Sternbild Achterschiff - lat. Puppis, Puppis (Gen.), Kurzbezeichnung Pup.

Lage, Größe und Sichtbarkeit

Das Sternbild Achterschiff  liegt östlich des Sternbilds Großer Hund, mitten in der Wintermilchstraße. Von Mitteleuropa aus ist nur der nördliche Teil des Sternbilds sichtbar, der südliche Teil bleibt hier unter dem Horizont verborgen. Von Mitteleuropa aus betrachtet erreicht die Nordgrenze des Sternbilds immerhin einen maximalen Horizontabstand von ca. 28°.
Das Sternbild Achterschiff bedeckt am Himmel eine Fläche von 673 Quadratgrad. Seine hellsten Sterne heißen Pi Puppis, Zeta Puppis und Rho Puppis. Von Mitteleuropa aus kann man von diesen hellen Sternen nur den 2,8m hellen Stern Rho Puppis sehen
Die Sternennamen Pi, Zeta und Rho in diesem Sternbild stammen noch von dem antiken Sternbild Argo Navis. Aus diesem Grund gibt es im Sternbild Achterschiff keinen Stern „Alpha“, „Beta“, „Gamma“, „Delta“, „Epsilon“ oder „Eta“. Diese Sterne des antiken Sternbilds Argo Navis liegen nun in den Sternbildern Segel (Vela) und Schiffskiel (Carina).

Geschichte und Mythologie

Das lateinische Wort für „Achterschiff“ ist „Puppis“. Diesen Namen erhielt das Sternbild im Jahre 1763 durch den französischen Astronomen Nicolas Luis de Lacaille. Lacaille teilte damals das antike Sternbild „Argo Navis“ in drei Sternbilder auf, die er Puppis (Achterschiff), Vela (Segel) und Carina (Schiffskiel) nannte. Auf auf diese Weise konnte er im Gebiet des riesigen Sternbilds Argo die Übersichtlichkeit erhöhen und die Genauigkeit von astronomischen Positionsmessungen verbessern. Das Sternbild Achterschiff ist das größte „Einzelteil“ des alten Sternbilds Argo Navis. Das Sternbild Argo Navis erinnerte an das in der Argonautensage beschriebene Schiff Argo, ein legendäres Schiff, das sprechen konnte, und mit dem der Held Jason nach Kolchis segelte, um dort mit Hekules, Castor und Pollux das berühmte Goldene Vlies zu stehlen. Dieses Goldene Vlies war das Fell des Widders, den wir heute als Sternbild „Widder“ am Himmel kennen.

Markante Sterne

Rho Puppis ist ein 2,8m heller Stern in 65 Lichtjahren Entfernung. Er hat 22 Sonnenleuchtkräfte und ist nur halb so alt wie unsere Sonne.

Besondere Sterne (Doppelsterne, Veränderliche)

Aufgrund seiner Lage im Band der Milchstraße gibt es im Sternbild Achterschiff viele leuchtschwache Sterne und viele Doppelsterne. Der 5,9m helle Doppelstern n Puppis liegt 7,6° westlich von Rho, seine beiden Partnersterne stehen 9 Bogensekunden auseinander und erscheinen gelblich. Auch die beiden Partnersterne des Doppelsterns k Puppis stehen 9 Bogensekunden auseinander, beide sind jedoch blauweiß.

Sehenswerte Deep-Sky-Objekte

Wenn das Sternbild Achterschiff den Meridian überquert, kann man mit einem lichtstarken Fernrohr in dem Feld zwischen seiner Nordgrenze und bis ca. 10° oberhalb des Horizonts bis zu zehn Offene Sternhaufen beobachten. Die hellsten dieser Sternhaufen sind M46 und M47 im Nordteil des Sternbilds, sowie M93, den man ca. 5,2° westlich von Rho findet. Sehenswert ist im Fernrohr auch der Sternhafen NGC 2539. Man findet ihn sehr leicht, denn er steht unmittelbar neben dem 4m hellen Stern 19 Puppis, ca. 11,5° nördlich von Rho.
M46 ist ein sternreicher Offener Sternenhaufen aus schwachen Sternen,  M47 ist heller und enthält weniger Sterne, die jedoch heller leuchten als die Sterne von M46.

Text von Günther Bendt

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.