Lage, Größe und Sichtbarkeit

Das Sternbild Kleiner Löwe liegt zwischen den Sternbildern Löwe und Großer Bär. Es ist ein kleines, unauffälliges Sternbild, das am Himmel eine Fläche von 232 Quadratgrad einnimmt. Flächenmäßig ist es kleiner als das Sternbild Kleiner Bär, aber größer als das Sternbild Kleiner Hund.

Geschichte

Das Sternbild wurde 1687von Johannes Hevel erfunden. Er bildete es aus schwachen Sternen, die zwischen den seit der Antike bekannten Sternbildern Größer Bär und Löwe liegen.

Markante Sterne

Dem hellsten Stern im Kleinen Löwen gab Hevel den Namen Präcipua. Dieser Stern liegt am östlichen Rand des Sternbilds, er trägt die Flamstead-Nummer ’46’ und ist ein 3,1m heller Unterriese der Spektralklasse K0. Da Johannes Hevel die Sterne des Kleinen Löwen nicht mit griechischen Buchstaben bezeichnet hatte, holte der englische Astronom Francis Baily dies 150 Jahre später nach. Baily war bei dieser Aufgabe jedoch nicht ganz bei der Sache, denn er vergab nur die Bezeichnung „Beta“ an einen Stern 4. Größe. Daher gibt es im Sternbild Kleiner Löwe bis heute keinen Stern „Alpha“.

Besondere Sterne (Doppelsterne, Veränderliche)

Im Sternbild Kleiner Löwe gibt es zahlreiche Doppelsterne, z. B. 40 Leo Minoris und 11 Leo Minoris. Außerdem bietet es mehrere Sterne des Mira-Typs, z. B. den Stern R Leo Minoris, dessen Helligkeit innerhalb von 372 Tagen zwischen 6,3m und 13m schwankt.

Sehenswerte Deep-Sky-Objekte

Da das Sternbild Kleiner Löwe am Himmel abseits des Milchstraßenbandes liegt, bietet dieses Sternbild weder offene Sternhaufen noch Dunkelwolken. In diesem Sternbild kann man in die Tiefe des intergalaktischen Raums blicken. Dadurch ist das Sternbild ein Revier für Spezialisten mit Fernrohren großer Öffnung (ab 12 Zoll), die an abgelegenen dunklen Beobachtungsplätzen leuchtschwache Galaxien beobachten wollen.
Eine der hellsten Galaxien im Sternbild Kleiner Löwe ist die 10,7m helle Spiralgalaxie NGC 2859. Sie liegt ca. 7 Bogenminuten östlich von Alpha Lyncis und erscheint im großen Teleskop länglich, mit einem markanten Kern.
Ähnlich hell ist kleine ovale Galaxie NGC 3245, sie ist 3 x 2 Bogenminuten groß und liegt ca. 8,2° südlich von Beta Leo Minoris. NGC 3245 ist 10,8m hell und zeigt eine linsenförmige Halo mit zentraler Aufhellung und einem sternähnlich hellen Kern. Noch heller ist die Galaxie NGC 3344.
Schon in einem Dreizöller kann die 10,0m helle „face-on“ Galaxis ca. 2,75° westlich des Doppelsterns 54 Leonis sichtbar sein. Bei hoher Vergrößerung kann man mit einem solchen Fernrohr in NGC 3344 eine zentrale Verdichtung wahrnehmen. Sehenswert ist auch die Galaxie NGC 3414, die ca. 18 Bogenminuten östlich von 44 Leo Minoris liegt, sowie die Galaxie NGC 3486, ca. 5,2° südsüdöstlich von Präcipua. Die Galaxie NGC 3486 ist am Himmel nicht ganz leicht zu finden. Man zieht eine Linie von Präcipua zum 4,5 m hellen Stern 54 Leonis, an der Grenze zum Sternbild Löwe. Genau auf der Mitte dieser Linie liegt ein 7m heller Stern, der im Sucherfernrohr gut zu sehen ist. Von diesem Stern aus schwenkt man nun 40 Bogenminuten nach Süden und dann 80 Bogenminuten nach Osten. NGC 3486 ist eine Spiralgalaxie, 7 x 4 Bogenminuten groß.

Text von Günther Bendt

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.