Lage, Größe und Sichtbarkeit

Das Sternbild Südliches Dreieck ist nur von Positionen südlich des 10. nördlichen Breitengrades aus gut sichtbar. Es liegt zwischen dem Sternbild Winkelmaß im Norden, dem Sternbild Altar im Osten, dem Sternbild Paradiesvogel im Süden und dem Sternbild Zirkel im Westen. Mit seiner Fläche von 110 Quadratgrad liegt das Sternbild Südliches Dreieck unter den 88 Sternbildern auf dem 83. Rang. Das Sternbild Südliches Dreieck ist klein, aber auffällig. Es besteht aus drei hellen Sternen, welche die Eckpunkte eines gleichseitigen Dreiecks bilden. Bei keinem anderen Sternbild passt der Name des Sternbilds derart perfekt zu der Anordnung seiner Sterne.

Geschichte und Mythologie

Das Sternbild Südliches Dreieck liegt in der Nähe des südlichen Himmelspols. Daher ist es von Europa aus nicht zu sehen. Seine früheste Erwähnung findet es in Reiseberichten spanischer und portugiesischer Entdecker aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. Seine exakte Position blieb in Europa zunächst unbekannt, weil das Wissen um die Sternpositionen des Südhimmels eine Voraussetzung für die erfolgreiche Navigation in südlichen Gewässern war und daher in Spanien und Portugal als Staatsgeheimnis unter Verschluss gehalten wurde. 1589 stellte der holländische Kartograph Peter Plancius erstmals einen Himmelsglobus vor, auf dem ein Sternbild Südliches Dreieck zu sehen war. Da Plancius die genaue Lage der Sterne dieses Sternbilds nicht kannte, war diese erste Darstellung des Sternbilds ungenau. Als 1595 erstmals eine kleine Flotte von vier holländischen Schiffen zum Indischen Ozean aufbrach, um einen Seeweg zu den Gewürzinseln zu finden, nutzte Plancius diese einmalige Gelegenheit und beauftragte einen Navigator der Flotte, die Positionen der Sterne des tiefen Südhimmels zu vermessen und diese Daten zurück nach Holland zu bringen. Dieser Navigator war Pieter Dirkszoon Keyser.
Keyser vermaß während der langen Reise erstmals die Positionen von 135 hellen Sternen des Südhimmels und erstellte anhand dieser Sterne zusammen mit Frederick de Houtman, dem Bruder des Kommandeurs, zwölf neue Sternbilder. Eines davon nannten sie „Den Zuyder Trianghel“. Keyser kam 1596 auf der Insel Java ums Leben, doch Frederick de Houtman brachte Keysers Liste der Sternpositionen und der neuen Sternbilder im Jahr 1597 nach Holland zurück. Mit diesen Unterlagen gab Peter Plancius 1698 zusammen mit dem Verleger Jodocus Hondius einen neuen Himmelsglobus heraus, auf dem das Sternbild erstmals in seiner korrekten Lage dargestellt war. 1603 erschien das Sternbild „Triangulum Australe“ auf Blatt 49 in Bayers neuem Sternenatlas „Uranometria“ und wurde dadurch in die Astronomie eingeführt.

Markante Sterne

Der hellste Stern im Südlichen Dreieck ist der 1,9m helle Stern Atria. Der Name ist die Abkürzung für Alpha Triangulis Australis. Atria markiert den östlichen Eckpunkt des Dreiecks, er ist ein Roter Riese mit 2900 Sonnenleuchtkräften, ca. 420 Lichtjahre entfernt.
Der zweithellste Stern im Sternbild heißt Betria. Auch dieser Name ist eine Abkürzung, er steht für Beta Triangulis Australis. Betria markiert den nördlichen Eckpunkt des Dreiecks, er ist ein 3m heller Gelber Unterriese in 42 Lichtjahren Entfernung.
Der dritthellste Stern im Sternbild heißt Gatria. Er bezeichnet den südlichen Eckpunkt des Dreiecks. Der Name ist die Abkürzung für Gamma Triangulis Australis, der Stern ist ein 3m heller, weißer Hauptreihenstern der Spektralkasse A2, in 182 Lichtjahren Entfernung.

Sehenswerte Deep-Sky-Objekte

Das Sternbild liegt in der südlichen Milchstraße, enthält aber nur ein sehenswertes Deep-Sky-Objekt: den großen Offene Sternhaufen NGC 6025. Er ist 5,1m hell und bietet im Fernglas einen prächtigen Anblick. Man findet ihn ca. 3° nördlich von Gatria.

Text von Günther Bendt

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.