Lage, Größe und Sichtbarkeit

Das Sternbild Netz ist ein kleines Sternbild des Südhimmels. Es liegt zwischen den drei Sternbildern Pendeluhr, Schwertfisch und Kleine Wasserschlange. Mit seiner Fläche von 114 Quadratgrad liegt das Sternbild Netz unter den 88 Sternbildern auf dem 83. Rang.
Es ist ein kleines, aber markantes Sternbild. Um es vollständig sehen zu können, muss man sich an einen Beobachtungsplatz begeben, der südlicher liegt als der nördliche Wendekreis.

Geschichte und Mythologie

Von 1750 bis 1754 vermaß der französische Mathematiker und Astronom Nicolas Louis de Lacaille in der Nähe von Kapstadt in Südafrika die Positionen von 10000 Sternen am südlichen Sternenhimmel. Dabei schuf er damals 14 neue Sternbilder. Eines davon ist das Sternbild Netz (Reticulum).
’Reticulum’ ist die lateinische Bezeichnung für ein kleines Netz. Das Sternbild stellt jedoch kein Netz zum Fangen von Vögeln, Fischen oder Insekten dar, sondern das Fadenkreuz des Messokulars, mit dem de Lacaille die Winkelabstände der Sterne am Himmel vermaß. Ein solches Fadenkreuz hatte sich de Lacaille aus feinen Spinnenfäden angefertigt.

Markante Sterne

Der hellste Stern des Sternbilds ist der 3,3m helle Alpha Reticuli. Alpha ist ein Gelber Unterriese von 100 Sonnenleuchtkräften, ca. 160 Lichtjahre entfernt. Ca. 4° südwestlich van Alpha liegt der 3,8m helle Stern Beta Reticuli. Beta ist ein Roter Überzwerg in 100 Lichtjahren Entfernung. Ca. 3° nördlich von Alpha liegt der 4,1m helle Stern Epsilon Reticuli. Epsilon ist ein 4,4m heller Roter Überzwerg in 59 Lichtjahren Entfernung. Ca. 3° südwestlich von Epsilon liegt der 4,6m helle Stern Delta Reticuli, Delta ist ein 4,6m heller Roter Unterriese in 530 Lichtjahren Entfernung.

Besondere Sterne (Doppelsterne, Veränderliche)

Ca. 6,5° westlich von Alpha liegt der Doppelstern Zeta Reticuli. Seine beiden 5,1m und 5,5m hellen Partner stehen 4 Bogenminuten auseinander und werden schon mit dem bloßen Auge getrennt gesehen.

Sehenswerte Deep-Sky-Objekte

Das hellste Deep-Sky-Objekt im Sternbild Netz ist die 8,7m helle Irreguläre Galaxie NGC 1313. Man findet sie, indem man die Linie von Alpha nach Beta um weitere 3° über Beta hinaus verlängert.

 

Text von Günther Bendt

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.