Astro-Comic 11 / 2017 - Novemberwetter

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Der deutsche Durchschnittsbürger weiß seine Allwetterjacke zu schätzen – denn auch wenn draußen die Sonne scheint, kann man ja nie genau wissen!
Natürlich trägt man auch im Weltall Allwetterjacken, wie man im aktuellen Astro-Comic sehen kann. Merkur möchte sich damit aber nicht vor spontanen Gewittern schützen, sondern vor sogenannten Meteorschauern.

Das Wort Meteorschauer assoziieren wir Erdenbewohner mit einer Reihe anderer Begriffe: Perseiden, Leoniden, Orioniden, etc. – aber was hat es damit eigentlich auf sich? Und brauchen wir teure Outdoor-Jacken, um uns davor zu schützen?

Der Ursprung eines Meteorschauers ist in den allermeisten Fällen ein Komet. Kometen wiederum sind Brocke mit einem hohen Eisanteil, die sich in einer festen Bahn um die Sonne bewegen. Sobald sie sich der Sonne nähern, beginnen sie zu schmelzen und eine Menge Material (Dreck, Steinchen, Staub) löst sich. Der Komet zieht von dannen, aber die Materialwolke bleibt zurück.
Nun kann es vorkommen, dass sich eine solche Materialwolke ganz in der Nähe der Erdbahn bildet. Nichtsahnend steuert die Erde also auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne in diese Ansammlung von zurückgelassenen Partikeln und voilà: Die Partikel durchdringen die Erdatmosphäre, fallen Richtung Oberfläche und können von uns als Meteore (bzw. Sternschnuppen) wahrgenommen werden. Die meisten dieser kleinen Teilchen sind jedoch längst verglüht, bevor sie die Oberfläche erreichen – falls Ihr euch schon schützend in euren Regenmantel gehüllt habt, könnt Ihr ihn also beruhigt wieder ausziehen.

Und woher kommen die seltsam klingenden Namen wie Orioniden oder Geminiden? Da die Materiewolken ihre Position im Raum nicht verändern und die Erde sie jedes Jahr zur gleichen Zeit auf Ihrer Bahn trifft, lässt sich ihr Auftreten präzise vorhersagen. Sie treffen die Erde immer aus der gleichen Richtung und werden daher nach dem Sternbild benannt, aus dem sie scheinbar Richtung Erde fliegen. Die Orioniden kommen demnach scheinbar aus dem Sternbild Orion.

Meteorschauer sind also nichts, wofür wir uns fürchten müssten. Im Gegenteil: Sie sind wunderschön. Bei den Geminiden im Dezember kann man beispielsweise über 120 Sternschnuppen pro Stunde erspähen. Statt einer Allwetterjacke solltet Ihr euch also das nächste Mal mit einem Fernglas bewaffnen, euch auf eine Wiese legen und euch ganz viel wünschen!

Astro-Comic von Tim Ruster

Regelmäßig präsentieren wir Euch das exclusive Astro-Comic von Tim Ruster.

Im Jahr 2015 hat Tim Ruster das Astro-Comic ins Leben gerufen und produziert seit den das immer beliebter werdende Comic zum Thema Astronomie.

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Über den Autor Tim Ruster

Tim Ruster arbeitet im Planetarium Köln und erklärt dort großen und kleinen Besuchern die wunderbare Welt der Sternbilder und Planeten. Im Zuge dieser Tätigkeit entwickelte er Astro-Comics. Die Cartoon-Reihe schafft einen humorvollen Einstieg in die Astronomie und erfreute sich schnell großer Beliebtheit bei allen Altersklassen und den Medien. Heute arbeitet er nebenberuflich als Cartoonist und hofft außerdem bald sein juristisches Staatsexamen abzuschließen.

Er unterstützt zusätzlich den DKMS (Deutsche Knochenmarktspenderdatei) und arbeitet dort in der Pressestelle.

Weitere Comics aus seiner Feder findet ihr auf seiner eigenen Homepage unter www.astro-comics.de/ und auf seiner Facebook-Seite unter Facebookseite unter https://www.facebook.com/Astro-Comics-793803840726871/

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