Der Sternenhimmel heute





Der Mondlauf
Mondphasen:
Am 4. September ist Halbmond im Sternbild Stier.
Am 11. September ist Neumond im Sternbild Löwe.
Am 18. September ist Halbmond im Sternbild Schlangenträger.
Am 25. September ist Vollmond im Sternbild Fische.
Erdnähe und Erdferne:
Am 6. September durchläuft der Mond im Sternbild Zwillinge den erdnächsten Punkt seiner Bahn (368258 km Abstand zur Erde).
Am 19. September durchläuft der Mond im Sternbild Schütze den erdfernsten Punkt seiner Bahn (404221 km Abstand zur Erde).
Knotendurchgänge der Mondbahn:
Am 9. September überquert der Mond im Sternbild Löwe die Ekliptik nach Süden
Am 24. September überquert der Mond im Sternbild Wassermann die Ekliptik nach Norden.
Maximaler Horizontabstand des Mondes:
Der Mond erreicht am 3. September um 6:00 im Sternbild Widder seinen maximalen nächtlichen Horizontabstand des Monats (62,6°).
Sehenswerte Konstellationen:
Am 4. September kann man die zunehmende Mondsichel um 0:40 als Aufsuchhilfe für den Uranus benutzen. Der 5,7m helle Planet befindet sich ca. 4,6° unterhalb des Mondes.
Am 7. September kann man die zunehmende Mondsichel um 4:00 mit dem 1,2m hellen Mars tief über dem Osthorizont sehen.
Am 27. September kann man den Vollmond um 22:00 als Aufsuchhilfe für den Neptun benutzen. Der 7,8m helle Planet befindet sich dann ca. 4.5° unterhalb des Mondes. In dieser Nacht passiert der Vollmond auf seiner Bahn den 0,3m hellen Saturn in ca. 6° Abstand.
Am 30. September geht der Mond um 20:25 gemeinsam mit den Plejaden auf.
Bedeckungen heller Sterne und Planeten durch den Mond:
Am 14. September bedeckt der abnehmende Mond von 11:26- 12:41 die -4,5m helle Venus.
Am 17. September bedeckt der abnehmende Mond von 17:15- 18:30 den 2,8m hellen Stern Tau Scorpii.
Im Überblick - Der Sternenhimmel im September
Am 1. September geht die Sonne gegen 20:20 unter. Zwei Stunden nach Sonnenuntergang beginnt die Astronomische Dunkelheit. Am 2. September gegen 6:50 geht die Sonne wieder auf.
Am Monatsende geht die Sonne bereits um 19:15 unter, und gegen 21:00 wird es bereits astronomisch dunkel. Am folgenden 1. Oktober beginnt die Morgendämmerung um 5:45, und die Sonne geht danach um7:34 auf.
Im Lauf des Monats September nimmt die Dauer der nächtlichen astronomischen Dunkelheit um fast zwei Stunden zu. Die Nacht ist am Monatsende schon 8,5 Stunden lang astronomisch dunkel.
Am 23. September sind Tag und Nacht jeweils gleich lang, dann überquert die Sonne um 2:05 MESZ den Äquator nach Süden. Damit endet auf der Nordhalbkugel der Sommer und der Herbst beginnt. Auf der der Nordhalbkugel werden die Nächte bis zum 21. März des kommenden Jahres länger sein als die Tage.
Im September treten milde Hochdruckwetterlagen mit klarer, trockener Luft, leichtem Wind und milden Temperaturen relativ häufig auf. Man nennt dieses typische Septemberwetter den „Altweibersommer“. In Altweibersommernächten bieten in der Regel gute Seeing-Bedingungen. Wie sich der fortschreitende Klimawandel auf das kommende Septemberwetter auswirken wird, werden wir bald erfahren.
Die Nächte werden im September allmählich länger und kühler werden, jedoch noch nicht unangenehm kalt. Steht man in einer mondlos sternklaren Septembernacht an einem abgelegenen Beobachtungsplatz fern von störenden künstlichen Lichtquellen, kann man dort einen prächtigen Sternenhimmel erleben, kann schöne Himmelsbeobachtungen machen und mit gutem Erfolg astrofotografisch tätig sein.
Am 11. September ist Neumond.
Am 26. September ist Vollmond.
In der zweiten und der dritten Septemberwoche kann man Deep-Sky-Objekte über viele Stunden ohne störendes Mondlicht beobachten und fotografieren.
Saturn kann ab 23:00 beobachtet werden, und der Neptun erreicht seine Oppositionsstellung am 24. September. Mars ist ab 3:00 zu sehen, und Jupiter kann ab 5:00 am Morgendämmerungshimmel gut beobachtet werden, und der Uranus bereits ab Mitternacht. Merkur und Venus befinden sich im September nahe der Sonne am Taghimmel und sind hier nicht gefahrlos beobachtbar.
Im kommenden September sind leider keine hellen Kometen zu erwarten.
Wenn man im September einen eindrucksvollen Sternenhimmel erleben will, muss man sich an einen abgelegenen und dunklen Beobachtungsplatz begeben. Es ist sinnvoll, dort gemeinsam mit Gleichgesinnten zu beobachten, da man miteinander mehrere Fernrohre aufstellen kann, sodass man mehr Beobachtungsmöglichkeiten hat. Zudem hat man so eine kompetente Unterstützung beim Aufbau und beim Abbau der Geräte, und hat man ein wichtiges Zubehörteil daheim vergessen, könnte ein Mitbeobachter mit einem passenden Teil aushelfen.
Am Beobachtungsort sollte man Campingstühle aufstellen, damit man nicht Stunden lang stehen muss. Man sollte einen kleinen Klapptisch aufstellen, auf dem man Zubehör griffbereit ablegen kann. Außerdem sollte man eine Thermoskanne mit einem belebenden Heißgetränk dabei haben, und eine Packung trockener Kekse.
Man sollte sich so warm anziehen, dass man im Laufe der Nacht nicht frieren wird.
Will man Objekte am Sternenhimmel beobachten, muss man wissen, wo diese Objekte am Himmel liegen, wie man sie zuverlässig finden kann, und wie gut man sie mit den eingesetzten Geräten wahrnehmen kann. Durch eine gute Vorbereitung auf die Beobachtungsnacht erspart man sich manche frustrierende Suche unterm Sternenhimmel.
Der Beobachtungsplatz muss einen ebenen und tragfähigen Untergrund bieten, damit die Geräte einen sicheren Stand haben, und man dort in der Dunkelheit über nichts stolpern kann. Stellt man die Geräte während der Abenddämmerung auf, kann sie einem noch etwas Licht und Übersicht bieten. Danach kann man entspannt genießen, wie die Dunkelheit zunimmt und der Sternenhimmel allmählich seine Pracht entfaltet. Zugleich kann man die Beobachtungsplanung an die Bedingungen vor Ort anpassen.
Bevor man dann mit dem Beobachten beginnen kann, müssen die Geräte vollständig ausgekühlt sein. Diese Auskühlphase dauert bei größeren Geräten länger als bei kleineren Geräten. Die Geräte können ihre bestmögliche Abbildungsleistung nur liefern, wenn sie ausgekühlt sind.
Weil während der Nacht Tau entstehen kann, sollte man die Geräte mit einsatzbereiten Objektivheizungen ausstatten.
Newton-Teleskope muss man nach der Auskühlphase noch kollimieren, weil Erschütterungen beim Transport zum Beobachtungsplatz die Haupt- und Fangspiegel konstruktionsbedingt verschoben haben können.
Schließlich sollte man Klemmen und Klemmschrauben an den Stativen der Ferngläser und Fernrohre fest anziehen, damit während der Nacht keines der Geräte unerwartet umfallen kann.
Erst danach kann man unbesorgt mit dem Beobachten loslegen.
Sternkarte Gesamtübersicht
Ansicht zu einem anderen Zeitpunkt
Die Ansicht für einen anderen Tag und Stunde des Jahres finden Sie auf unserer Partnerseite von www.Der-Mond.de - Wissen und Beobachtung zum Mond
Stellarium bietet eine eigenen Webservice, mit dem Sie sich zu jedem Zeitpunkt und Ort mit individuellen Einstellungen den Sternenhimmel ähnlich wie in Stellarium anzeigen lassen können: https://stellarium-web.org/
Planetenverlauf im Monatsüberblick
Merkur

Der Merkur wandert im September zügig östlich der Sonne aus dem Sternbild Löwe tief in das Sternbild Jungfrau. Da die Sonne im Verlauf des Monats September vom Sternbild Löwe in das Sternbild Jungfrau zieht, befindet sich der ca. 5,5 Bogensekunden große Merkur gemeinsam mit der Sonne am Taghimmel und kann nicht beobachtet werden.
Venus

Die Venus zieht im September östlich der Sonne langsamer werdend in einem flachen Bogen durch das Sternbild Jungfrau. Da die Sonne im September in das Sternbild Jungfrau zieht, befindet sich die Venus östlich der Sonne und geht vor ihr unter.
Die Venus befindet sich im September mit der Sonne am Taghimmel. Sie ist -4,5m hell und hat einen Winkeldurchmesser von 30 Bogensekunden. Sie kann mit kleinen Fernrohren gefahrlos beobachtet werden, solange man das Gerät im Schatten eines Gebäudes so aufstellt, dass während der Venusbeobachtung kein Sonnenlicht in das Objektiv fallen kann.
Mars

Der 1,3m helle Mars wandert im September auf seiner Bahn parallel zur Ekliptik aus dem Sternbild Zwillinge in das Sternbild Krebs. Am Monatsanfang befindet sich der 5 Bogensekunden große Mars 55° westlich der Sonne und geht um 1:35 auf.
Am Monatsende befindet er sich bereits 66° westlich der Sonne und geht ca. 6 Stunden vor der Sonne auf. Dann ist Mars schon 1,1m hell, hat einen Winkeldurchmesser von 5,6 Bogensekunden und ist ab 3:00 über dem Osthorizont gut wahrnehmbar.
Am Monatsende ist der Mars noch ca. 250 Millionen km von der Erde entfernt. Daher kann man mit Fernrohren noch keine Oberflächendetails auf dem Mars wahrnehmen.
Jupiter

Jupiter zieht im September parallel zur Ekliptik aus dem Sternbild Krebs gemächlich in das Sternbild Löwe.
Am Monatsanfang kann man den nun noch -1,8m hellen Planeten mit viel Glück eine Stunde vor dem Sonnenaufgang mit bloßem Auge ca. 12° über dem Nordosthorizont am Morgendämmerungshimmel wahrnehmen. Jupiters Winkeldurchmesser beträgt dann 32 Bogensekunden, und er ist noch 926 Millionen km von der Erde entfernt.
Am Monatsende ist Jupiter bereits -1,9m hell und geht bereits fünf Stunden vor der Sonne auf. Man kann Jupiter dann zwei Stunden vor dem Sonnenaufgang mit bloßem Auge ca. 15° hoch über dem Osthorizont wahrnehmen. Dann beträgt Jupiters Winkeldurchmesser schon 33 Bogensekunden, und er ist noch 887 Millionen km von der Erde entfernt.
Saturn

Im September zieht der 0,4m helle Saturn auf seiner diesjährigen Oppositionsschleife sehr langsam aus dem Sternbild Fische in das Sternbild Walfisch.
Am Monatsanfang geht Saturn um 21:30 auf und kann ab 22:00 mit bloßen Auge wahrgenommen werden.
Saturn ist am Monatsanfang 1,28 Milliarden km von der Erde entfernt und hat einen Winkeldurchmesser von 19,3 Bogensekunden. Am Monatsende geht der Saturn bereits um 19:30 auf. Er ist dann nur noch 1,26 Milliarden km von der Erde entfernt und hat einen Winkeldurchmesser von 19,7 Bogensekunden.
Mit langbrennweitigen Fernrohren ab 10 cm Objektivöffnung kann man bei 100-facher Vergrößerung den Saturnring und die die Teilung darin wahrnehmen. Außerdem kann man damit den großen Saturnmond Titan sehen, und die kleineren Saturnmonde Thetys, Dione, Rhea und Japetus. In Fernrohren an 25 cm Öffnung kann man auch noch kleinere Saturnmonde wahrnehmen, z. B. Enceladus, Japetus und Mimas.
Uranus

Der 5,7m helle Uranus zieht im September im Sternbild Stier unterhalb der Plejaden sehr gemächlich parallel zur Ekliptik in östliche Richtung.
Am Monatsanfang geht Uranus um 23.00 auf. Er ist dann 2,9 Milliarden km von der Erde entfernt und hat einen Winkeldurchmesser von 3,6 Bogensekunden. Am Monatsende geht Uranus bereits um 21:00 auf. Er ist dann nur noch 2,83 Milliarden km von der Erde entfernt und hat einen Winkeldurchmesser von 3,7 Bogensekunden.
Unter sehr günstigen Beobachtungsbedingungen kann man den Uranus mit dem bloßen Auge wahrnehmen. Mit jedem kleinen Fernglas ist Uranus sehr gut sichtbar. In Fernrohren langer Brennweite zeigt sich Uranus als ein olivbraunes Scheibchen.
Neptun

Der Neptun wandert im September auf seiner diesjährigen Oppositionsschleife im Sternbild Fische in westliche Richtung. Der 7,8m helle Eisplanet erreicht hier am 25. September seine Oppositionsstellung und ist dann 4,32 Milliarden km von der Erde entfernt und hat einen Winkeldurchmesser von 2,3 Bogensekunden.
Mit einem Fernglas kann man den Neptun mit etwas Glück ab 22:30 ca. 19° oberhalb des Osthorizonts wahrnehmen, und zwar ca. 10° westlich von Saturn.
Mit Ferngläsern und Fernrohren kann Neptun bis zur Morgendämmerung gesehen werden. In großen Fernrohren mit langer Brennweite kann Neptun bei hoher Vergrößerung als ein mattblaues Scheibchen sehen.
Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik. Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.
Als Kind beobachtete er zufällig eine Mondfinsternis, dieses Erlebnis weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.
Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Er war bei fünf Reisen zum Nordkap auf einem Expeditionsschiff Kreuzfahrt-Lektor für Astronomie und Polarlicht. Auf fünf Kontinenten hat er bislang acht Totale Sonnenfinsternisse erlebt.




































































































































































