Astro-Comic 4 / 2015 - Vor dem "Abgrund"

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Schwarze Löcher haben einen ziemlich schlechten Ruf. Und deshalb schaut auch Merkur im aktuellen Astro-Comic etwas ängstlich drein, während er so vor dem Ereignishorizont rumsteht. Aber ist dieser schlechte Ruf gerechtfertigt? Und was sollen wir Merkur raten, soll er den Ereignishorizont überschreiten oder lieber nicht?

 

Zunächst einmal lässt sich festhalten, dass ein Abstecher ins Schwarze Loch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tödlich wäre. Das lässt sich einfach erklären. Schwarze Löcher sind unfassbar schwere, verdichtete Objekte.
Eigentlich sind es also eher kleine Punkte und keine Löcher. Der "Schwarze Punkt" ist allerdings so klein, dass er keine Ausdehnung hat, man nennt das Singularität. Dieser massive Punkt hat eine ebenfalls massive Schwerkraft und zieht ALLES an. Nicht nur Planeten (Tu's nicht Merkur!) und Sterne, sondern auch das Licht. Wo kein Licht ist, sieht man nix, deswegen der Name "Schwarzes Loch".

 

Logisch, oder? Die Schwerkraft würde den Körperteil, mit dem man das Schwarze Loch zuerst erreicht, erfassen und vom Rest des Körpers wegziehen. Man würde sich in eine unendlich lange Spaghetti verwandeln. Sobald man den Kern des Gebildes erreicht hat, würde die Schwerkraft dann ihre traditionelle Wirkung entfalten und man würde zerquetscht werden. Das wäre dann allerdings auch egal, denn tot wäre man schon von der ersten Sekunde an.

 

Also man sieht: Es gibt nicht viele gute Argumente, die für einen Flug ins Schwarze Loch sprechen.

 

Bleibt noch die Klärung des Begriffes des Ereignishorizonts: Der Ereignishorizont bezeichnet die gravitative Außengrenze des Schwarzen Loches.
Entgegen weit verbreitetem Glauben wächst ein Schwarzes Loch nicht je mehr es frisst. Schwarze Löcher sind Singularitäten und können demnach nicht wachsen. Die Schwerkraft wächst aber und damit wird die Grenze der Anziehung, der Ereignishorizont, immer weiter nach außen geschoben. Alle Ereignisse, die hinter dieser Grenze geschehen, würden einem außenstehenden Beobachter für immer verborgen bleiben.

Wären wir nette Zeitgenossen, müssten wir Merkur hier also unbedingt raten, den Ereignishorizont nicht zu überschreiten! Ob wir ihm damit die Möglichkeit einer Zeitreise nehmen würden, dazu dann vielleicht in einem anderen Cartoon mehr...

 

Mehr Astro-Comics findet ihr auf Tim Ruster´s Internetseite unter www.astro-comics.de/

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Über den Autor Tim Ruster

Tim Julian Ruster wurde 1991 in Köln geboren und entdeckte schon während seiner Schulzeit die Liebe zum Weltraum. Als Schüler begann er ehrenamtlich im Planetarium Köln als Museumsführer zu arbeiten, wo er bis heute den Besuchern die Weiten des Kosmos und den Sternhimmel erklärt. Während seines Jurastudiums an der Universität Köln spezialisierte er sich auf den Bereich des Weltraumrechts. Im Jahre 2015 gründete er den YouTube-Kanal Astro-Comics TV, auf dem er mehrmals wöchentlich Videos zu wissenschaftlichen und vor allem astronomischen Themen veröffentlicht. Der Kanal erfreut sich großer Beliebtheit und brachte bereits für mehrere Millionen Zuschauer etwas Licht in das Dunkel des Alls. 2017 erschien Tims erstes Buch "Astro-Comics erklärt das Sonnensystem", das mit astronomischen Cartoons vor allem jüngeren Lesern den Weltraum erklärt.

Weitere Comics aus seiner Feder findet ihr auf seiner eigenen Homepage unter www.astro-comics.de/ und auf seiner Facebook-Seite unter https://www.facebook.com/Astro-Comics-793803840726871/