Lage, Größe und Sichtbarkeit

Das Sternbild Luftpumpe liegt südlich des Sternbilds Hydra zwischen den Sternbildern Kompass, Segel und Zentaur. Unter den 88 Sternbildern am Himmel nimmt es mit seiner Fläche von 239 Quadratgrad den 62. Rang ein. Von Mitteleuropa aus betrachtet ist das Sternbild Luftpumpe unscheinbar. Es kulminiert in Mitteleuropa im Februar, doch da seine Sterne schwach leuchten, ist es auch bei guten Beobachtungsbedingungen kaum zu erkennen, da es meist im Horizontdunst verschwindet.

Geschichte und Mythologie

Das Sternbild Luftpumpe wurde 1756 durch den französischen Astronomen Nicolas de Lacaille erfunden. Damit wollte er an die Erfindung der Vakuumluftpumpe erinnern, welche den Physikern Robert Boyle und Edme Mariotte im 17. Jahrhundert die Möglichkeit bot, die Grundlagen für die Physik der Gase zu erforschen. De Lacaille nannte sein Sternbild "Antlia pneumatica". Dieser Name wurde im 19. Jahrhundert zu „Antlia“ verkürzt. Wir können in der Anordnung der Sterne des Sternbilds heute keine Ähnlichkeit mit einer modernen Vakuumluftpumpe erkennen. Im deutschsprachigen Sternenatlas von Johann Eilert Bode aus den Jahr 1782 sowie in seinem späteren lateinischen Sternenatlas "Uranographia sive Astrorum Descriptio" aus dem Jahr1801 unterscheiden sich die Abbildungen des betreffenden Sternbilds deutlich voneinander.

Markante Sterne

Der hellste Stern im Sternbild Luftpumpe ist der 4,3m helle Alpha Antliae. Man findet ihn ca. 14° südlich des 3,8m hellen Stern My Hydrae, bzw. 14° westlich des 3,5m hellen Sterns Xi Hydrae. Alpha Antliae ist ein Roter Riese in 366 Lichtjahren Entfernung. Er kulminiert Ende Februar und erreicht dabei in Mitteleuropa einen Horizontabstand von ca. 8°.
Ca. 12° westlich von Alpha liegt der 5,1m helle Stern Zeta 1 Antliae. Zeta 1 bildet zusammen mit dem 6,1m hellen Stern Zeta 2 Antliae einen visuellen Doppelstern. Ca. 5° nordöstlich von Zeta liegt der 4,8m helle Stern Theta Antliae, ca. 4° südlich von Zeta liegt der 4,5m helle Epsilon Antliae. Ca. 8,6° südöstlich von Alpha Antliae liegt der 4,6m helle Iota Antliae.

Sehenswerte Deep-Sky-Objekte

Das Sternbild Luftpumpe enthält keine Deep-Sky-Objekte, die man mit Ferngläsern oder kleinen Fernrohren ansehen kann. In Fernrohren ab acht Zoll Öffnung kann man die Spiralgalaxie NGC 2997 wahrnehmen. Sie ist 9,4m hell und 9 Bogenminuten groß. Sie wurde 1797 von Wilhelm Herschel entdeckt. In Fernrohren ab 12 Zoll Öffnung kann man bei sehr guten Beobachtungsbedingungen in dem Sternbild bei hoher Vergrößerung auch die hellsten Galaxien des Antlia-Galaxienhaufens wahrnehmen, der ca. 130 Millionen Lichtjahre von uns entfernt liegt. Die 11,7m helle Balkengalaxie NGC 3271 ist die hellste Galaxie in diesem Haufen.

 

Text von Günther Bendt

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.