Alle Themen auf Astronomie.de im Überblick




Ausgedruckte Seite: https://astronomie.de/der-sternenhimmel-heute/was-sehen-wir-am-firmament

Ausdruck vom: Samstag, der 26.09.2026

Copyright: www.baader-planetarium.com

Zum Hauptinhalt springen
Offcanvas top
...

Im Überblick - Der Sternenhimmel im September

Am 1. September geht die Sonne gegen 20:20 unter. Zwei Stunden nach Sonnenuntergang beginnt die Astronomische Dunkelheit. Am 2. September gegen 6:50 geht die Sonne wieder auf.

Am Monatsende geht die Sonne bereits um 19:15 unter, und gegen 21:00 wird es bereits astronomisch dunkel. Am folgenden 1. Oktober beginnt die Morgendämmerung um 5:45, und die Sonne geht danach um7:34 auf. 

Im Lauf des Monats September nimmt die Dauer der nächtlichen astronomischen Dunkelheit um fast zwei Stunden zu. Die Nacht ist am Monatsende schon 8,5 Stunden lang astronomisch dunkel.

Am 23. September sind Tag und Nacht jeweils gleich lang, dann überquert die Sonne um 2:05 MESZ den Äquator nach Süden. Damit endet auf der Nordhalbkugel der Sommer und der Herbst beginnt. Auf der der Nordhalbkugel werden die Nächte bis zum 21. März des kommenden Jahres länger sein als die Tage.  

Im September treten milde Hochdruckwetterlagen mit klarer, trockener Luft, leichtem Wind und milden Temperaturen relativ häufig auf. Man nennt dieses typische Septemberwetter den „Altweibersommer“. In Altweibersommernächten bieten in der Regel gute Seeing-Bedingungen. Wie sich der fortschreitende Klimawandel auf das kommende Septemberwetter auswirken wird, werden wir bald erfahren.    

Die Nächte werden im September allmählich länger und kühler werden, jedoch noch nicht unangenehm kalt. Steht man in einer mondlos sternklaren Septembernacht an einem abgelegenen Beobachtungsplatz fern von störenden künstlichen Lichtquellen, kann man dort einen prächtigen Sternenhimmel erleben, kann schöne Himmelsbeobachtungen machen und mit gutem Erfolg astrofotografisch tätig sein. 

Am 11. September ist Neumond. 
Am 26. September ist Vollmond. 
In der zweiten und der dritten Septemberwoche kann man Deep-Sky-Objekte über viele Stunden ohne störendes Mondlicht beobachten und fotografieren. 
Saturn kann ab 23:00 beobachtet werden, und der Neptun erreicht seine Oppositionsstellung am 24. September. Mars ist ab 3:00 zu sehen, und Jupiter kann ab 5:00 am Morgendämmerungshimmel gut beobachtet werden, und der Uranus bereits ab Mitternacht. Merkur und Venus befinden sich im September nahe der Sonne am Taghimmel und sind hier nicht gefahrlos beobachtbar. 

Im kommenden September sind leider keine hellen Kometen zu erwarten.

Wenn man im September einen eindrucksvollen Sternenhimmel erleben will, muss man sich an einen abgelegenen und dunklen Beobachtungsplatz begeben. Es ist sinnvoll, dort gemeinsam mit Gleichgesinnten zu beobachten, da man miteinander mehrere Fernrohre aufstellen kann, sodass man mehr Beobachtungsmöglichkeiten hat. Zudem hat man so eine kompetente Unterstützung beim Aufbau und beim Abbau der Geräte, und hat man ein wichtiges Zubehörteil daheim vergessen, könnte ein Mitbeobachter mit einem passenden Teil aushelfen. 

Am Beobachtungsort sollte man Campingstühle aufstellen, damit man nicht Stunden lang stehen muss. Man sollte einen kleinen Klapptisch aufstellen, auf dem man Zubehör griffbereit ablegen kann. Außerdem sollte man eine Thermoskanne mit einem belebenden Heißgetränk dabei haben, und eine Packung trockener Kekse. 
Man sollte sich so warm anziehen, dass man im Laufe der Nacht nicht frieren wird.

Will man Objekte am Sternenhimmel beobachten, muss man wissen, wo diese Objekte am Himmel liegen, wie man sie zuverlässig finden kann, und wie gut man sie mit den eingesetzten Geräten wahrnehmen kann. Durch eine gute Vorbereitung auf die Beobachtungsnacht erspart man sich manche frustrierende Suche unterm Sternenhimmel.

Der Beobachtungsplatz muss einen ebenen und tragfähigen Untergrund bieten, damit die Geräte einen sicheren Stand haben, und man dort in der Dunkelheit über nichts stolpern kann. Stellt man die Geräte während der Abenddämmerung auf, kann sie einem noch etwas Licht und Übersicht bieten. Danach  kann man entspannt genießen, wie die Dunkelheit zunimmt  und der Sternenhimmel allmählich seine Pracht entfaltet. Zugleich kann man die  Beobachtungsplanung an die Bedingungen vor Ort anpassen.

Bevor man dann mit dem Beobachten beginnen kann, müssen die Geräte vollständig ausgekühlt sein. Diese Auskühlphase dauert bei größeren Geräten länger als bei kleineren Geräten. Die Geräte können ihre bestmögliche Abbildungsleistung nur liefern, wenn sie ausgekühlt sind.

Weil während der Nacht Tau entstehen kann, sollte man die Geräte mit einsatzbereiten Objektivheizungen ausstatten.
Newton-Teleskope muss man nach der Auskühlphase noch kollimieren, weil Erschütterungen beim Transport zum Beobachtungsplatz die Haupt- und Fangspiegel konstruktionsbedingt verschoben haben können.

Schließlich sollte man Klemmen und Klemmschrauben an den Stativen der Ferngläser und Fernrohre fest anziehen, damit während der Nacht keines der Geräte unerwartet umfallen kann. 

Erst danach kann man unbesorgt mit dem Beobachten loslegen.

Anderthalb Stunden nach Sonnenuntergang sieht man im Zenit das Sternenkreuz des Sternbilds Schwan mit seinem hellen Hauptstern Deneb. Daneben leuchtet der helle Stern Wega im kleinen Sternbild Leier. Westlich der Leier kann man nach kurzem Suchen das charakteristische Sternenmuster des Sternbilds Herkules wahrnehmen. 
Südlich des Schwans sieht man das kleine Sternbild Pfeil, und unterhalb des Pfeils sieht man Altair, den hellsten Stern des Sternbilds Adler.

Hoch im Westen sieht man Arktur, den Hauptstern des Sternbilds Bärenhüter. Unterhalb des Sternbilds Herkules liegt das große Areal der beiden Sternbilder Schlangenträger und Schlange. Tief über dem östlichen Horizont sieht man den Saturn.

Östlich des Sternbilds Pfeil zeigt sich der markante, kleine Sternenrhombus des Sternbilds Delfin, und östlich des Delfins leuchtet Enif, der helle Hauptstern des Sternbilds Pegasus, und etwas weiter östlich das große Pegasus-Sternenquadrat. Mit etwas Glück kann man südlich von Enif einige schwache Sterne des unauffälligen Sternbilds Wassermann wahrnehmen. Im Nordosten steht das Sternbild Cassiopeia bereits hoch am Himmel. Vielleicht kann man oberhalb des Sterns Mirach im Sternbild Andromeda mit bloßem Auge sogar das Zentrum der Andromeda-Galaxie als einen matten Schimmer erahnen. 

Sternbild Leier 

Gegen 22:00 steht dieses kleine Sternbild Leier fast im Zenit. Es ist einfach zu finden, denn sein hellster Stern ist die 0,0m helle Wega (Alpha Lyrae). Die Helligkeit Wegas galt bis vor wenigen Jahren als Referenzwert für den Nullpunkt der astronomischen Helligkeitsskala. Wega liegt in einer Entfernung von 25 Lichtjahren, sie ist ein junger Stern mit der dreifachen Masse der Sonne, und sie leuchtet mit 58 Sonnenleuchtkräften. 

Das Sternbild Leier wurde während der klassischen Antike im Zusammenhang mit der Orpheus-Sage erfunden: Als der Gott Hermes noch ein Säugling war, spielte er mit seiner Schildkröte, wobei diese verstarb. Darauf bastelte Hermes sich mit dem Panzer des Tieres die erste Leier. Mit diesem kleinen Musikinstrument machte das findige kleine Kerlchen bald eine so wunderbare Musik, dass sein Halbbruder Apollon ihm die Leier abkaufte, um sie dem begnadeten Sänger Orpheus zu schenken. Orpheus kam später sehr tragisch um sein Leben, worauf Zeus die Leier des Orpheus zum Andenken an Orpheus als Sternbild an den Himmel versetzte. 
Unterhalb der Wega bilden die vier Sterne Zeta Lyrae, Gamma Lyrae, Delta Lyrae und Beta Lyrae ein markantes kleines Parallelogramm, welches im Sternbild Leier den Rahmen der himmlischen Leier repräsentiert.

Der Stern Beta Lyrae (Sheliak) bildet die rechte untere Ecke dieses Sternenparallelogramms. Sheliak ist ein veränderlicher Stern, da sich seine Helligkeit sehr regelmäßig innerhalb von 12,9079 Tagen zwischen 3,4m und 4,1m schwankt. Man kann die Veränderungen der Helligkeit Sheliaks wahrnehmen, indem man sie im Abstand von einigen Nächten mit der Helligkeit des 3,5m hellen Sterns Gamma Lyrae vergleicht, welcher die linke untere Ecke des Sternenparallelogramms bildet. Maximum seiner Helligkeit ist Sheliak merklich heller als Gamma Lyrae, im Minimum der Helligkeit von Sheliak ist das umgekehrt. 

Mit einem Fernrohr bei mittleren Vergrößerungen findet man auf der Linie von Sheliak nach Gamma Lyrae den Planetarischen Nebel M57. Der Nebel wurde 1779 entdeckt, er war der erste je entdeckte Planetarische Nebel. Sein Entdecker nahm den Nebel in seinem Fernrohr als ein mattes Scheibchen wahr, dessen Winkeldurchmesser ähnlich dem des Jupiters war und meinte, einen neuen Planeten entdeckt zu haben. M57 leuchtet allerdings 20.000 Mal schwächer als Jupiter. 
In kleinen Fernrohren bei Vergrößerungen ab 60-fach sieht M57 wie ein mattgrauer Rauchring aus. In Fernrohren ab 30 cm Öffnung kann man im Zentrum des Nebels bei guten Beobachtungsbedingungen auch den 15,8m hellen Zentralstern des Nebels wahrnehmen.

An der linken oberen Ecke des Sternenparallelogramms liegt der Stern Delta Lyrae. Er ist ein Doppelstern, dessen Partnersterne („Delta 1“ und „Delta 2“) zehn Bogenminuten auseinander stehen. Bereits mit einem Fernglas erkennt man im Gebiet um Delta 2 Lyra eine Ansammlung von Sternen. Sie bilden miteinander den Offenen Sternhaufen „Stephenson 1“. Er liegt ca. 600 Lichtjahre von uns entfernt und ist fast so alt ist wie die Plejaden. 
An der rechten oberen Ecke des Parallelogramms liegt der Doppelstern Zeta Lyrae. Seine Partnersterne haben 44 Bogensekunden Abstand voneinander und sind beide weiß.

Ca. 1,5° nordöstlich von der Wega steht der Stern Epsilon Lyrae. Er lässt sich problemlos auffinden, da er mit Zeta Lyrae und Wega ein gleichseitiges Dreieck bildet. Epsilon Lyrae ist ein interessanter Doppelstern und liegt in 160 Lichtjahren Entfernung. 

Hat man ein gutes Sehvermögen, nimmt man Epsilon Lyrae mit bloßem Auge als „länglich“ wahr. Mit Ferngläsern sieht man Epsilon deutlich als einen Doppelstern: zwei gleich helle weiße Sterne, getrennt von einem schwarzen Zwischenraum. Betrachtet man Epsilon Lyrae mit Fernrohren bei ca. 100-facher Vergrößerung, sieht man, dass jeder Partnerstern seinerseits ein Doppelstern ist. Epsilon Lyrae besteht tatsächlich aus zwei Sternenpaaren, die einander in ca. 300000 Jahren umkreisen.  

Ca.4 ° südöstlich von Gamma Lyrae liegt der kleine Kugelsternhaufen M56. Er ist 8,3m hell. Mit kleinen Fernrohren bei 60facher Vergrößerung zeigt er sich als ein Nebelfleckchen. In Fernrohren ab 20 cm Objektivdurchmesser kann man bei hoher Vergrößerung die Randbereiche von M56 in Einzelsterne aufgelöst sehen. 
M56 liegt 33000 Lichtjahre von uns entfernt (ca. 300 Billiarden Kilometer!).

 

Sternbild Adler

Das Sternbild Adler liegt mitten in der Sommermilchstraße. Der Himmelshintergrund in diesem Sternbild enthält daher Tausende leuchtschwache Milchstraßensterne, jedoch keine spektakulären Offenen Sternhaufe und keine hellen galaktischen Nebel. Wenn man dieses Sternbild in einer mondlosen Sternennacht mit einem lichtstarken Fernglas oder Kometensucher von einem dunklen Standort aus durchforscht, kann man im sternreichen Himmelshintergrund des Sternbilds dunkle Zonen wahrnehmen, die wie Löcher im dichten Sternenfeld erscheinen. Diese dunklen Zonen sind riesige Staubwolken, die wahrnehmbar sind, weil sie das Licht der zahllosen hinter ihnen liegenden Sterne vollständig absorbieren. Besonders markante Beispiele sind hier die Dunkelwolken „Barnard 133“, „Barnard 134“ und „Barnard 141“. 

Ca. 13,5° westlich von Terazed (Gamma Aquilae) liegt ein kleiner Offener Sternhaufen. Er heißt NGC 6709. Man kann ihn bereits mit  kleinen Fernrohren bei niedriger Vergrößerung schön in Dutzende Sterne aufgelöst sehen.

 

Sternbild Pfeil

Das Sternbild Pfeil liegt zwischen den großen Sternbildern Schwan und Adler. Es wurde in der klassischen Antike erfunden, und soll den Pfeil des Liebesgottes Amor darstellen. 
Das Sternbild Pfeil ist ein kleines Sternbild. Seine drei hellen Sterne Eta, Gamma und Delta Sagittae liegen auf einer Linie, sie bilden den Schaft des himmlischen Pfeils, und die beiden Sterne Alpha Sagittae und Beta Sagittae repräsentieren seine Steuerfedern. 

Ca. 1,5° östlich von Delta Sagittae kann man mit lichtstarken Ferngläsern ein mattes Nebelfleckchen sehen. Es erweist sich in lichtstarken Fernrohren ab 15 Zentimetern Öffnung bei höherer Vergrößerung als ein dreieckiger matter Sternhaufen. Das ist der Kugelsternhaufen M71.

Ca. 4° westnordwestlich von Alpha Sagittae kann man bereits mit kleinen Ferngläsern den Offenen Sternhaufen Collinder 399 sehen. Die hellsten Mitglieder in diesem Sternhaufen sind so angeordnet, dass sie an einen Drahtkleiderbügel erinnern. Dieser „Kleiderbügelhaufen“ liegt zwar schon im benachbarten Sternbild Füchslein. Collinder 399 ist jedoch ein guter Wegweiser zum 6,2m hellen blauweißen Stern U Sagittae, der ca. 2° westlich liegt. 
U Sagittae ist ein Bedeckungsveränderlicher Stern, dessen Veränderlichkeit man sehr gut beobachten kann, weil die Helligkeit von U Sagittae alle 81 Stunden für die Dauer vom jeweils 1 Stunde und 40 Minuten abrupt um drei Größenklassen auf 9,2m absinkt. 

 

Füchslein

Das Sternbild Füchslein liegt südlich des Sternbilds Schwan und nördlich des Sternbilds Pfeil. Da das Sternbild Füchslein keine hellen Sterne enthält, wird es oft übersehen. Das ist schade, denn im Sternbild Füchslein lieg der sehenswerte der „Hantelnebel“ M27 und der „Kleiderbügelhaufen“

M27 liegt ca. 3,5° nördlich des 3,5m hellen Gamma Sagittae, und er ist ein großer und heller Planetarischer Nebel in ca. 1400 Lichtjahren Entfernung. 
Bei mondlos sternklarem Himmel kann man M27 schon mit Ferngläsern als ein mattes Fleckchen wahrnehmen. Mit Fernrohren bei 100facher Vergrößerung kann man die symmetrische, seitliche Einschnürung des Nebels erkennen, wegen der M27 den Namen „Hantelnebel“ bekommen hat. 
Betrachtet man M27 mit Fernrohren größerer Öffnung bei höherer Vergrößerung, kann man auch den 13m hellen Zentralstern sowie zahlreiche weitere feine Strukturen in der umgebenden Nebelhülle wahrnehmen. Bei diesen Beobachtung sind Okularfilter (UHC, O III) sehr hilfreich.

 

Sternbild Herkules

Gegen 22:30 kann man westlich des Sternbilds Leier ca. 50° über dem Südwesthorizont das Sternbild Herkules sehen. In dieser hohen Deklination kann man es angenehm beobachten. 
Im Sternbild Herkules liegt der helle Kugelsternhaufen M13, einer der hellsten Kugelsternhaufen am Nordhimmel. M13 kann man einfach finden, da er auf der Linie von Eta Herkulis zu Zeta Herkulis liegt. Mit Ferngläsern und in Sucherfernrohren sieht man M13 als ein mattes, rundliches Nebelbällchen. In Fernrohren ab 10 cm Öffnung bei 80-facher Vergrößerung zeigt sich das Nebelbällchen als eine rundliche Ansammlung zahlloser, winzigen Sternchen, die im Zentrum des Haufens besonders dicht zusammengedrängt liegen. 
M13 liegt ca. 22.000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält ca. 500000 Sterne, die sämtlich ca. 11 Milliarden Jahre alt sind. 

Wenn man ein Fernrohr auf den Stern Pi Herkulis richtet und es von dort ausgehend ca. 6,3° nach Norden schwenkt, stößt man auf den Kugelsternhaufen M92. Dieser Kugelsternhaufen ist so hell wie M13, allerdings stehen die Sterne im Zentrum von M92 enger beieinander als die Sterne im Zentrum von M13. 

Mit Fernrohren bei 50-facher Vergrößerung kann man ca. 4° nordöstlich des 2,8m hellen Sterns Kornephoros (Beta Herculis) in einem Feld schwacher Sterne einen 9m hellen blaugrünlichen Stern wahrnehmen. Wenn man diesen Stern mit Fernrohren mit 150-facher Vergrößerung betrachtet, erweist der sich als eine blaugrünliche Scheibe, in deren Zentrum ein winziger weißer Stern eingebettet ist. Das ist der Planetarische Nebel NGC 6210. 
NGC 6210 hat einen kleineren Winkeldurchmesser als der Ringnebel in der Leier, aber er hat  eine deutlich höhere Flächenhelligkeit hat als der Ringnebel, wodurch NGC 6210 sehr gut wahrnehmbar ist.

Der Hauptstern des Sternbilds Herkules heißt Ras Algethi (Alpha Herculis). Dieser Stern ist 3m hell und liegt im Südteil des Herkules, nahe dem Stern Ras Alhague, dem hellsten Stern im Sternbild Schlangenträger. 
Ras Algethi ist ca. 360 Lichtjahre von uns entfernt. Er ist ein Roter Überriesenstern von ca. 400 Sonnendurchmessern. Wenn man Ras Algethi mit Fernrohren bei hoher Vergrößerung, beobachtet, erweist er sich als ein enger Doppelstern. Seine Partnersterne zeigen einen schönen Farbkontrast, denn der hellere Partnerstern leuchtet orange, und der schwächere leuchtet grünlich.

Ca. 7° südlich von Theta Herculis liegt der 4,8m helle Doppelstern Stern 95 Herkulis. Da seine Partnersterne einen Abstand von 6 Bogensekunden voneinander haben, sind sie bereits mit kleinen Fernrohren getrennt zu sehen. Beide Partnersterne leuchten hell golden. 

 

Sternbilder Schlangenträger und Schlange

Das Sternbild Schlangenträger wurde in der Antike von griechischen Astronomen erfunden, um an die Asklepios-Sage zu erinnern. Es liegt südlich des Sternbilds Herkules. 

Asklepios war ein Sohn des Gottes Apollon. Er war sehr begabt und wurde zu einem hervorragenden Arzt. Asklepios beobachtete dann zufällig, dass eine Schlange einer anderen Schlange, die jemand mutwillig getötet hatte, ein wundersames Kraut ins Maul schob. Durch dieses Kraut wurde die tote Schlange wieder ganz lebendig. Asklepios setzte dieses Kraut fortan mit Erfolg ein, um frisch Verstorbene wieder zurück ins Leben zu holen. Das Hades, der Herrscher des Totenreichs davon erfuhr, bat er seinen Bruder Zeus, den Asklepios töten zu lassen, denn wenn auf der Erde niemand mehr sterben würde, müsse das dort einer katastrophalen Überbevölkerung führen. Zeus ließ den Asklepios töten und versetzte den getöteten Asklepios gemeinsam mit seiner Schlange als die Sternbilder Schlangenträger und Schlange an den Himmel. Seitdem ist die Schlange des Asklepios ein beliebtes Symbol im Gesundheitswesen. 

Der 2,1m helle Stern Ras Alhague (Alpha Ophiuchi) liegt im Nordteil des Sternbilds. Er ist der hellste Stern des Sternbilds Schlangenträger, und er markiert darin den Kopf des Schlangenträgers. Die beiden hellen Sterne Chelebalrai (Beta Ophiuchi) und Kappa Ophiuchi markieren die Position seiner Schultern, und die Sterne Sabik (Eta Ophiuchi, links) und Yed Prior (Delta Ophiuchi, rechts), repräsentieren seine kräftigen Hände. 
Westlich des Sternbilds Schlangenträgers bilden die Sterne Unuk (Alpha Serpentis), My Serpentis und Delta Serpentis den nach oben gerichteten Hals der Schlange. An dessen Ende bilden die drei Sterne Beta Serpentis, Gamma Serpentis und Kappa Serpentis miteinander den dreieckigen kleinen Schlangenkopf. 

Ca. 7,5° südwestlich von Unuk kann man im Fernglas ein rundliches Nebelwölkchen entdecken. Das ist der Kugelsternhaufen M5. Bereits mit Fernrohren von 6 cm Öffnung kann man M5 in einzelne Sterne aufgelöst sehen. 

Östlich des Sternbilds Schlangenträger liegt eine aufwärts verlaufende Kette aus Sternen, welche den Schwanz der Schlange bilden. Der besteht aus den Sternen My Serpentis, Xi Serpentis, Sabik (Eta Serpentis), und dem Stern Alya (Theta Serpentis) als Schwanzspitze. Alya ist ein hübscher Doppelstern. Seine Partnersterne sind gleich hell und weiß und können mit kleinen Fernrohren sehr gut beobachtet werden.

Im Sternbild Schlangenträger liegen die drei Kugelsternhaufen M10, M12 und M14. Man kann sie bei sternklarem Himmel bereits mit lichtstarken Ferngläsern wahrnehmen. 
M12 liegt ca. 8,3° nordöstlich von Yed Prior. Mit kleinen Fernrohren kann man den Randbereich von M12 bereits in einzelne Sterne aufgelöst sehen. 
Den Kugelsternhaufen M10 findet man ca. 10° östlich von Yed Prior, und M14 liegt ca. 8° südlich von Chelebalrai. 

In der Himmelsregion südlich von Sabik lassen sich mit Fernrohren großer Objektivöffnung (> 30 cm) ca. ein Dutzend schwächerer Kugelsternhaufen wahrnehmen. Diese Region liegt mitten im hellen Band der Milchstraße und bietet daher einen Himmelshintergrund mit zahllosen schwachen Sternen und Dunkelwolken. Hier kann man mit lichtstarken Ferngläsern und lichtstarken Fernrohren eindrucksvolle Beobachtungen machen.

 

Sternbild Drache

Die beiden markanten Kopfsterne des Sternbilds Drache stehen um Mitternacht im Zenit. Der eine heißt Rastaban (Beta Draconis) und ist 2,8m hell. Der andere ist der 2,2m helle Eltanin (Gamma Draconis). Eltanin findet man ca. 14 ° nördlich des 3,9m hellen Stern Theta Herculis. 
Mit lichtstarken Ferngläsern kann man ca. 15° nördlich von Eltanin in einem Feld mit vielen schwachen Sternen ein bläuliches Sternchen wahrnehmen. Wenn man dieses Sternchen mit Fernrohren bei hoher Vergrößerung betrachtet, erweist es sich als ein bläuliches Scheibchen: Das ist der Planetarische Nebel NGC 6543, der so genannte „Katzenaugennebel“. Dieser Nebel hat eine hohe Flächenhelligkeit. In Fernrohren erscheint er daher merklich heller als der berühmte „Ringnebel“ M 57 im Sternbild Leier. NGC 6543 hat einen Winkeldurchmesser von nur 18 Bogensekunden. Er hat einen 10,5m hellen Zentralstern, der sich vom hellen Nebel nur wenig abhebt. Man braucht Fernrohre mit großer Öffnung und hoher Vergrößerung, um ihn im Nebel deutlich wahrzunehmen.

Auf der Linie von Zeta Draconis zu Chi Draconis liegt im Sternbild Drache, die Galaxie NGC 6503, etwas näher zu Chi Draconis. Man kann die Galaxie mit Fernrohren ab 12 cm Öffnung wahrnehmen. Sie sieht bei hoher Vergrößerung im Fernrohr wie eine matte Spindel aus. NGC 6503 ist ca. 18 Millionen Lichtjahre von uns entfernt.  
Ca. 4° südöstlich von Iota Draconis kann man bei mondlos sternklarem Himmel in Fernrohren ab 12 cm Öffnung die 10m helle Galaxie M102 wahrnehmen. Diese Galaxie ist linsenförmig. 

 

Sternbild Cepheus

Das Sternbild Cepheus liegt zwischen den beiden Sternbildern Schwan und Cassiopeia und dem Polarstern. Obwohl das Sternbild Cepheus viele helle Sterne enthält, ist es nicht einfach wahrzunehmen. Man findet es erst aufgrund der besonderen Anordnung seiner hellen Sterne, die an das bekannte Muster „Haus des Nikolaus“ erinnert: An seiner Spitze steht der 3,2m helle Stern Alrai (Gamma), die vier Sterne Alfirk (Beta), Alderamin (Alpha), Zeta und bilden die Ecksterne des Hauses. Der 3,3m helle Stern Zeta Cephei steht an seiner unteren linken Ecke.

Ca. 3,5° westlich von Zeta Cephei liegt der 4m helle, rötliche Stern My Cephei. My Cephei ist ein Roter Überriesenstern mit 350000 Sonnenleuchtkräften. Er hat einen Durchmesser von 1,7 Milliarden km, und er ist einer der größten, und mit 2450 Kelvin zugleich auch einer der kühlsten aller bekannten Sterne. 
Im Sternbilds Cepheus liegt noch ein anderer kolossaler Riesenstern: das ist VV Cephei. Er liegt ca. 5,4° von Zeta Cephei, und zwar auf der Linie von Zeta Cephei nach Alfirk. VV Cephei sieht mit dem bloßen Auge ganz unauffällig aus. Er ist 4,9m hell und rötlich, und ist ein Bedeckungsveränderlicher Doppelstern von ca. 100 Sonnenmassen. Sein Hauptstern hat einen Durchmesser von 2,6 Milliarden Kilometer und ca. 300000 Sonnenleuchtkräfte. Dieser Stern verdeckt seinen Begleitstern, einen Blauen Riesenstern von 100000 Sonnenleuchtkräften, alle 20,34 Jahre für jeweils 15 Monate. Die letzte dieser Bedeckungen endete am 16. Mai 2019.

Ca. 2,5° östlich von Zeta Cephei liegt der 4m helle Stern Delta Cephei. Delta Cephei ist der Namensgeber für die Veränderlichenklasse der „Cepheiden“. 
Cepheiden sind Riesensterne extrem hoher Leuchtkraft, die ihre Helligkeit in einem sehr regelmäßigen Zyklus verändern, indem sie langsam radial pulsieren. Die Pulsationsfrequenz jedes Cepheiden hängt von der absoluten Helligkeit des betreffenden Cepheiden ab: je länger eine Pulsation dauert, desto größer ist seine absolute Helligkeit. Die Zyklusperiode von Delta Cephei beträgt 5,3663 Tage: seine Helligkeit steigt 1,5 Tage lang auf 3,5m an, und fällt in den folgenden 4 Tagen wieder auf 4,4m ab. 
Delta Cephei liegt in ca. 860 Lichtjahren Entfernung, und er hat ca. 2000 Sonnenleuchtkräfte.

Delta Cephei ist zudem ein Doppelstern: sein blauweißer Partnerstern Delta Cephei B liegt im Abstand von 41 Bogensekunden zu Delta A.

Ca. 44 Bogenminuten südlich von Delta Cephei liegt der Doppelstern DO Cephei. Man kann ihn mit Fernrohren ab 15 cm Öffnung bei hoher Vergrößerung beobachten. 
DO Cephei liegt 13,1 Lichtjahre von uns entfernt und besteht aus zwei Roten Zwergsternen, die einen Winkelabstand von 2,5 Bogensekunden voneinander haben und einander in 44,6 Jahren einmal umkreisen. Diese Zwergsterne haben nur 1,6 bzw. 0,4 Promille einer Sonnenleuchtkraft. Ihr gegenseitiger Abstand voneinander beträgt 9,5 AU, das entspricht ungefähr dem Abstand unserer Sonne von Saturn. Wenn man als Amateurastronom in jungen Jahren mit regelmäßigen Beobachtungen von DO Cephei beginnt, kann man im Verlaufe der Jahrzehnte die langsame Veränderung Positionen der Partnersterne quasi live verfolgen.

Ca. 6° östlich von Delta Cephei liegt der Offene Sternenhaufen NGC 7510. Er ist klein, aber sehr kompakt. Daher sollte man ihn möglichst mit Fernrohren ab 15 cm Öffnung bei hoher Vergrößerung beobachten.

Ca. 5,5° westlich von Alderamin liegt der 4,2m helle Stern Theta Cephei. Ca. 2,3° südlich von Theta Cephei findet man den Offenen Sternhaufen NGC 6939. Mit kleinen Fernrohren sieht er nur wie ein matter Nebelfleck aus. Mit Fernrohren großer Öffnung bei hoher Vergrößerung, lassen sich in NGC 6939 mehr als hundert schwache Sterne wahrnehmen. 
Ca. 38 Bogenminuten südöstlich von NGC 6939 liegt die Galaxie NGC 6949. Betrachtet man beide Objekte gemeinsam im Fernrohr, kann man die subjektiv wahrgenommen Helligkeit dieser beiden Objekte direkt miteinander vergleichen.

 

Sternbild Cassiopeia

Das Sternbild Cassiopeia nennt man auch „Himmels-W“, da seine fünf hellsten Sterne wie der Buchstabe „W“ angeordnet sind. Das Sternbild liegt mitten im Band der Milchstraße, in der es viele Offene Sternhaufen gibt. Im Sternbild Cassiopeia lassen sich daher viele sehenswerte Offene Sternhaufen beobachten. 
Der Sternhaufen NGC 457 liegt um den 5m hellen Stern Phi Cassiopeiae. Dieser Sternhaufen ist als der „Eulenhaufen“ bekannt, da er im Fernrohrokular wie eine kleine Eule aus Sternen erscheint, die den Beobachter mit aufgerissenen Augen und ausgebreiteten Flügeln keck anfunkelt. Der Stern Phi Cassiopeia hat ca. 400000 Sonnenleuchtkräfte und liegt in ca. 12000 Lichtjahren Entfernung, er gilt als der fernste mit bloßem Auge sichtbare Stern. 

Im Sternbild Cassiopeia liegen mehrere andere markante Offene Sternhaufen, z. B. NGC 281 und M103. NGC281 liegt ca. 1,5° östlich von Schedir (Alpha Cassiopeiae). M103 liegt, ca. 1° nordöstlich von Ruchba (Delta). Beobachtet man diese Sternhaufen mit lichtstarken Fernrohren bei hoher Vergrößerung, kann man damit die Farben der hellsten Haufensterne deutlich wahrnehmen. 
Schaut man bei mondlos sternklarem Himmel auf den Stern Schedir, zieht von Schedir ausgehend eine Linie zum Stern Caph und verlängert sie um den Abstand dieser beiden Sterne über Caph hinaus, findet man dort mit lichtstarken Fernrohren den Offenen Sternhaufen M52. M52 enthält erstaunlich viele Sterne, die jedoch allesamt nur schwach leuchten. Er liegt in ca. 3000 Lichtjahren Entfernung. 
Der Offene Sternhaufen NGC 7889 liegt zwischen den beiden Doppelsternen Rho Cassiopeiae und Sigma Cassiopeiae. Er ist 8000 Lichtjahre von uns entfernt, und ca. 1,5 Milliarden Jahre alt. Daher enthält dieser Sternhaufen nur noch einige Tausend lichtschwache Sterne. 
Für die Beobachtung von NGC 7889 braucht man lichtstarke Fernrohre, weil die Flächenhelligkeit von NGC 7889 sehr niedrig ist. 

 

Sternbild Perseus

Der Hauptstern des Sternbilds Perseus ist der 1,8m helle Mirfak. Wenn man sich Mirfak mit einem kleinen Fernglas anschaut, zeigt sich dieser Stern darin von zahlreichen hellen, blauweißen Sternen umgeben. Das ist der junge Offene Sternhaufen Melotte 20. 

Schaut man auf Delta Cassiopeiae und zieht von dort eine gerade Linie zu Gamma Persei, liegen auf der Mitte dicht beieinander die beiden Offenen Sternhaufen „h und chi“. Man kann diese Sternhaufen am sternklaren Nachthimmel manchmal schon mit dem bloßen Auge als neblige Fleckchen wahrnehmen. Betrachtet man sie mit lichtstarken Ferngläsern oder mit lichtstarken Weitfeld-Fernrohren, bieten sie einen faszinierenden Anblick. 
Ca. 3° westlich von Mirfak liegt der Offene Sternhaufen NGC 1245. Er ist 8,6m hell, wird jedoch häufig übersehen, weil er nur sehr schwache Sterne enthält, wodurch Beobachtern mit kleinen Fernrohren ihn kaum wahrnehmen können. Beobachtet man NGC 1245 mit Fernrohren großer Öffnung, sieht man, dass dieser Sternhaufen erstaunlich viele dieser schwachen Sterne enthält. Sie leuchten schwach, weil NGC 1245 in 11300 Lichtjahren Entfernung liegt.
Wenn man die Linie von Mirfak über NGC 1245 weiter nach Westen verlängert, trifft sie auf den 2m hellen Stern Algol (Beta Persei). Algol ist ein berühmter Bedeckungsveränderlicher Stern. Nach jeweils 2 Tagen, 20 Stunden, 48 Minuten und 56 Sekunden fällt seine Helligkeit auf 3,5m ab und verbleibt so zehn Stunden lang. 
Ca. 5° nordwestlich von Algol kann man mit Ferngläsern den Offenen Sternhaufen M34 wahrnehmen, denn für die Übersichtbeobachtung mit Fernrohren ist M34 zu groß. Mit Fernrohren kann man jedoch Doppelsterne in M34 deutlicher wahrnehmen.

Ca. 3,6° südlich von M34 kann man mit lichtstarken Fernrohren bei mittleren Vergrößerungen die Galaxie NGC 1023 sehen. Sie liegt ca. 20 Millionen Lichtjahre von uns entfernt.  

Ca. 8° östlich von Mirfak liegt der helle Offene Sternhaufen NGC 1528. Man kann ihn mit Fernrohren bereits bei niedrigen Vergrößerungen schön in seine Einzelsterne aufgelöst sehen. 
Ca. 7,5° östlich von Mirfak liegt der Offene Sternhaufen NGC 1513. Seine Sterne leuchten schwächer als die Sterne in NGC 1528. Mit Fernrohren bei hoher Vergrößerung kann man in diesem Sternhaufen eine ringförmige Anordnung seiner schwachen Sterne wahrnehmen.

Auf der Mitte der Linie von Algol nach Zeta Persei liegt der Offene Sternhaufen NGC 1342. Um ihn zu beobachten benötigt man Fernrohre mit hoher Vergrößerung, um auch die schwächeren Sterne dieses Sternhaufens wahrnehmen zu können. NGC 1342 ist ca. 2200 Lichtjahre entfernt.
An der Grenze zum Sternbild Andromeda liegt in ca. 1300 Lichtjahren Entfernung der Planetarische Nebel M76, der auch als „Kleiner Hantelnebel“ bekannt ist. 
Man kann M76 mit Fernrohren zuverlässig per „Starhopping“ finden. Dazu richtet man das Fernrohr auf den 2,3m hellen Doppelstern Alamak (Gamma Andromedae) und schwenkt das Fernrohr von Alamak ausgehend in die Richtung von Gamma Cassiopeia. Hierbei stößt man nach 7,5° auf den 3,5 m hellen rötlichen Stern 51 Andromedae. Ca. 2° nördlich von 51 Andromedae liegt der 4m helle, weiße Stern Phi Persei. Der Planetarische Nebel M76 liegt ca. 1° nördlich von Phi Persei.
Unter einem mondlos dunklen Sternenhimmel auf dem Land ist dieser kleine Planetarische Nebel bereits mit kleinen Fernrohren bei mittleren Vergrößerungen als ein rechteckiges Nebelchen wahrnehmbar. 

Um 1:00 nähert sich das Sternenquadrat des Sternbilds Pegasus dem Meridian. Im Zenit sieht man nun das Sternbild Cassiopeia, und Saturn steht über dem Südhorizont. Hoch am Westhimmel steht jetzt die Wega. Im Südwesten sieht man den hellen Stern Altair im Sternbild Adler. 
Mit etwas Glück kann man tief über dem Südhorizont der Stern Fomalhaut sehen, den Hauptstern des Sternbilds Südlicher Fisch. Über dem Südosthorizont sieht man zwei auffällig helle Sterne: das sind Menkar und Deneb Kaitos im Sternbild Walfisch. 
Im Nordosten sieht man den hellen Stern Capella im Sternbild Fuhrmann. Oberhalb von Capella leuchtet der helle Stern Alfirk im Sternbild Cepheus. 
Zwischen dem Sternbild Fuhrmann und dem Polarstern kann man am Sternenhimmel einige schwache Sterne des Sternbilds Giraffe erahnen. 

Tief über dem Nordhorizont sieht man die Sterne des „Großen Wagens“, im Sternbild Großer Bär. 

 

Sternbild Pegasus

Gegen 1:00 steht das Sternbild Pegasus ca. 60° hoch über den südlichen Horizont. Seine drei hellen Hauptsterne Markab (Alpha), Scheat (Beta) und Algenib (Gamma) bilden gemeinsam mit dem hellen Stern Alpheratz (Alpha Andromedae) das „Pegasus-Sternenquadrat“, das in dem Sternbild den kräftigen Rumpf des geflügelten Zauberpferdes Pegasus verkörpert. Ca. 17° westlich von Algenib leuchtet der 1,8m helle Stern Enif (Epsilon Pegasi). 
Ca. 3° nordwestlich von Enif kann man mit Ferngläsern einen kleinen rundlichen Nebelfleck mit einem helleren Zentrum wahrnehmen: das ist der Kugelsternhaufen M15. Man braucht Fernrohre ab 10 cm Öffnung bei 100facher Vergrößerung, um M15 in Einzelsterne aufgelöst zu sehen: das ist ein eindrucksvoller Anblick. 

Richtet man das Fernrohr auf Scheat und schwenkt es von dort ca. 4° nach Nordwesten, stößt man auf den 3m hellen Stern Matar (Eta Pegasi). Ca. 5° nordnordwestlich von Matar liegt die Spiralgalaxie NGC 7331. Diese 10m helle Galaxie ist mit kleinen Fernrohren nicht leicht zu sehen, weil sie ca. 45 Millionen Lichtjahre von uns entfernt ist. 
Will man NGC 7331 entspannt beobachten, ist ein Dobson-Teleskop großer Öffnung ein ideales Beobachtungsgerät. 

 

Sternbild Wassermann

Das Sternbild Wassermann liegt unterhalb des 1,8m hellen Sterns Enif (Sternbild Pegasus) und erstreckt sich dort nördlich und östlich des Sternbilds Steinbock. 

Da in diesem Himmelsareal keine hellen Sterne liegen, ist das Sternbild Wassermann unauffällig. Dennoch sollte man wissen, wo das Sternbild Wassermann liegt, denn es enthält  mehrere sehenswerte Beobachtungsobjekte, die man von einem dunklen Standort aus vorteilhaft beobachten kann. 

Mit einem Fernglas 10x50 kann man ca. 4,5° nördlich des 2,9m hellen Sterns Mesarthim (Beta Aquarii) einen rundlichen Nebelfleck wahrnehmen. Das ist der Kugelsternhaufen M2. Bereits mit kleinen Fernrohren von 6 cm Öffnung sieht man den 6,5m hellen M2 als einen sechs Bogenminuten großen matten Nebel mit einem hellen Zentralbereich. Wenn man M2 bis ins Zentrum in Einzelsterne aufgelöst sehen will, braucht man Fernrohre ab 15 cm Öffnung, bei 150-facher Vergrößerung.

Ca.1, 3° westlich der 4,5 m hellen Sterns Ny Aquarii liegt der Planetarische Nebel NGC 7009. Mit einem Fernglas 10x50 sieht man NGC 7009 als einen 8m hellen, leicht grünlich getönten Stern. Mit Fernrohren ab 50-facher Vergrößerung zeigt sich NGC 7009 als ein grünliches Scheibchen. Da NGC 7009 eine hohe Flächenhelligkeit hat, lässt er sich bei guter Luftruhe auch mit kleinen Fernrohren bei hoher Vergrößerung gut betrachten. 
NGC 7009 heißt „Saturnnebel“, weil er seitliche Nebelfortsätze hat, die ihm eine Ähnlichkeit mit dem Anblick Saturns verleihen. Diese kann man aber nur mit Fernrohren ab 15 cm Öffnung unter sehr guten Beobachtungsbedingungen wahrnehmen.

Steht man unter einem sternklaren mondlos dunklen Landhimmel und hat dort ein lichtstarkes Fernglas zur Hand, kann man damit den Kugelsternhaufen M72 finden. M72 liegt auf der Linie von Ny Aquarii nach Dabih (Beta Capricornis). Wenn man der Linie von Ny Aquarii weiter folgt, tritt nach dem ersten Drittel dieser Linie ein kleiner schwacher Nebel ins Blickfeld. Betrachtet man ihn mit einem kleinen Fernrohr, zeigt sich das Nebelchen als ein matter Nebelball. Mit Fernrohren großer Öffnung kann man den Randbereich von M72 in einzelne Sterne aufgelöst sehen. Dieser Kugelsternhaufen liegt ca. 60.000 Lichtjahre von uns entfernt. 

 

Sternbild Fische

Das Sternbild Fische liegt südlich des Sternbilds Pegasus. Da sämtliche Sterne im Sternbild Fische leuchtschwach sind, kann man dieses Sternbild an einem aufgehellten Stadthimmel in der Regel nicht wahrnehmen. 
Der Hauptstern des Sternbilds Fische heißt Alrischa (Alpha Piscium). Er ist nur 4m hell. In Fernrohren großer Öffnung bei hoher Vergrößerung erweist sich Alrischa als ein sehr enger Doppelstern: Der Winkelabstand seiner Partnersternen beträgt nur eine Bogensekunde. 

Derzeit ist der Saturn das hellste Beobachtungsobjekt im Sternbild Fische. Man braucht Fernrohre mit langer Brennweite und möglichst großer Öffnung (> 10 cm) bei hoher Vergrößerung, und ein gutes Seeing, um diesen schönen Planeten detailliert mit seinem Ring und seinen helleren Monden sehen zu können. 

Ca. 12° nordwestlich von Alrischa liegt der 5,2m helle Doppelstern Zeta Piscium. Bereits mit kleinen Fernrohren kann man Zeta Piscium schön in seine beiden weißen Partnersterne aufgelöst sehen. 
Ca. 1,2° östlich des 3,6m hellen Sterns Eta Piscium liegt die 9m helle Galaxie M74. Mit kleinen Fernrohren ist nur den kleinen helle Kern dieser Spiralgalaxie wahrnehmbar, der mit ihnen wie ein Stern aussieht. Viele Beobachter nehmen die Galaxie M74 nicht wahr, weil sie den Kern der Galaxie zwar sehen, ihn aber für einen Stern halten. M74 hat eine ausgedehnte sehr leuchtschwache Halo, die man jedoch nur unter einem sternklaren Neumondhimmel mit Fernrohren ab 15 cm Durchmesser bei niedrigster Vergrößerung erahnen kann. 

Da das Sternbild Fische nicht im Milchstraßenband liegt, enthält das Sternbild keine Offenen Sternhaufen. Steht man jedoch an einem dunklen Beobachtungsplatz bei mondlos sternklarem Himmel mit einem lichtstarken Dobson-Teleskop großer Öffnung beobachtet, kann man damit im Sternbild Fische viele schwache Galaxien wahrnehmen, die maximal 12m hell sind und bis zu 100 Millionen Lichtjahre von uns entfernt liegen.

Ca. 9,5 ° westsüdwestlich von Saturn kann man mit Ferngläsern ein 7,8m helles Sternchen sehen. Das Sternchen ist der Planet Neptun. Er erreicht seine diesjährige Oppositionsstellung am 24. September. Daher kann man den Neptun in diesem Monat während der ganzen Nacht bis zum Beginn der Morgendämmerung mit Fernrohren beobachten. Er zeigt sich in Fernrohren großer Öffnung bei hoher Vergrößerung als ein blasses bläuliches Scheibchen von nur 2,5 Bogensekunden Durchmesser. Neptun ist im September ca. 4,3 Milliarden Kilometer von uns entfernt.

 

Sternbild Widder

Unterhalb des Sternbilds Andromeda liegt das kleine Sternbild Widder. Das Sternbild Widder kann man am Himmel sehr einfach lokalisieren, weil die beiden Hauptsterne dieses Sternbilds der 2,0m helle Hamal (Alpha) und der 2,6m helle Sheratan (Beta) sind. Beide sind sogar am durch künstliche Lichtquellen aufgehellten Stadthimmel meist gut wahrnehmbar.

Ca. 10° östlich von Hamal liegt der 3,7m helle Stern 41 Arietis. Wenn man ihn mit Fernrohren betrachtet, erweist sich 41 Arietis als ein Dreifachsternsystem. 
Etwas südlich von Sheratan liegt der 3,9m helle Stern Mesarthim (Gamma Arietis). Betrachtet man Mesarthim mit Fernrohren, zeigt er sich als ein markanter Doppelstern: seine Partnersterne stehen in 7 Bogensekunden Abstand voneinander, beide sind weiß und gleich hell. 

Vor 2300 Jahren lag der Frühlingspunkt noch südlich von Mesarthim. Aufgrund der Präzessionsbewegung der Erdachse ist der Frühlingspunkt seitdem ca. 37° weiter nach Westen gewandert, wodurch er nun am westlichen Rand des Sternbilds Fische liegt. Am Tag der Wintersonnenwende steht die Sonne senkrecht über dem Wendekreis des Steinbocks, aufgrund der Wanderung des Frühlingspunkts nicht mehr im Sternbild Steinbock, sondern im Sternbild Schütze, und am Tag der Sommersonnenwende steht sie senkrecht über dem Wendekreis des Krebses, aber nicht mehr im Sternbild Krebs, sondern im Sternbild Stier.   

Wenn man an einem dunklen Standort unter einem mondlos sternklaren Landhimmel mit Fernrohren ab 20 cm Öffnung beobachtet, kann man damit ca. 1,5° östlich von Mesarthim die Spiralgalaxie NGC 772 wahrnehmen. Hierfür muss man sich genug Zeit zum Hinschauen lassen. Mit einem solchen Fernrohr kann man zunächst nur den kleinen Kern dieser Galaxie wahrnehmen, und nach einiger Zeit  schließlich auch die ausgedehnte leuchtschwache Halo, die diesen Kern umhüll. NGC 772 liegt in ca. 130 Millionen Lichtjahren Entfernung.

 

Sternbild Walfisch

Südlich des Sternbilds Widder kann man einen 2,5m hellen Stern sehen. Das ist Menkar (Alpha Ceti), der Hauptstern des Sternbilds Walfisch. 
Menkar markiert im Sternbild Walfisch die Position des Kopfes des sagenhaften Seeungeheuers Cetus. Das Sternbild Walfisch wurde in der Antike erfunden, um an die klassische Perseus-Sage zu erinnern. Die Sage berichtet, wie Perseus mit seinem Zauberschwert das Seeungeheuer Cetus tötete, um so die jungfräuliche Prinzessin Andromeda davor zu retten, von dem Seeungeheuer gefressen zu werden. Andromeda war die bildschöne Tochter der schönen und eitlen Königin Cassiopeia, und der König Cepheus war ihr Vater, und Pegasus war das geflügelte Zauberpferd des Perseus, das der Leib der fürchterlichen Medusa im Sterben gebar, nachdem Perseus die Medusa mit seinem Zauberschwert enthauptet hatte: 
Alle Gestalten aus dieser Sage wurden in der Antike als Sternbilder am Himmel verewigt, und wir nutzen diese Sternbilder bis heute.

Der 2m helle Stern Deneb Kaitos (Beta Ceti) markiert im Sternbild Walfisch die Position des Walfischschwanzes. Dieser Stern ist ein Roter Unterriese und liegt in ca. 65 Lichtjahren Entfernung. 

Der wohl berühmteste Stern des Sternbilds Walfisch heißt Mira (Omicron Ceti). Mira ist ein langperiodisch veränderlicher Roter Riese, dessen visuelle Helligkeit im Maximum 2m erreicht, während sie im Minimum unter 8m fallen kann. Während seines Helligkeitsminimums ist Mira für das bloße Auge unsichtbar. Mira erreichte im März 2025 ihr Maximum. Ihr letztes Minimum hat sie im August 2024 durchlaufen, und das folgende Maximum erfolgte im Februar 2026.

Das Sternbild Walfisch liegt außerhalb des Milchstraßenbands. Da Offene Sternhaufen und Sternentstehungsgebiete der Milchstraße nur im Milchstraßenband liegen können, gibt es die in diesem Sternbild nicht. 
Stattdessen kann man im Sternbild Walfisch in mondlos sternklaren Septembernächten Fernrohren einige helle Galaxien beobachten. 
Die 8,9m helle Spiralgalaxie M 77 liegt ca. 3,15° südlich von Gamma Ceti. Mit kleinen Fernrohren ist nur ihr heller Kern wahrnehmbar, den diese Fernrohre nur wie einen unscharfen Stern präsentieren können. Beobachtet man M77 mit größeren Fernrohren und bei höherer Vergrößerung, kann man um diesen hellen Kern eine zwei Bogenminuten große Aufhellung wahrnehmen: Das ist die Halo dieser Galaxie. M77 ist ca. 60 Millionen Lichtjahre entfernt. 
Ca. 3° südsüdöstlich des Sterns Deneb Kaitos liegt die 8,9 m helle Galaxie NGC 247. Man muss Fernrohre mit großer Öffnung bei niedrigen Vergrößerungen einsetzen, damit man diese große Spiralgalaxie vollständig sehen kann: als einen ca. 10 Bogenminuten langen und dabei äußerst matten Lichtstreif. NGC 247 liegt in ca. 11 Millionen Lichtjahren Entfernung.

Diese Galaxien kann man nur bei guten Beobachtungsbedingungen beobachten, idealerweise mit großen Dobson-Teleskopen. Im Sternbild Walfisch liegt ca. ein Dutzend Galaxien, die man mit solchen Geräten erfolgreich beobachten kann.

 

Sternbild Andromeda

Wenn man an einem dunklen Beobachtungsplatz unter einem mondlos sternklaren Landhimmel steht, kann man über sich das schimmernde Band der Milchstraße wahrnehmen, das nun imposant von Ost nach West quer über den Himmel verläuft. Eingebettet im Milchstraßenband liegt das Sternbild Andromeda, nordöstlich des Sternbilds Pegasus. 
Das auffälligste Element des Sternbilds Andromeda ist eine Sternenkette, die vom Stern Alpheratz (Alpha Andromedae) über die Sterne Delta und Mirach (Beta) zum Stern Alamak (Gamma Andromedae) verläuft. Diese Sternkette ist eigentlich nur eines kleines Element im großen Areal des Sternbilds Andromeda.

Der 2,3m helle Stern Alamak (Gamma Andromedae) ist ein sehenswerter Doppelstern, dessen Partnersterne man bereits mit kleinen Fernrohren bei hoher Vergrößerung als getrennt wahrnehmen kann. Der hellere Partnerstern leuchtet orange, der schwächere Partnerstern erscheint bläulich.

Südlich des Sterns Alamak liegt der Offene Sternhaufen NGC 752. Er ist so groß, dass man nur mit Ferngläsern oder Weitfeld-Fernrohren komplett betrachten kann. Mit Fernrohren kleiner Öffnung kann man in NGC 752 ca. 60 Sterne sehen. Einige davon sind Doppelsterne mit schönem Farbkontrast. 
Am mondlos sternklaren Landhimmel kann man manchmal neben dem 4,5m hellen Sterns Ny Andromedae mit bloßem Auge den Zentralbereich der Andromeda-Galaxie M31 als matten Schimmer wahrnehmen. Man kann diese Galaxie nur mit Ferngläsern oder mit lichtstarken Weitfeld-Fernrohren kurzer Brennweite bei niedrigsten Vergrößerungen komplett sehen, weil die Andromeda Galaxie ca. 4° groß ist. Im schmalen Bildfeld von Fernrohren mit langer Brennweite kann man M31 nur abschnittsweise betrachten. 
Die Andromeda-Galaxie hat zwei kleine elliptische Begleitgalaxien namens NGC 205 und M32. M32 zeigt sich nahe dem Kern von M31, sie ist in M31 eingebettet, wodurch diese kleine Galaxie auf den ersten Blick wie ein unscharfer Vordergrundstern aussieht. 
NGC 205 sieht man als eine kleine matt schimmernde Ellipse in ca. 35 Bogenminuten nördlichem Abstand vom Kern von M31.

Ca. 4,5° östlich des 3,6m hellen Sterns Omikron Andromedae kann man mit Fernrohren den 8,3m hellen Planetarischen Nebel NGC 7662 beobachten. In Ferngläsern sieht NGC 7662 nur wie ein bläuliches Sternchen aus. Wenn man ihn mit Fernrohren bei hoher Vergrößerung betrachtet, erweist sich NGC 7662 als eine überraschend blaue ringförmige Struktur, mit einem Durchmesser von einer Winkelminute. 
NGC 7662 ist als der „Blaue Schneeball“ bekannt. 

 

Sternbild Dreieck

Südlich des Sternbilds Andromeda liegt das kleine Sternbild Dreieck. Das Sternbild Dreieck ist einfach zu finden, denn es besteht aus drei nicht sehr hellen Sternen, die miteinander ein spitzwinkliges Dreieck bilden. Die Spitze dieses Dreiecks liegt rechts, dort steht der 3m helle Stern Metallah (Alpha Trianguli). Metallah hat ca. 11° Abstand von Mirach (Beta Andromedae). 
Wenige Grad nordwestlich von Metallah liegt die 5,5m helle Spiralgalaxie M33. Diese Galaxie bedeckt am Himmel eine Fläche, deren Winkeldurchmesser doppelt so groß ist wie die des Vollmonds. Trotz ihrer enormen Größe haben viele Amateurastronomen diese Galaxie noch nie wahrgenommen, da M33 eine sehr niedrige Flächenhelligkeit hat: Sie beträgt 14 mag/arcmin². 
Will man M33 in ihrer ganzen Ausdehnung beobachten, muss der sternklare Nachthimmel mondlos sein, die Nachtluft eine sehr gute Durchsicht bieten, und man muss ein Beobachtungsgerät mit möglichst viel Öffnung bei niedriger Vergrößerung einsetzen. Mit lichtstarken Ferngläsern kann man bestenfalls den schwachen Kernbereich der Galaxie wahrnehmen, und mit Fernrohren mittlerer Größe wird vielleicht auch das in die Galaxie M33 eingebettete große Sternentstehungsgebiet NGC 604 als mattes Nebelfleckchen wahrnehmbar. M33 hat ca. 45 Milliarden Sonnenmassen und liegt in ca. 2,7 Millionen Lichtjahren Entfernung. 

Gegen 4:00 steht der Stern Wega niedrig über dem Westhorizont, und im Südwesten verschwindet das Sternbild Wassermann allmählich im Horizontdunst. Im Südosten ist das Sternbild Orion aufgegangen. Oberhalb des Sternbilds Orion kann man die beiden Sternenketten des Sternbilds Zwillinge mit Mars erahnen. Über dem Sternbild Zwillinge sieht man das markante Sternenfünfeck des Sternbilds Fuhrmann, und daneben auch das Sternbild Stier, und den dreieckigen Sternhaufen der Hyaden um den Stern Aldebaran, und den kleinen, aber markanten Plejaden-Sternhaufen. 
Unterhalb des Sternbilds Zwillinge leuchtet bereits der helle Stern Procyon. Procyon zeigt an, dass der helle Stern Sirius auch bald aufgehen wird. 
Eigentlich ist ja noch Sommer, aber nun sehen wir bereits die Wintersternbilder aufgehen. Man glaubt es kaum: In drei Monaten ist schon wieder Weihnachten! 

Schließlich geht die Beobachtungzeit zu Ende. Dann muss man die Geräte abbauen, muss alle Teile der Ausrüstung sorgfältig und sicher im Auto verstauen, muss überprüfen, dass man am Beobachtungsplatz im Dunkeln kein Teil der Ausrüstung, kein Kleidungsstück oder eignen Müll übersehen hat. Man sollte den Beobachtungsplatz ohne Spuren seiner nächtlichen Aktivitäten hinterlassen. 
Um diese Aufgabe nun trotz Dunkelheit, Kälte und Müdigkeit sicher zu erfüllen, sind eine gute Vorplanung sowie umsichtiges und konzentriertes Handeln zwingend notwendig. Es besteht ein hohes Risiko, dass unter diesen Rahmenbedingungen ein Teil der Ausrüstung aus den Händen rutscht, auf den Boden kracht und beschädigt wird, oder dass man in der Dunkelheit am Beobachtungsplatz Kleinteile der Ausrüstung verliert. 

Ist schließlich alles sicher und übersichtlich im Auto verstaut, und alle am Beobachtungsplatz übersehenen Kleinteile, Kleidungstücke etc. entdeckt und eingesammelt, sollte man sich die Zeit nehmen, noch einmal in den Himmel schauen, sollte den Blick schweifen lassen, durchatmen und Abschied von dieser Nacht nehmen. Denn eine gelungene Beobachtungsnacht braucht einen guten Abschluss. 

Und danach fährt man nach Hause. 
Nun liegen alle Straßen verlassen in der Dunkelheit, Verkehr ist nicht zu erwarten. Auf den Straßen durch die nächtlichen Wälder und Felder könnte nun jederzeit ein unaufmerksames Reh auf die Straße treten und vom Scheinwerferlicht geblendet dort stehen bleiben. Man könnte auch in eine unerwartete Nebelbank geraten, die die Sicht behindert. Man muss trotz Müdigkeit aufmerksam agieren, um schließlich heil, zufrieden und sicher daheim anzukommen.

Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik. Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als Kind beobachtete er zufällig eine Mondfinsternis, dieses Erlebnis weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.

Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Er war bei fünf Reisen zum Nordkap auf einem Expeditionsschiff Kreuzfahrt-Lektor für Astronomie und Polarlicht. Auf fünf Kontinenten hat er bislang acht Totale Sonnenfinsternisse erlebt.