Sternbild Eidechse - lat. Lacerta, Lacertae (Gen.), Kurzbezeichnung Lac.

Lage, Größe und Sichtbarkeit

Das Sternbild Eidechse liegt am Sommernachthimmel zwischen den großen und seit der Antike bekannten Sternbildern Schwan, Cepheus; Cassiopeia, Andromeda und Pegasus. Es ein kleines Sternbild. Seine Fläche beträgt 132 Quadratgrad, in der Liste der 88 offiziellen Sternbilder steht es daher an der 78. Position.
Mit dem bloßen Auge betrachtet sieht es sehr unauffällig aus. Seine hellsten Sterne erreichen nur eine scheinbare Helligkeit von ca. 4m. Doch bereits ein kleines Fernglas zeigt im Sternbild Eidechse sehr viele Sterne, denn es liegt mitten im Band der Sommermilchstraße. Da das Sternbild im September gegen Mitternacht über Mitteleuropa im Zenit steht, bietet es sich zur Beobachtung während der Sommernacht geradezu an.

 

Geschichte und Mythologie

Das Sternbild Eidechse wurde vom Danziger Astronomen Johannes Hevel im Jahre 1687 erstmals beschrieben. 1690 wurde es im Himmelsatlas „Firmamentum Sobiescianum sive Uranographia“ dargestellt, der auf den von Johannes Hevel gemessenen Sternpositionen beruhte. Dadurch wurde das Sternbild Eidechse der astronomischen Öffentlichkeit bekannt und ist seitdem in allen Himmelsatlanten und auf Sternkarten zu finden.

 

Markante Sterne

Die sechs hellsten Sterne des Sternbilds bilden am Himmel die Eckpunkte einer Zickzacklinie, die ca. 20° östlich von Deneb von Nord nach Süd verläuft. Man kann sich gut vorstellen, dass diese Stern eine kleine Eidechse repräsentieren, die sich lässig über den Sommersternenhimmel schlängelt. Diese sechs Sterne sind, von Nord nach Süd betrachtet, Beta Lacertae (4,4m), Alpha Lacertae (3,8m), 4 Lacertae (4,4m), 5 Lacertae (5,6m), 6 Lacertae (5,1m) und 1 Lacertae (5,2m).

 

Besondere Sterne (Doppelsterne, Veränderliche)

Das Sternbild Eidechse bietet einige Doppelsterne. Am einfachsten ist Alpha Lacertae als Doppelstern zu sehen, jedes kleine Fernrohr zeigt einen 12m hellen Partnerstern 34 Bogensekunden neben dem hellen Hauptstern. Diese beiden Sterne bilden jedoch kein physisches Paar. Alpha ist ein Stern der Spektralklasse A, ca. 100 Lichtjahre entfernt. Ein sehr schöner Mehrfachstern ist 8 Lacertae (6,0m), den man ca. 3,2° südlich von 2 Lacertae auffinden kann. Im kleinen Fernrohr zeigt sich 8 Lacertae als Mehrfachsystem, es ist 2000 Lichtjahre von uns entfernt. Seine beiden hellsten Partnersterne stehen 22 Bogensekunden auseinander, sie sind blauweiß und gleich hell.
Das Sternbild bietet außerdem weitere Doppelsterne, die für die Beobachtung im kleinen Fernrohr gut geeignet sind, z. B. 10 Lacertae (5,5m), 13 Lacertae (5,5m), 15 Lacertae (5,0m) und 16 Lacertae (5,0m).

 

Sehenswerte Deep-Sky-Objekte

Im Sternbild Eidechse kann man im Fernrohr einige Offene Sternhaufen sehen. Leider sind diese Offenen Sternhaufen nicht hell, weshalb sie vor dem reichen Hintergrund der Milchstraßensterne nicht leicht wahrnehmbar sind. Ca. 1,5 Grad nordwestlich des Sterns 4 Lacertae liegt der kleine Offene Sternhaufen NGC 7243. Er zeigt in Fernrohren ab 6 Zoll Öffnung mehrere hübsche Sterngruppen. Ca. 2,6° westlich von 2 Lacertae liegt der Offene Sternhaufen NGC 7209. Auch er ist nicht hell, aber im Fernrohr ab 6 Zoll schön zu sehen. Ca. 0,6° östlich von Beta Lacertae liegt der kleine Offene Sternhaufen NGC 7296. Im kleinen Fernrohr zeigt er sich nur als kleines und schwaches Nebelfleckchen, in größeren Fernrohren wird er in eine Gruppe schwacher Sternchen aufgelöst.

Text von Günther Bendt

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt. 

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