Die 12 Tierkreiszeichen

Die Erde wandert im Laufe eines Jahres einmal längs der Erdbahn um die Sonne. Daher wandert die Sonne aus Sicht der Erde einmal um 360° über den Himmel (diese Bahn nennt man die „Ekliptik“) und zieht dabei im Laufe eines Jahres nacheinander durch die zwölf Sternbilder Fische, Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock und Wassermann. Diese Sternbilder nennt man die „Tierkreissternbilder“, weil viele dieser Sternbilder nach Tieren benannt sind.

Im Laufe eines Jahres wandert der Mond ca. 12 Mal um die Erde. Jeder Umlauf des Mondes entspricht einem Monat. Die babylonischen Astronomen teilten um 500 v. Chr. die 360° des Kreises der scheinbaren jährlichen Sonnenbahn in zwölf gleich große Abschnitte zu je 30° auf. Zufällig lag damals in jedem dieser Abschnitte jeweils ein Sternbild. Daher benannten sie die einzelnen Abschnitte nach dem zugehörigen Sternbild.
Die Zählung der Abschnitte begann immer am Frühlingspunkt. Das ist der Punkt am Himmel, an dem die Sonne sich in dem Moment befindet, in dem sie den irdischen Äquator am 21. März nach Norden überschreitet.
Zu jedem der zwölf Abschnitte der Sonnenbahn gehört ein Tierkreiszeichen, das dem betreffenden Abschnitt vor 2500 Jahren zugeordnet wurde, als die Sonne in dem zugehörigen Tierkreissternbild stand. Vor 2500 Jahren lag der Frühlingspunkt im Sternbild Widder. Seitdem ist die Position des Frühlingspunkts auf dem Tierkreis aufgrund der Präzession der Erdachse aus dem Sternbild Widder weit in das Sternbild Fische gewandert.
Das hat zur Folge, dass heute z. B. der dem Sternzeichen Widder zugeordnete Abschnitt der Sonnenbahn (das ist die Zeitspanne vom 21. März bis zum 17. April) nicht mehr im Sternbild Widder liegt, sondern im Sternbild Fische. Das Sternzeichen Widder bezeichnet den Abschnitt der Sonnenbahn, den die Sonne vom 21. März bis zum 17. April durchläuft. Das Sternbild Widder ist ein von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) definiertes Himmelareal, welches die Sonne vom 18. April bis zum 14. Mai durchläuft. Daher darf man die beiden Begriffe „Sternzeichen“ und „Sternbild“ nicht miteinander verwechseln.
Da im Sonnensystem die Bahnebenen der Planeten sehr ähnlich liegen wie die Bahnebene der Erde, wandern aus Sicht der Erde auch die Planeten nahe zur Ekliptik durch Tierkreissternbilder.

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.