Astro-Comic 1 / 2016 - Der neue Vorsatz

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Das neue Jahr beginnt für viele Menschen mit einem guten Vorsatz. Warum also nicht auch für Planeten? Allerdings scheint Venus von dem wenig charmanten Vorsatz, den Mars ihr andichten will, nicht begeistert zu sein. Gehen wir der Sache mal auf den Grund: Hätte Venus eine Diät nötig?

Venus ist der Nachbarplanet der Erde. Dies könnte auf eine besonders enge Beziehung der Erdbewohner zu dem Planeten schließen lassen. Tatsächlich gilt deren Interesse aber viel mehr dem etwas weiter entfernten Mars. Venus ist für einen menschlichen Besuch mehr als schlecht geeignet, da auf ihr äußert raue Verhältnisse herrschen. Dies lässt sich am besten erahnen, wenn man sich die Todesursachen vor Augen führt, die einen etwaigen Astronauten auf der Venus ereilen würden: Zunächst ist der Druck auf der Venus 90-mal höher als auf der Erde, Besucher würden also unmittelbar zu einer (toten) Flunder zusammen gequetscht werden.
Wer dem Druck auf wundersame Weise standhalten könnte, würde bei durchschnittlich 460 Grad geröstet werden.
Äußerst zähe Venusbesucher, die auf Druck und Temperatur pfeifen, würden dann mit hoher Wahrscheinlichkeit von der Schwefelsäure getötet werden, die auf der Venus beständig hinab regnet.

Warum unterscheidet sich die Venus aber so stark von der gleichgroßen Erde?
Hierfür ist nun ihre "Problemzone" verantwortlich: Die Atmosphäre. Diese ist so dicht, dass sie einem außenstehenden Betrachter keinen Blick auf die Oberfläche gewährt. Die Hitze und die Gase sind auf der Venus gefangen, es entsteht ein höllischer Treibhauseffekt. Warum die Venus-Atmosphäre allerdings so unfassbar dicht ist, ist noch nicht restlos geklärt. Das Phänomen dürfte hauptsächlich darauf zurückzuführen sein, dass das CO2, das in die Venusatmosphäre gelangt, nicht mehr auf den Planeten zurückgeführt werden kann, da es kein Wasser gibt, in dem es abregnen könnte.
Pessimisten sagen der Erde demnach ein ähnliches Schicksal voraus, wenn das Weltklima sich bis zu einem gewissen Punkt erhitzen sollte und werfen eine weitere Frage auf: Sah es auf der Venus einst so aus, wie auf der Erde?

Insgesamt ist also festzuhalten, dass Venus grundsätzlich genau so groß wie die Erde ist und ihr eventuell vielleicht sogar einst sehr ähnlich war. Der einzige - aber äußert gravierende - Unterschied ist in der dichten undtödlichen
Atmosphäre zu sehen. Alle Fans der bemannten Raumfahrt wären Venus also tatsächlich dankbar, wenn sie diese Atmosphäre im neuen Jahr abspecken würde!
Da einschlägige Frauenmagazine allerdings noch keine Anti-Kohlendioxid-Diät anbieten, ist damit so schnell nicht zu rechnen!

Mehr Astro-Comics findet ihr auf Tim Ruster´s Internetseite unter www.astro-comics.de/

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Über den Autor Tim Ruster

Tim Julian Ruster wurde 1991 in Köln geboren und entdeckte schon während seiner Schulzeit die Liebe zum Weltraum. Als Schüler begann er ehrenamtlich im Planetarium Köln als Museumsführer zu arbeiten, wo er bis heute den Besuchern die Weiten des Kosmos und den Sternhimmel erklärt. Während seines Jurastudiums an der Universität Köln spezialisierte er sich auf den Bereich des Weltraumrechts. Im Jahre 2015 gründete er den YouTube-Kanal Astro-Comics TV, auf dem er mehrmals wöchentlich Videos zu wissenschaftlichen und vor allem astronomischen Themen veröffentlicht. Der Kanal erfreut sich großer Beliebtheit und brachte bereits für mehrere Millionen Zuschauer etwas Licht in das Dunkel des Alls. 2017 erschien Tims erstes Buch "Astro-Comics erklärt das Sonnensystem", das mit astronomischen Cartoons vor allem jüngeren Lesern den Weltraum erklärt.

Weitere Comics aus seiner Feder findet ihr auf seiner eigenen Homepage unter www.astro-comics.de/ und auf seiner Facebook-Seite unter https://www.facebook.com/Astro-Comics-793803840726871/