Alle Themen auf Astronomie.de im Überblick




Ausgedruckte Seite: https://astronomie.de/das-sonnensystem/planeten-und-monde/uranus

Ausdruck vom: Mittwoch, der 28.02.2024

Copyright: www.baader-planetarium.com

Zum Hauptinhalt springen
Offcanvas top
...

Uranus

Uranus war in der Antike unbekannt, obwohl er unter guten Bedingungen bereits mit bloßem Auge gesehen werden kann. Erst Wilhelm Herschel, der damals als Amateurastronom - von Beruf war Musiker - mit seinem Spiegelteleskop mit 16 cm Öffnung und 2,10 m Brennweite beobachtete, entdeckte ihn zufällig am 13. März 1781 im Sternbild Zwillinge. Allerdings hielt er das kleine grüne Scheibchen, das er sah, für einen Kometen. Bahnberechnungen anderer Astronomen wiesen aber darauf hin, dass sich eher um einen neuen Planeten handelt, der die Sonne im doppelten Abstand des Saturns umrundet. Erst 1783 - rund zwei Jahre nach der Entdeckung - akzeptierte auch Herschel, die Planetentheorie. Durch die Entdeckung wurde er zum königlichen Hofastronomen George III. ernannt.

Tatsächlich wurde Uranus auch schon früher beobachtet, aber seine planetarisch Natur wurde dabei nicht erkannt. 1691 wurde er als Stern 34 Tau vom ersten Astronomer Royal John Flamsteed (1646 - 1719) in seinem Sternkatalog eingetragen. Dieser Katalog wurde er st nach seinem Tod veröffentlicht. Im Dezember 1768 und Januar 1769 beobachtete der französische Astronom Pierre Charles Lemonnier den Planten insgesamt achtmal. Dennoch fiel ihm die langsame Wanderung des Objekts nicht auf.

Uranus läuft in einem Abstand von 19,2 AE um die Sonne und benötigt 84 Jahre für eine Umkreisung. Somit beträgt seine mittlere Bahngeschwindigkeit 6,8 Kilometer pro Sekunden.

Im Perihel ist er 2,736 Milliarden Kilometer und im Aphel 3,006 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt. Der letzte Apheldurchgang fand am 27. Februar 2009 statt. Erst am 13. August 2050 wird Uranus wieder durch das Perihel seiner laufen. Das Licht benötigt zwischen 2,5 und 3 Stunden vom Planeten zu uns.

Das meiste Wissen stammt immer noch von der Raumsonde Voyager 2, die 1986 in nur sechs Stunden das Uranus-System durchquerte. Die kurze Verweildauer lag nicht nur an der hohen Geschwindigkeit der Sonde, sondern auch an der eigenartigen Lage der Achse des Planeten: Sie ist um 98° gegenüber der Ekliptik gekippt, Mal zeigt seine Achse direkt auf die Sonne, mal scheint die Sonne nie über den Polen. Obwohl Uranus zu den Riesenplaneten wie Jupiter und Saturn gezählt wird, unterscheidet er sich von den beiden weiter innen liegenden Planeten doch deutlich. Sein Durchmesser ist deutlich kleiner, nur rund 51.000 km und seine Atmosphäre besteht aus Wasserstoff, Helium und Methan. Er gehört somit wie Jupiter, Saturn und Neptun zu den sogenannten Wasserstoffplaneten. Uranus besitzt die 14,5-fache Masse der Erde. Daraus ergibt sich eine mittlere Dichte von 1,3 g/cm3. Am Äquator rotiert Uranus in rund 17 Stunden und 15 Minuten einmal um seine Achse.

Einzigartig im Sonnensystem ist die Lage seiner Rotationsachse, die um 98º gegenüber der Senkrechten der Bahnebene gekippt ist.

Mit Amateurmitteln lassen sich keine Strukturen auf Uranus erkennen, und auch Raumsonden zeigen nur ein grünblaues Objekt ohne erkennbaren Strukturen. Nur auf Falschfarbenaufnahmen lassen sich einige Wolkenbänder ausmachen.

1977 wurden Ringe um den Planeten entdeckt, die allerdings aus einem dunklen, teer-ähnlichen Material bestehen und nur bemerkt wurden, weil sie kurzfristig einen Hintergrundstern verdunkelten, vor dem Uranus vorbeizog. Auch die Monde sind für die meisten Amateurteleskope zu lichtschwach.

Der innere Aufbau und das Magnetfeld von Uranus

Computermodelle zeigen, dass Uranus aus dre Schichten besteht. Der Kern besteht vorwiegend aus Eisen und Silizium. Darüber liegt eine Schicht aus Wasser, Ammoniak und gefrorenem Methan. Die Atmosphäre enthält vorwiegend Wasserstoff, Helium und gasförmiges Methan. Die sichtbaren Wolken befinden sich in der obersten Atmosphäre.

Unklar ist bislang, wie das Magnetfeld des Planeten entsteht. Uranus besitzt zwar ein Feld, dass stärker ist als das irdische, doch ist ungeklärt, warum die Magnetfeldachse in einem Winkel von 59 Grad zur Rotationsachse steht.