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Astro-Software archiviert antike Bücher

Erstellt von: Dr. Rainer Kayser | | Forschung und neue Erkenntnisse

Antike Bücher und Handschriften dauerhaft für die Nachwelt erhalten – vor diesem Problem steht die Vatikanische Apostolische Bibliothek. Ein Bildbearbeitungs- und Archivierungsprogramm aus der Astronomie soll nun dabei helfen, die wertvollen Manuskripte auch für künftige Generationen zugänglich zu machen. In einem Pilotprojekt scannen Vatikan-Bibliothekare und Astrophysiker der Europäischen Weltraumbehörde Esa einen Teil der umfangreichen Bestände der Bibliothek des Heiligen Stuhls ein.

In den 1970er Jahren entwickelten Wissenschaftler der Nasa und der Esa gemeinsam FITS, das „flexible image transportation format", auf Deutsch: flexibles Transport-Format für Bilder. Ursprünglich für die Radioastronomie konzipiert, findet FITS heute in allen Bereichen der Himmelskunde Verwendung. „Alle Arten von Daten, die in der Astronomie anfallen, passen in dieses Format", erklärt Pedro Osuna, der Leiter der wissenschaftlichen Archive der Esa.

Eines der großen Probleme bei der digitalen Archivierung von Bildern und Daten ist die schnelle Veränderung der Standards: Schon nach wenigen Jahren können alte Daten von neuen Programmen häufig nicht mehr verarbeitet werden. FITS wurde von Anfang an so konzipiert, dass dieses Problem nicht auftritt. „Ein Programm, das heutige FITS-Daten lesen kann, kann auch welche von vor zwanzig Jahren lesen", so Osuna. „FITS ist grundsätzlich rückwärtskompatibel."

Diese Eigenschaft macht FITS auch zur idealen Lösung für die Bibliothek des Vatikans. Die Bibliothek enthält rund zwei Millionen Bücher und Manuskripte, darunter über 150.000 Handschriften-Bände aus der Zeit vor der Erfindung der Druckerpresse – einige dieser Schriften sind bis zu 1800 Jahre alt.

Quelle: www.esa.int/esaCP/SEM01RAX9WG_index_0.html