Lage, Größe und Sichtbarkeit

Das Sternbild Sextans liegt am Himmel zwischen den Sternbildern Löwe, Becher und Hydra. Mit seiner Fläche von 314 Quadratgrad steht das Sternbild in der Liste der 88 offiziellen Sternbilder an der 47. Position.

Geschichte und Mythologie

Das Sternbild Sextans wurde von Johannes Hevel erfunden. Er benannte es nach dem großen astronomischen Sextanten seines geliebten Dachobservatoriums, das im September 1679 mit allen seinen Geräten und Büchern durch ein verheerendes Feuer vernichtet wurde.
Wie alle anderen Sternbilder, welche Johannes Hevel erfunden hat, ist auch das Sternbild Sextant ganz unauffällig.

Markante Sterne

Der hellste Stern des Sternbilds ist Alpha Sextantis, er hat eine Helligkeit von 4,4m. Man findet ihn ca. 12,3° südlich von Regulus. Alpha ist ein weißer Riesenstern.
Der Stern Beta Sextantis ist 4,8m hell und liegt 5,5° östlich von Alpha, er ist ein blauweißer Hauptreihenstern.
Der Stern Gamma Sextantis liegt ca. 6° östlich des hellen Sterns Alphard (Alpha Hydrae). Gamma ist ein 4,9m heller und sehr enger Doppelstern, dessen fast gleich helle Partnersterne 0,35 Bogensekunden auseinander stehen und einander in 77,6 Jahren einmal umkreisen.

Sehenswerte Deep-Sky-Objekte

Das Sternbild Sextant enthält die Galaxie NGC 3115, der man wegen ihrer Form den Namen “Spindelgalaxie“ gegeben hat. Diese 9.2m helle Galaxie bietet eine hohe Flächenhelligkeit. NGC 3115 ist eine Galaxie vom Typ S0 und liegt in einer Entfernung von ca. 32 Millionen Lichtjahren, sie enthält vorwiegend alte Sterne. In ihrem Zentrum wurde vor einigen Jahren ein Schwarzes Loch von zwei Milliarden Sonnenmassen nachgewiesen. NGC 3115 kann man einfach finden, indem man eine Linie von Alphard nach Gamma Sextantis zieht und diese Linie über Gamma hinaus um ca. 3° verlängert. Man kann NGC 3115 schon in kleinen Fernrohren gut wahrnehmen. Sie wird in Fernrohren großer Öffnung zur Augenweide.

Text von Günther Bendt

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.