Astro-Comic 10 / 2017 - Schlumpfhausen

 -  Astro-Comic

Da haben sich die Planeten wieder einen Spaß erlaubt und Neptun als Schlumpf verkleidet! Tatsächlich würde Neptun das Schlumpfdorf aber wohl aus allen Nähten platzen lassen, immerhin würde unsere Erde 57 Mal in den Gasplanten passen. Wie viele Schlümpfe in Neptun passen würden, weiß wohl keiner so genau, aber es dürften ziemlich viele sein…

Der Grund für Neptuns Schlumpf-Verkleidung ist aber natürlich auch nicht seine Größe, sondern seine schöne blaue Farbe – eine Eigenschaft, die er sich mit Papa Schlumpf und Co teilt. Im Gegensatz zur Herkunft der blauen Hautfarbe bei den weißbemützten Kinderkanalstars ist der Grund für Neptuns blaue Farbe hinlänglich erforscht worden. Neptun besteht hauptsächlich aus den Gasen Wasserstoff und Methan. Methan in großen Mengen hat eine verblüffende Eigenschaft: Es absorbiert die roten Farben des Lichts und reflektiert nur das übrig bleibende Blau.

Aber was genau sind eigentlich die Farben des Lichts? Für uns auf der Erde sieht das Licht meistens gleich aus. 
Tatsächlich kann man aber das weiße Licht, wie wir es kennen, in seine Einzelteile zerlegen. Sicher habt Ihr schon Mal einen Regenbogen gesehen. Ein Regenbogen ist nichts anderes als normales Sonnenlicht, das durch Regentropfen scheint und dadurch in seine einzelnen Farben gebrochen wird. Diese Farben nennt man Spektralfarben und die Wissenschaft von den Farben des Lichts daher Spektroskopie. Immer wenn man in Zukunft einen Lichtstrahl durch das Fenster scheinen sieht, kann man sich also vorstellen, dass er eigentlich aus roten, gelben, grünen und blauen Farben besteht.

Methangas schluckt in großen Mengen die meisten Farben des Lichts. Übrig bleibt ein herrliches Blau, das Neptun seine charakteristische Färbung verleiht. Wie ein Regenbogen, dem plötzlich alle Streifen außer dem blauen fehlen würden.

Die daraus resultierende logische Frage, ob Schlümpfe auch aus Methan bestehen, gibt der Wissenschaft allerdings weiter Rätsel auf...

nach oben

Anzeige

Über den Autor Tim Ruster

Tim Julian Ruster wurde 1991 in Köln geboren und entdeckte schon während seiner Schulzeit die Liebe zum Weltraum. Als Schüler begann er ehrenamtlich im Planetarium Köln als Museumsführer zu arbeiten, wo er bis heute den Besuchern die Weiten des Kosmos und den Sternhimmel erklärt. Während seines Jurastudiums an der Universität Köln spezialisierte er sich auf den Bereich des Weltraumrechts. Im Jahre 2015 gründete er den YouTube-Kanal Astro-Comics TV, auf dem er mehrmals wöchentlich Videos zu wissenschaftlichen und vor allem astronomischen Themen veröffentlicht. Der Kanal erfreut sich großer Beliebtheit und brachte bereits für mehrere Millionen Zuschauer etwas Licht in das Dunkel des Alls. 2017 erschien Tims erstes Buch "Astro-Comics erklärt das Sonnensystem", das mit astronomischen Cartoons vor allem jüngeren Lesern den Weltraum erklärt.

Weitere Comics aus seiner Feder findet ihr auf seiner eigenen Homepage unter www.astro-comics.de/ und auf seiner Facebook-Seite unter https://www.facebook.com/Astro-Comics-793803840726871/