Sternbild Füchslein - lat. Vulpecula, Vulpeculae (Gen.), Kurzbezeichnung Vul.

Lage, Größe und Sichtbarkeit

Das Sternbild Füchslein liegt zwischen dem Sternbild Schwan und den beiden klassischen Sternbilder Delfin und Pfeil. Im Osten grenzt es an das Sternbild Pegasus, im Westen an das Sternbild Herkules. Wenn man auf das Areal des Sternbilds Füchslein schaut, sieht man dort nur wenige und zudem recht schwache Sterne. Das Sternbild Füchslein ist 33 Grad breit und ist im Mittel 7 Grad hoch.

 

Geschichte und Mythologie

Das Sternbild Füchslein wurde vom Danziger Bierbrauer und Astronomen Johannes Hevel (Hevelius) definiert. Es erschien erstmals 1690 in einem posthum von ihm herausgegebenen Sternenatlas. Dort hatte es den lateinischen Namen „Vulpecula cum Anser“: „Füchslein mit Gans“. Dieser Name wurde in späteren astronomischen Sternatlanten auf „Füchslein“ verkürzt. Die Gans hingegen, welche das Füchslein auf Hevels allegorischer Darstellung des Sternbilds noch im Maul trug, wurde in den späteren Darstellungen des Sternbilds in den Sternatlanten weg gelassen. Heute existiert diese Gans im Sternbild Füchslein nur noch in dem Sternnamen „Anser“ (=“Gans“) des Sterns Alpha Vulpeculae.

 

Markante Sterne

Der 4,4m helle Stern Anser ist der hellste Stern im Sternbild Füchslein. Die Sterne des Sternbildes sind so schwach, dass man das Sternbild bei künstlicher Himmelsaufhellung mit bloßem Auge oft nicht mehr erkennen kann. Daher wird es von den Beobachtern oft übersehen.

 

Sehenswerte Deep-Sky-Objekte

Das Sternbild Füchslein liegt mitten in der Milchstraße. Es bietet keine hellen Galaxien und Kugelsternhaufen, aber man kann hier einen sehenswerten Planetarische Nebel und diverse Offene Sternhaufen finden. 3,5° nördlich von Gamma Sagittae liegt der vier Bogenminuten große und helle Planetarische Nebel M27. Bei klarem, mondlosem Himmel ist er schon im Fernglas sehr gut wahrnehmbar. Im Fernrohr zeigt er bei 100facher Vergrößerung eine symmetrische, seitliche Einschnürung, deren Form an eine Sanduhr erinnert, was M27 den Namen „Hantelnebel“ eingetragen hat. In Fernrohren größerer Öffnung kann man im Hantelnebel den13 m hellen Zentralstern sowie zahlreiche weitere Strukturen erkennen. Für die Beobachtung der Strukturen vom M27  ist der Einsatz eines Nebelfilters (UHC, O III) sehr vorteilhaft.
Das Sternbild Füchslein enthält mehrere sehenswerte Offene Sternhaufen. Einer davon ist NGC 6940. Er ist groß, ist aber dennoch  nicht ganz einfach zu finden. Ausgangspunkt der Suche ist der Stern Anser. Ca. 6° östlich von Anser befindet sich der 4,5 m helle Stern 13 Vulpeculae, ca. 4° nordnordöstlich von 13 Vulpeculae liegt der 4,6 m helle 15 Vulpeculae. Ca. 3° östlich von 15 Vulpeculae liegt der 6 m helle 23 Vulpeculae. 8,5° östlich von 23 Vulpeculae liegt der Stern 32 Vulpeculae. NGC 6940 finden wir nun knapp nördlich der Mitte der Verbindungslinie von 23 Vulpeculae nach 32 Vulpeculae. Der Sternhaufen NGC 6940 hat einen Durchmesser von 30 Bogenminuten. Daher muss das das Gesichtsfeld im Fernrohrokular bei der Betrachtung mit dem Fernrohr größer sein als 1°.
Ca. 4° südlich von Anser liegt der Offene Sternhaufen Collinder 399, der so genannte „Kleiderbügelhaufen“. Da der Winkeldurchmesser von Collinder 399 deutlich größer ist als 1 Grad, kann man ihn nur im Fernglas als Ganzes betrachten. Im Fernglas kann man hier zehn 6m helle Sterne sehen, die gemeinsam in der Form eines Kleiderbügels angeordnet sind. Ein verblüffender Anblick.

Text von Günther Bendt

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.