g Erde = 9,81m/s² und g Mond = 1,62m/s² folgt:

t(Erde) = Wurzel (2*1,2 / 9,81) = 0,5 sek
t(Mond) = Wurzel (2*1,2 / 1,62) = 1,2 sek

Man kann ja selbst die Fallzeit auf den Videos stoppen: 1,2 sec deckt sich in etwa mit den Videoaufzeichnungen. Das erklärt auch, warum der hochgeschleuderte Staub des Lunar Rovers scheinbar so schnell fällt. (Siehe Teilabschnitt "Bewegungen - Staubige Sachen")

Die Behauptung ist widerlegt.

Video Nasa

Bewegungen - Der Hochsprung

Behauptung: Astronauten müssen locker 6m hoch springen können.

Für diese Behauptung wird besonders gerne das Salutierungsvideo von John Young ( Apollo 16 ) herangezogen. Der Astronaut hopst beim Salutieren nur ungefähr einen halben Meter hoch.

Das ist völlig richtig und normal. Der Beleg dafür folgt hier:
Beim verlustfreien Hochsprung wandelt sich die kinetische Energie beim Abstoßen in potentielle Energie um. Je höher die kinetische Energie, desto größer die Sprunghöhe.

Ekin = m/2 * v²
Epot = m * g * h

Ekin=Epot
m/2 * v² = m * g * h Die Masse kürzt sich raus
v² / 2 = g * h nach h auflösen
h = v² / (2 * g)

Bei gleicher Masse (Obacht: Masse und Gewichtskraft sind zwei unterschiedliche Größen !) verhält es sich mit dem Springen auf Erde und Mond:

Mit den Werten 1,3m/s für die Absprunggeschwindigkeit und g Erde = 9,81m/s² und g Mond = 1,62m/s² folgt:
h = v² / (2 * g)
hErde = 1,3² / (2 * 9,81) = 0,09m
hMond = 1,3² / (2 * 1,62) = 0,5m

Der Wert von 1,3m/s wurde so gewählt, dass die ungefähre Sprunghöhe auf den Videos erreicht wird. Um die Verhältnisse der Sprunghöhen Mond zu Erde zu ermitteln ist er nicht von Bedeutung.

Nun Ihre Aufgabe: Achten Sie in dem Video auf den Winkel, den die Beine des Astronauts beim Absprung haben. Er geht kaum in die Knie! Versuchen Sie nun einmal, mit solch gering angewinkelten Beinen hoch zu springen. Na, haben Sie 10cm geschafft? Wenn ja, dann ziehen Sie sich nun bitte einen Raumanzug mit über 80kg Masse an und versuchen es nochmals ...

Video: Salutierungsvideo von John Young- Nasa

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