Der Schrittmotorenantrieb

von Wolfgang Paech

Nach den Synchronmotorantrieben kamen Mitte der 80ziger Jahre die Schrittmotoantriebe auf. Ein Schrittmotor dreht beim Anlegen eines Spannungspulses die Motorachse um einen genau definierten Drehwinkel, der im allgemeinen zwischen 24 und 1.8 Grad liegt. Speist man diese Spannungspulse in einer hohen zeitlichen Rate (Frequenz) ein, ergibt sich - zumindest für das Auge - natürlich eine kontinuierliche Drehbewegung der Motorachse.

Der Vorteil eines Schrittmotors im Gegensatz zu einem Synchronmotor liegt in seiner wesentlich höheren Drehzahlvarianz und seiner hohen erreichbaren Drehzahl. Die elektronische Ansteuerung ist ebenfalls weitgehends simpel (solange man nicht in Grenzbereiche geht). Mit Schrittmotoren wurden die ersten GoTo Montierungen zum automatischen Positionieren realisiert, wobei die maximale Drehgeschwindigkeit allerdings auf etwa 0.5 bis 1 Grad pro Sekunde begrenzt war. Spezialmotore und entsprechende Ansteuerungen schaffen dann etwa 2.5 Grad/Sekunde (Montierungen von E. Alt). Die automatische Positionierung wurde erreicht, indem den Motoren eine bestimmte Anzahl an Schritten vorgegeben wurde, die von der Steuerung berechnet werden, um von einem Punkt des Himmels an einen anderen zu fahren.

Schrittmotorantriebe sind auch heute an einer Vielzahl von Montierungen weit verbreitet. Vorreiter für Schrittmotorantriebe war ebenfalls die Firma Vixen aus Japan. Die dazu serienmäßig gelieferten Steuerungen waren (und sind auch heute noch) aber eher einfach und schöpfen die Möglichkeiten von Schrittmotoren nicht aus.

Das führte dazu, dass Fremhersteller eigene Steuerungen produzieren, die in einem sehr breiten Funktionsumfang an praktisch beliebige Serienmontierungen - aber auch an Eigenkonstruktionen - angeschlossen und für diese programmiert werden können. In der Bundesrepublik liefert die Firma Boxdörfer die SINUS II und die SINUS III und die Firma Koch die Steuerungen der FS - Serie.

Der Verfasser besitzt selbst seit langer Zeit eine Boxdörfer SINUS II, die an drei verschiedenen transportablen - (Vixen GP, Astro Physics CNC 400 und einem Takahashi Space Boy) und einer selbstgebauten Montierung erfolgreich eingesetzt wird.

Solche Steuerungen lassen sich für verschiedene Schneckenantriebe, Untersetzungsverhältnisse, verschiedene Korrekturgeschwindigkeiten, PEC-Korrektur, Ausgleich des Getriebespiels, Auto-Guider Eingang und viele andere Parameter programmieren.

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