Alle Themen auf Astronomie.de im Überblick




Ausgedruckte Seite: https://astronomie.de/das-sonnensystem/meteore-meteoroide-und-meteorite/meteore

Ausdruck vom: Donnerstag, der 20.06.2024

Copyright: www.baader-planetarium.com

Zum Hauptinhalt springen
Offcanvas top
...

Meteore

Als Meteor bezeichnet man die Leuchterscheinung am Himmel, die landläfig auch Sternschnuppe genannt wird.

Wenn kleiner Meteoroide mit Durchmessern von etwa einem zehntel bis zu einigen Millimetern Größe in die oberen Schichten der Erdatmosphäre eindringen, erhitzen sie die Luft und bringen sie zum Leuchten. auf. Im Volksmund werden sie auch Sternschnuppen genannt. Werden sie besonders hell spricht man auch von Feuerkugeln bzw. Boliden.

Die Überreste des Verglühens und die feinsten, nicht freiäugig sichtbaren Meteore ergeben dann die extraterrestrischen Aerosole. Die Schätzungen des dauernd herabrieselnden Meteorstaubs reichen von einigen hundert bis 5000 Tonnen pro Tag. Größere Meteore können in höheren Luftschichten durch die starke Hitzeentwicklung zerplatzten. Die Bruchstücke, die den Erdboden erreichen, werden Meteorite genannt.

Sternschnuppen können in jeder klaren Nacht gesehen werden, wobei die meisten in der zweiten Nachthälfte vorkommen. Diese sporadischen Meteore stammen aus dem interplanetaren Staub im Sonnensystem, den die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne auffegt. Gelegentlich kommt es aber zu einer auffälligen Häufung von Sternschnuppen, wenn unser Heimatplanet durch einen alten Schweif eines Kometen wandert. Der bekannteste dieser Sternschnuppenströme sind die Perseiden, die jedes Jahr um den 12. August ihr Maximum erreichen. Dann sind an einem dunklen Ort bis zu 120 Meteore zu sehen. Andere auffällige Sternschnuppenströme sind die die Geminiden und Leoniden. Letztere erreichen gelegentlich Sturmstärke, d.h. es können mehr als 1.000 Meteore pro Stunde aufleuchten. Zuletzt geschah das in den Jahren 1998 - 2002.

Kosmische Partikel von einigen Gramm

Bereits ein winziges Staubkörnchen mit einer Grösse von 0,1 mm kann eine Sternschnuppe erzeugen. Ein Staubkorn von einigen Gramm hinterlässt eine helle Leuchtspur, sie kann heller als die Venus leuchten.

Die Geschwindigkeiten, mit denen Meteoroiden in die Atmosphäre eintauchen, liegen bei 10 bis 72 km/sec. Dabei komprimiert der Körper durch die hohe Geschwindigkeit auf seiner Vorderseite das Luftpolster und es entsteht sehr hohe Reibungshitze. Die Oberfläche des Meteoroiden beginnt zu schmelzen und verdampft.

Die Leuchterscheinung einer Sternschnuppe kommt aber nicht von dem Meteor selbst. Vielmehr wird die komprimierte Lufthülle um den Meteor zum Leuchten angeregt. Der Physiker spricht hier von einem Rekombinationsleuchten: Der Meteoroid dringt mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre ein und komprimiert die vor ihm befindliche Luft beträchtlich, was zu deren Aufheizung führt.

Jeder hat schon einmal erfahren, dass Luft heiß wird, wenn man sie zusammendrückt: Klassisches Beispiel ist das Aufpumpen eines Fahrradreifens.

So verdampft ein Teil des Meteoroiden und seine Oberfläche wird aufgeschmolzen, was zur Bildung einer Schmelzkruste führt. Durch die Starke Hitzeentwicklung wird die umgebende Luft ionisiert, d.h. die Moleküle der erhitzen Luft verlieren ein Elektron. So bildet sich um den Meteoroden eine Wolke elektrisch geladener Teilchen aus negativ geladenen Elektronen und positiven Ionen. Kühlt dieLuft wieder ab, vereinigen sie sich wieder recht schnell wieder (Rekombination). Dieser Vorgang setzt Energie frei, die wir in Form des Leuchtens der Meteore sehen können. Ganz trivial ausgedrückt sieht man bei einer Sternschnuppe eigentlich nur das Aufglühen der Luft. Hinter dem Staubkorn bildet sich ein leuchtender Schweif, wir sehen eine Sternschnuppe.