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Grinsekatzen-Nebel in neuem ESO-Bild eingefangen

Daten des VLT- Survey Telescopes der Europäischen Südsternwarte (ESO) geben diese orangefarbene und rote Wolke, die Teil des Nebels Sh2-284 ist, hier in eindrucksvollem Detail wieder: In diesem Nebel wimmelt es von jungen Sternen, da sich dort Gas und Staub in ihm zu neuen Sonnen zusammenklumpen.


Dieses eindrucksvolle Bild des Nebels Sh2-284 wurde mit dem VLT Survey Telescope am Paranal-Observatorium der ESO aufgenommen. Bildnachweis: ESO/VPHAS+ team. Acknowledgement: CASU

Diese Aufsuchkarte zeigt die Position des Nebels Sh2-284 im Sternbild Einhorn (lat. Monoceros). Die Karte enthält die meisten mit bloßem Auge unter guten Beobachtungsbedingungen sichtbaren Sterne. Bildnachweis: ESO, IAU and Sky & Telescope

Wenn man sich die Wolke als Ganzes ansieht, kann man darin das Gesicht einer Katze erkennen, die vom Himmel herablächelt.

Die Sternkinderstube Sh2-284 ist eine riesige Region aus Staub und Gas. Ihr hellster Teil, der auf diesem Bild zu sehen ist, hat einen Durchmesser von etwa 150 Lichtjahren, also über 1400 Billionen Kilometern. Sie befindet sich etwa 15.000 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Einhorn (lat. Monoceros).

In der Mitte des hellsten Teils des Nebels - direkt unter der "Katzennase" - befindet sich ein Haufen junger Sterne, der Dolidze 25 genannt wird und große Mengen starker Strahlung und Sternwinde erzeugt. Die Strahlung ist stark genug, um das Wasserstoffgas in der Wolke zu ionisieren, wodurch die leuchtenden orangen und roten Farben entstehen. In Wolken wie dieser befinden sich die Bausteine für neue Sterne.

Die Winde des zentralen Sternhaufens drücken das Gas und den Staub im Nebel nach außen und höhlen sein Zentrum aus. Treffen die Winde auf dichtere Materieansammlungen, bieten diese mehr Widerstand, so dass die Bereiche um sie herum zuerst abgetragen werden. Dadurch entstehen mehrere säulenartige Gebilde, die entlang der Ränder von Sh2-284 zu sehen sind und auf das Zentrum des Nebels zeigen, wie die Säule auf der rechten Seite des Bildes. Diese Säulen sehen auf dem Bild zwar klein aus, haben aber in Wirklichkeit eine Ausdehnung von mehreren Lichtjahren und enthalten große Mengen an Gas und Staub, aus denen sich neue Sterne bilden. 

Dieses Bild wurde aus Daten des VLT Survey Telescope (VST) erstellt, das dem Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) in Italien gehört und am Paranal-Observatorium der ESO in Chile betrieben wird. Das VST dient der Kartierung des Südhimmels im sichtbaren Licht und verwendet dafür eine 256-Megapixel-Kamera, die speziell für die Aufnahme von Bildern mit sehr großem Gesichtsfeld entwickelt wurde. Dieses Bild ist Teil des Durchmusterungsprogramms VST Photometric Hα Survey of the Southern Galactic Plane and Bulge (VPHAS+), die rund 500 Millionen Objekte in unserer Heimatgalaxie untersucht hat und uns dabei hilft, die Geburt, das Leben und den Tod von Sternen in unserer Milchstraße besser zu verstehen.

 

Weitere Informationen und Quelle unter: https://www.eso.org/public/germany/news/eso2309/?lang