Der Sternenhimmel heute





Der Mondlauf
Mondphasen:
Am 3. Oktober ist Halbmond im Sternbild Zwillinge.
Am 10. Oktober ist Neumond im Sternbild Jungfrau.
Am 18. Oktober ist Halbmond im Sternbild Schütze.
Am 26. Oktober ist Vollmond im Sternbild Widder.
Erdnähe und Erdferne:
Am 17. Oktober durchläuft der Mond im Sternbild Schütze den erdfernsten Punkt seiner Bahn (404637 km Abstand zur Erde).
Am 28. Oktober durchläuft der Mond im Sternbild Zwillinge den erdnächsten Punkt seiner Bahn (364409 km Abstand zur Erde).
Knotendurchgänge der Mondbahn:
Am 6. Oktober überquert der Mond im Sternbild Löwe die Ekliptik nach Süden
Am 21. Oktober überquert der Mond im Sternbild Wassermann die Ekliptik nach Norden.
Maximaler Horizontabstand des Mondes:
Der Mond erreicht am 1. Oktober um 5:10 im Sternbild Stier seinen maximalen nächtlichen Horizontabstand des Monats (64,9°).
Sehenswerte Konstellationen:
Am 5. Oktober passiert die abnehmende Mondsichel um 5:30 den 1,1m hellen Mars im nördlichen Abstand von 1°, ca. 40° über dem Osthorizont.
Am 6. Oktober passiert die abnehmende Mondsichel um 13:00 den -1,9m hellen Jupiter im südlichen Abstand von 0,5°.
Bedeckungen heller Sterne durch den Mond:
Am 28. Oktober wandert der Mond von 2:00 bis 4:00 durch die Plejaden und verdeckt dabei nacheinander 4 helle Sterne: den 5,3m hellen Stern Celaeono, den 4,2m hellen Stern Taygeta, den 3,9m hellen Stern Maja und den 5,8m hellen Stern Asterope.
Im Überblick - Der Sternenhimmel im Oktober
Am 1. Oktober geht die Sonne gegen 19:00 unter. Am 2. Oktober geht die Sonne gegen 7:30 wieder auf. Am Monatsende geht die Sonne aufgrund der Umstellung auf die Winterzeit bereits gegen 17:00 unter, und am folgenden Morgen geht sie gegen 8:20 wieder auf. Daher bleibt die letzte Oktobernacht bereits 10,5 Stunden lang astronomisch dunkel.
Die Oktobernächte sind lang. Daher kann man in ihrem Verlauf viele Sternbilder sehen und kann darin viele Himmelsobjekte beobachten sowie fotografieren. Damit das gelingt, muss das Wetter passen. Außerdem muss man darauf vorbereitet sein, diese Gelegenheiten zu nutzen, wenn sie sich bieten.
Man sollte einen Beobachtungsplatz wählen, der so ruhig und abgelegen liegt, dass man dort ungestört beobachten kann. Er sollte zudem mit dem Auto erreichbar sein, damit man die benötigte Ausrüstung problemlos an- und abtransportieren kann.
Der Beobachtungsplatz muss einen festen Untergrund bieten, damit die Stativbeine während der Beobachtung nicht darin einsinken. Er muss so eben sein, dass man im Dunkeln dort nicht ins Stolpern kommt. Er sollte zugleich so hoch gelegen sein, dass man dort eine gute Rundumsicht hat und nicht in Bodennebel geraten kann.
Hat man die Geräte dort aufgebaut, muss man abwarten, bis sie sich an die Temperatur der sie umgebenden Luft angepasst haben. Diese Auskühlphase dauert umso länger, je massiger und größer diese Geräte sind.
Newton-Spiegelteleskope muss man nach dem Auskühlen in der Regel noch kollimieren, damit sie ihre optimale Abbildungsleistung bieten können.
Bevor man mit den Beobachtungen beginnt, sollte man prüfen, ob alle Klemmen und Schrauben an den Montierungen und an Stativbeinen der Fernrohre fest angezogen sind.
Falls man Deep-Sky-Objekte fotografieren will, muss man die Montierungen so sorgfältig einnorden, dass die Nachführung auch mit langen Belichtungszeiten zuverlässig arbeitet.
Im Herbst wird das Wetter zunehmend feuchter, wechselhafter und windiger. Im Oktober traten hin und wieder längere Phasen mit sternklarem Himmel auf, durch den Klimawandel nun womöglich seltener werden. Lokal können jedoch über mehrere Stunden Phasen mit sternklarem Himmel auftreten. Mit leistungsfähigen Wetter-Apps (z. B. Meteoblue, Kachelmannwetter) kann man sich jederzeit darüber informieren, welche Wetterbedingungen jeweils am Beobachtungsplatz zu erwarten sind. So kann man Himmelsbeobachtungen und Astroaufnahmen fundiert planen, und kann sie auch mit guten Erfolgsaussichten durchführen.
In Oktobernächten weht oft ein kalter Wind. Kalter Wind kann einem am Beobachtungsplatz die Tränen in die Augen treiben. Daher braucht man am Beobachtungsplatz etwas Windschutz.
Man muss sich so warm anziehen, dass der kalte Wind die Schichten der Kleidung nicht durchdringen wird. Auf den Kopf gehört eine Mütze, die gut sitzt und die Ohren gut warm hält.
Man darf den Chill-Effekt des kalten Windes nicht unterschätzen. Wenn die Kälte in den Rücken kriecht oder in die Ohren und die Zehen beißt, verliert auch der prächtigste Sternenhimmel schnell jeden Anreiz.
Gegen kalte Finger helfen USB-Handwärmer in den Jackentaschen.
Man sollte am Beobachtungsplatz eine bequeme Sitzgelegenheit haben, damit man in der dunklen Nacht nicht mehrere Stunden lang stehen muss. Man sollte dort auch einen kleinen Klapptisch aufstellen, auf dem man Zubehör griffbereit ablegen kann, sodass man im Dunkeln nicht danach suchen muss. Sehr empfehlenswert ist dort auch eine große Thermoskanne mit Heißgetränk und Trinkbechern, um sich innerlich aufzuwärmen, sowie eine Packung trockener Kekse.
Im Verlauf der Oktobernacht bildet sich auf den Geräten häufig Tau. Sitzt er auf Objektiven und Fernrohrspiegeln, setzt das den Beobachtungen und astrofotografische Aktivitäten ein vorschnelles Ende. Taukappen können einen ersten Schutz vor Taubildung bieten, können jedoch auch die Windanfälligkeit des Setups erhöhen. Wenn man Taukappen und Fernrohrtuben mit ausreichend dimensionierten Objektivheizungen versieht, halten sie die Oberflächen der Optiken zuverlässig frei von Tau.
In feuchtkalten Nächten kühlt der kleine Sekundärspiegel bei Newton-Teleskopen schnell aus und beschlägt. Das kann man mit einer kleinen Fangspiegelheizung zuverlässig verhindern.
Wenn man in der kalten Nacht beobachtet, muss man beim Atmen darauf achten, dass die warme Atemluft nicht an das kalte Okular gelangen darf, da das Okular anderenfalls spontan beschlägt. Hat man das Okular vorher etwas angewärmt (z. B. mit einem USB-Handwärmer in der Jackentasche), kann man das verhindern. Gegebenenfalls kann man großvolumige Okulare während der Beobachtung mit einer kleinen Objektivheizung vor dem Beschlagen schützen.
Am 10. Oktober ist Neumond, am 25. Oktober endet die Sommerzeit, und am 26. Oktober ist Vollmond.
Während der ganzen Nacht kann man im Sternbild Fische den Saturn beobachten. Er erreicht am 4. Oktober seine diesjährige Oppositionsstellung. Der Neptun kann dort ebenfalls mit Fernrohren während der ganzen Nacht beobachtet werden. Den Uranus kann man im Sternbild Stier ab 23:00 mit einem Fernglas oder Fernrohr beobachten. Ab 3:00 kann man den Mars im Sternbild Krebs sehen. Ab 4:00 kann man den Jupiter im Sternbild Löwe beobachten.
Für den Oktober 2026 sind am Nachthimmel über Mitteleuropa keine hellen Kometen zu erwarten.
Sternkarte Gesamtübersicht
Ansicht zu einem anderen Zeitpunkt
Die Ansicht für einen anderen Tag und Stunde des Jahres finden Sie auf unserer Partnerseite von www.Der-Mond.de - Wissen und Beobachtung zum Mond
Stellarium bietet eine eigenen Webservice, mit dem Sie sich zu jedem Zeitpunkt und Ort mit individuellen Einstellungen den Sternenhimmel ähnlich wie in Stellarium anzeigen lassen können: https://stellarium-web.org/
Planetenverlauf im Monatsüberblick
Merkur

Der -0,1m helle Merkur befindet sich am Monatsanfang 22° östlich der Sonne. Er zieht im Laufe des Oktobers aus dem Sternbild Jungfrau in das Sternbild Waage. Am 23. Oktober wird er rückläufig und wandert langsam wieder in westliche Richtung, wo ihm die Sonne im Sternbild Jungfrau entgegenkommt. Am Monatsende befindet er sich nur noch 10° östlich der Sonne. Der 7,5 Bogensekunden große Merkur befindet sich im Oktober gemeinsam mit der Sonne am Taghimmel und kann hier nicht gefahrlos beobachtet werden.
Venus

Die Venus zieht im Oktober rückläufig in einem flachen Bogen durch das Sternbild Jungfrau auf die Sonne zu, die ihm in diesem Sternbild entgegen kommt. Am 24. Oktober kommt es hier zur unteren Konjunktion der Venus mit der Sonne.
Die Venus befindet sich im Oktober mit der Sonne am Taghimmel. Sie kann hier mit kleinen Fernrohren gefahrlos beobachtet werden, solange man das Fernrohr im Schatten eines Gebäudes so aufstellt, dass während der Venusbeobachtung kein Sonnenlicht in das Objektiv fallen kann. Dann zeigt sich die -4,0 m helle Venus im Fernrohr als schmale Sichel.
In den Tagen vor und nach der Konjunktion der Venus mit der Sonne darf man die Venus nicht beobachten, weil sie sich dann zu dicht neben der Sonne aufhält. Wer es trotzdem versucht, könnte dadurch blitzschnell erblinden.
Mars

Der 1,1m helle Mars wandert im Oktober auf seiner Bahn parallel zur Ekliptik durch das Sternbild Krebs bis zum Sternbild Löwe. Am Monatsanfang befindet sich der 5,6 Bogensekunden große Mars 66° westlich der Sonne und geht um 1:00 auf. Er ist ab 3:00 über dem Osthorizont gut wahrnehmbar. Der Mars ist da noch ca. 250 Millionen km von der Erde entfernt, sodass man mit Fernrohren noch keine Oberflächendetails auf dem Mars wahrnehmen kann.
Am Monatsende befindet er sich bereits 79° westlich der Sonne und geht um 0:44 auf. Er ist dann 0,9m hell, hat einen Winkeldurchmesser von 6,5 Bogensekunden und ist nur noch ca. 215 Millionen km von der Erde entfernt.
Jupiter

Jupiter zieht im Oktober parallel zur Ekliptik gemächlich durch den Westteil des Sternbilds Löwe.
Am Monatsanfang kann man den nun -1,9m hellen Planeten ab 4:00 mit bloßem Auge ca. 12° über dem Nordosthorizont wahrnehmen. Jupiters Winkeldurchmesser beträgt dann 33 Bogensekunden, er ist dann noch 887 Millionen km von der Erde entfernt.
Am Monatsende ist Jupiter bereits -2,1m hell und geht bereits sechs Stunden vor der Sonne auf. Man kann Jupiter dann ab 3:00 mit bloßem Auge ca. 15° hoch über dem Osthorizont wahrnehmen. Dann beträgt Jupiters Winkeldurchmesser schon 36 Bogensekunden.
Saturn

Im Oktober zieht der 0,3m helle Saturn auf seiner Oppositionsschleife durch das Sternbild Walfisch. Hier erreicht er am 4. Oktober seine diesjährige Oppositionsstellung.
Am Monatsanfang geht Saturn um 19:22 auf und kann ab 21:00 bequem mit bloßen Auge wahrgenommen werden. Er ist dann nur noch 1,26 Milliarden km von der Erde entfernt und hat einen Winkeldurchmesser von 19,7 Bogensekunden.
Saturn ist am Monatsende 1,277 Milliarden km von der Erde entfernt und hat einen Winkeldurchmesser von 19,6 Bogensekunden. Am Monatsende geht der Saturn bereits um 17:20 auf.
Mit langbrennweitigen Fernrohren ab 10 cm Objektivöffnung kann man bei 100-facher Vergrößerung den Saturn und den Saturnring nebst der Cassinische Teilung darin wahrnehmen. Außerdem kann man damit den großen Saturnmond Titan sowie die drei etwas kleineren Saturnmonde Thetys, Dione, Rhea und Japetus sehen.
In Fernrohren an 25 cm Öffnung kann man zusätzlich auch einige och kleinere Saturnmonde wahrnehmen, z. B. den Enceladus, den Japetus und den Mimas.
Uranus

Der 5,6m helle Uranus zieht im Oktober im Sternbild Stier unterhalb der Plejaden sehr gemächlich parallel zur Ekliptik in östliche Richtung.
Am Monatsanfang geht Uranus um 21.00 auf. Er ist dann 2,82 Milliarden km von der Erde entfernt und hat einen Winkeldurchmesser von 3,7 Bogensekunden. Am Monatsende geht Uranus bereits um 19:04 auf. Er ist dann nur noch 2,77 Milliarden km von der Erde entfernt und hat einen Winkeldurchmesser von 3,8 Bogensekunden.
Bei sehr günstigen Beobachtungsbedingungen kann man den Uranus mit dem bloßen Auge wahrnehmen. Mit jedem kleinen Fernglas ist Uranus sehr gut sichtbar. In Fernrohren langer Brennweite zeigt sich Uranus als ein olivbraunes Scheibchen.
Neptun

Der Neptun wandert im Oktober auf seiner diesjährigen Oppositionsschleife im Sternbild Fische in westliche Richtung. Der 7,8m helle Eisplanet hat am 25. September seine diesjährige Oppositionsstellung passiert. Er ist ca. 4,32 Milliarden km von der Erde entfernt und hat einen Winkeldurchmesser von 2,3 Bogensekunden.
Mit Ferngläsern kann man den Neptun mit etwas Glück ab 22:30 ca. 29° oberhalb des Südosthorizonts wahrnehmen, und zwar ca. 8° westlich von Saturn.
Mit Ferngläsern und Fernrohren kann Neptun bis zur Morgendämmerung gesehen werden. In großen Fernrohren mit langer Brennweite kann man den Neptun bei hoher Vergrößerung als ein mattblaues Scheibchen sehen.
Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik. Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.
Als Kind beobachtete er zufällig eine Mondfinsternis, dieses Erlebnis weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.
Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Er war bei fünf Reisen zum Nordkap auf einem Expeditionsschiff Kreuzfahrt-Lektor für Astronomie und Polarlicht. Auf fünf Kontinenten hat er bislang acht Totale Sonnenfinsternisse erlebt.




































































































































































