Lage, Größe und Sichtbarkeit

Das Sternbild Mikroskop liegt südlich des Sternbilds Steinbock. Im Westen grenzt es an das Sternbild Schütze, im Süden an das Sternbild Indianer und im Osten an die beiden Sternbilder Kranich und Südlicher Fisch. In der Liste der 88 Sternbilder liegt das Sternbild Mikroskop mit seiner Fläche von 210 Quadratgrad auf dem 66. Rang.
Das Sternbild Mikroskop ist im Juli und August um Mitternacht von Mitteleuropa aus über niedrig dem südlichen Horizont sichtbar. Wenn man auf das Sternbild schaut, fällt es einem nicht auf, denn es enthält nur leuchtschwache Sterne, und deren Anordnung hat wenig Ähnlichkeit mit einem Mikroskop.

Geschichte und Mythologie

Der französische Mathematiker und Astronom Nicolas Louis de Lacaille beobachtete von 1750 bis 1754 in der Nähe von Kapstadt in Südafrika den südlichen Sternenhimmel. Er vermaß dort die Positionen von über 10.000 Sternen sowie den Lauf des Mars, um auf der Basis dieser Messwerte später die Parallaxe dieses Planeten und damit seine Entfernung genauer bestimmen zu können. Da damals am Südhimmel noch nicht genug Sternbilder existierten, die de Lacaille für die einfache Orientierung am Himmel und zur präzisen Vermessung der Sternpositionen benötigte, kreierte er damals 15 neue Sternbilder. Eines davon ist das Sternbild Mikroskop.

Markante Sterne

Der Stern Alpha Microscopium ist ein Doppelstern, der schon in einem kleinen Fernrohr getrennt gesehen werden kann, denn seine Partnersterne liegen 20 Bogensekunden auseinander. Ein für die Forschung interessanter Stern heißt AU Microscopium. AU Microscopium ist ein 8,8m heller 12 Millionen Jahre alter Roter Zwerg in 33 Lichtjahren Entfernung, der unregelmäßig Helligkeitsausbrüche zeigt und von einer ausgedehnten Staubscheibe umgeben ist. Man vermutet, dass sich darin Planeten entwickeln.

 

 

Text von Günther Bendt

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.