Lage, Größe und Sichtbarkeit

Das Sternbild Tafelberg liegt nahe dem Himmelssüdpol zwischen den Sternbildern Oktant, Chamäleon, Fliegender Fisch, Schwertfisch und Kleine Wasserschlange. Wegen der südlichen Lage des Sternbilds ist es von Europa aus nicht sichtbar. Unter den 88 Sternbildern liegt es mit seiner Fläche von 155 Quadratgrad an der 75. Position.

Geschichte und Mythologie

Der französische Mathematiker und Astronom Nicolas Louis de Lacaille beobachtete von 1750 bis 1754 von einem Platz in der Nähe von Kapstadt aus den südlichen Sternenhimmel, um die Positionen von über 10.000 Sternen möglichst präzise zu vermessen. Bei dieser Tätigkeit fand er, dass er am Südhimmel mehr Sternbilder von handlicher Größe benötigte. Darum teilte er zunächst das klassische Sternbild Argo Navis in die drei Sternbilder Puppis, Vela und Carina auf und erschuf zusätzlich weitere 14 neue Sternbilder. Eines davon ist das Sternbild Tafelberg. Der Tafelberg ist der Hausberg von Kapstadt. Er ist ein breiter Berg, 1086 m hoch und oben flach, während er an allen Seiten steil abfällt. Von de Lacailles Sternwarte aus gesehen zeigte die Anordnung der helleren Sterne des Sternbildes Ähnlichkeit mit dem Umriss des Berges, wodurch das Sternbild seinen Namen erhielt. Es ist das einzige Sternbild, das nach einem geografischen Ort benannt wurde.

Markante Sterne

Das Sternbild Tafelberg ist sehr unauffällig. Es ist das einzige Sternbild, dessen hellster Stern schwächer ist als 5m. Dieser hellste Stern ist Alpha Mensae, er erscheint dem bloßen Auge am dunklen Nachthimmel als ein schwaches Sternchen. Alpha Mensae ist ein gelblicher Stern der Spektralklasse G5V, er ist etwas schwerer und etwas kühler als unsere Sonne und liegt 33 Lichtjahre von uns entfernt.

Sehenswerte Deep-Sky-Objekte

Das Sternbild Tafelberg enthält keine Deep-Sky-Objekte, die man mit kleinen Fernrohren beobachten kann. An der Grenze zum Sternbild Schwertfisch ragen die äußeren Bereiche der Großen Magellanschen Wolke in das Sternbild Tafelberg hinein.

Text von Günther Bendt

nach oben

Anzeige

Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.